Alexandros Mavrokordatos (Dragoman)

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Illustration von 1854

Alexandros Mavrokordatos (auch Alexander Maurokordatos, griechisch Ἀλέξανδρος Μαυροκορδάτος, * 1641; † 23. Dezember 1709) war als Dragoman um 1700 einer der wichtigsten Politiker im Osmanischen Reich.

Alexandros Mavrokordatos entstammte der Phanariotenfamilie Mavrokordatos. Sein Vater Nikolaos stammte aus Chios, siedelte aber nach Konstantinopel über.[1] Seine Mutter war Roxandra Skarlatou. Alexandros Mavrokordatos verließ das Osmanenreich und studierte Philosophie, Theologie und Medizin in Rom, Padua und in Bologna, wo er Anfang der 1660er-Jahre promoviert wurde. In seiner 1664 erschienenen Dissertation bestätigte er die 1628 von William Harvey aufgestellte Theorie des Blutkreislaufs. Nach seiner Rückkehr nach Konstantinopel lehrte Mavrokordatos an der Schule des griechisch-orthodoxen Patriarchats und war Leibarzt mehrerer vornehmer türkischer Familien.[2] Dank seiner umfassenden Sprachkenntnisse stieg er 1673 zum obersten Dragoman (Dolmetscher) auf – damals eine höchst einflussreiche Stellung; im selben Jahr wurde er zum Großlogotheten ernannt, der zwischen dem Patriarchat und der osmanischen Regierung vermittelte. Durch diese beiden Ämter erlangte er großen Einfluss auf die osmanische Außenpolitik.[3]

Nach der Niederlage der Osmanen bei der Zweiten Belagerung Wiens wurde er seiner Ämter enthoben und zum Tode verurteilt, jedoch nach einem Jahr Haft wieder freigelassen und rehabilitiert. Nach einer Mission im Auftrag des Sultans bei Kaiser Leopold I. war er maßgeblich an der Ausgestaltung des Friedens von Karlowitz beteiligt, den er 1699 für die osmanische Seite unterzeichnete. Er starb am 23. Dezember 1709.[3]

Aus der 1670 geschlossenen Ehe Mavrokordatos' mit der ebenfalls aus einer Phanariotenfamilie stammenden Sultana Chrysoskulaeu gingen die Söhne Nikolaos (später Fürst der Moldau und der Walachei) sowie Johannes hervor.[4]

Literatur[Bearbeiten]

  • Johannes Irmscher: Alexandros Mavrokordatos, Greek scholar and Turkish diplomat. In: XII. Türk Tarih Kongresi, Ankara: 12–16 Eylül 1994. Kongreye sunulan bildiriler, Band 3, Türk Tarih Kurumu, Ankara 1999, ISBN 975-16-1172-5, S. 1005–1008.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Irmscher 1999, S. 1005.
  2. Irmscher 1999, S. 1006.
  3. a b Irmscher 1999, S. 1007.
  4. Irmscher 1999, S. 1006f.

Weblinks[Bearbeiten]