Alexios III. (Byzanz)

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Alexios III. Angelos (griechisch Ἀλέξιος Γ’ Ἄγγελος; † nach 1210 in Nicäa) war ein byzantinischer Kaiser von 1195 bis 1203. Er war der zweite Sohn des Andronikos Angelos, eines Enkels des Kaisers Alexios I.

Aspron Trachy-Münze in Elektronlegierung. Rückseite: Alexios III. Angelos mit Konstantin I.

Leben[Bearbeiten]

1195, während sein Bruder Isaak II. in Thrakien auf der Jagd war, wurde Alexios III. von den Truppen zum Kaiser proklamiert. Er nahm Isaak in Stagira in Makedonien gefangen, blendete ihn und steckte ihn ins Gefängnis, obwohl er von ihm aus der Gefangenschaft in Antiochia befreit und mit Ehren überhäuft worden war.

Um das Verbrechen vergessen zu machen und seine Position zu festigen, musste er so freigiebig Geld ausgeben, dass der Staatsschatz dabei geleert wurde, und seinen Offizieren derartige Freiheiten gewähren, dass das Reich praktisch ohne Verteidigung war. Er vollendete den finanziellen Ruin des Staates. Die Kaiserin Euphrosyne versuchte vergebens dagegenzuhalten, jedoch wurde ihr bester Berater bei ihren Reformversuchen, Vatatzes, auf Befehl des Kaisers ermordet.

Im Osten wurde das Reich durch die Seldschuken überrannt. Im Norden fielen 1195/96 die Bulgaren und Walachen ungestraft in die makedonischen und thrakischen Ebenen ein, während Alexios den Staatsschatz für seine Paläste und Gärten verschwendete.

Bald wurde er von einer neuen Gefahr bedroht: Im Jahr 1202 hatten sich die europäischen Fürsten des Vierten Kreuzzugs in Venedig versammelt. Alexios, Sohn des abgesetzten Isaak, floh aus Konstantinopel und appellierte an die Kreuzfahrer, versprach ihnen die Aufhebung des Morgenländischen Schismas zwischen der Katholischen und der Orthodoxen Kirche und hohe Geldbeträge, falls sie ihm helfen würden, seinen Onkel abzusetzen.

Die Kreuzritter, deren Ziel eigentlich Ägypten war, ließen sich überzeugen und erschienen im Juni 1203 vor Konstantinopel; Alexios wurde als Alexios IV. zum Kaiser proklamiert. Alexios III., in Vergnügen versunken, leistete keinen wirklichen Widerstand. Sein Schwiegersohn Theodor Laskaris, der gegen die Kreuzfahrer vorging, wurde bei Skutari geschlagen, und die Belagerung Konstantinopels begann.

Am 17. Juli 1203 gelang es den Kreuzfahrer, angeführt von dem Dogen Enrico Dandolo, die Seemauer der Stadt zum Goldenen Horn vorübergehend einzunehmen. Während der Kämpfe und des folgenden Gemetzels versteckte sich Alexios III. im Palast, und floh schließlich mit einer seiner Töchter, Irene, und dem Staatsschatz auf ein Boot, mit dem er nach Develtum in Thrakien fuhr. Seine Ehefrau, die anderen Töchter ließ er zurück. Isaak II. wurde aus dem Gefängnis geholt und wieder auf den Thron gesetzt, mit Alexios IV. an seiner Seite.

Kurz darauf versuchte Alexios III. gemeinsam mit Alexios Murtzuphlos, den Thron zurückzuerobern. Der Versuch misslang, er irrte anschließend durch Griechenland und ergab sich schließlich mit Euphrosyne, die mittlerweile zu ihm gestoßen war, dem Bonifatius von Montferrat, der über den größten Teil der Balkanhalbinsel, das Königreich Thessaloniki, herrschte. Später suchte er Schutz bei Michael I. Angelos, Despot von Epirus, und wandte sich dann nach Kleinasien, wo sein Schwiegersohn Theodor Laskaris noch Widerstand gegen das Kreuzfahrerheer leistete.

Alexios III., unterstützt von Kai Chosrau I., dem Sultan von Rûm (auch Ikonion oder Konya genannt), forderte von Theodor die Krone zurück, und wandte sich gegen ihn, als dieser sich weigerte. Theodor gelang es, ihn zu schlagen und gefangen zu nehmen. Alexios wurde in ein Kloster bei Nicäa gesteckt, wo er zu einem unbekannten Zeitpunkt starb.

Literatur[Bearbeiten]

Vorgänger Amt Nachfolger
Isaak II. Kaiser von Byzanz
11951203
Isaak II. und Alexios IV.