Alter Kämpfer

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Alter Kämpfer war seit Oktober 1933[1] eine Bezeichnung für NSDAP-Mitglieder, die der Partei bereits vor der nationalsozialistischenMachtergreifung“ beigetreten waren und dabei eine Mitgliedsnummer unter 300.000 führten, sowie für „Amtswalter der NSDAP“, die diese Funktion vor dem Stichtag 1. Oktober 1933 schon seit einem Jahr ausübten.[2] Als Alte Kämpfer wurden außerdem Angehörige der SA und der SS bezeichnet, die der NSDAP und den „Kampforganisationen“ vor 1933 beigetreten waren.[3]

Die Zeit bis Januar 1933 wurde bei den Nationalsozialisten auch als „Kampfzeit“ bezeichnet.

Das Korps der Alten Kämpfer, auch Alte Garde genannt[4] bestand aus Parteimitgliedern, die der NSDAP oder auch den „NS-Kampforganisationen“ wie der Sturmabteilung und dem Stoßtrupp Adolf Hitler bereits von 1919 bis 1923 angehört hatten oder 1923 am Hitlerputsch in München teilgenommen hatten. Die Parteimitglieder traten nach der Neugründung der Partei im Februar 1925 unter ihrer alten Mitgliedsnummer wieder bei und den Angehörigen der „Kampforganisationen“ wurde bei Eintritt in die NSDAP eine der 550 reservierten Mitgliedsnummern verliehen. Vor allem Angehörige dieses Korps bildeten die ranghöchsten Politischen Leiter der Partei.

Für Österreich und das Sudetenland galt ab Dezember 1938 die Regelung, dass unter dem Begriff Alter Kämpfer alle ehemaligen Mitglieder der „Deutschen Nationalsozialistischen Arbeiterpartei“ (DNSAP) und der „Sudetendeutschen Partei“ (SdP) eingeschlossen waren. Ebenso wurden alle Mitglieder der österreichischen NSDAP eingerechnet, die in diese Partei zwischen 1926 und vor dem März 1938 eingetreten waren.

Die Gruppe der Alten Garde waren Inhaber des „Goldenen Parteiabzeichens“ der NSDAP, teils auch des „Blutordens“. Auf ihren Uniformen trugen sie zahlreiche Insignien, wie zum Beispiel verschiedene Ehrenwinkel und Ärmelstreifen, die diese Gruppe schon äußerlich als Alte Kämpfer erscheinen ließen.[5]

Am 8. und 9. November eines jeden Jahres fand in München der „Tag des Korps der Alten Kämpfer“ statt, der an den „Marsch auf die Feldherrnhalle“ (den missglückten Hitler-Putsch von 1923) erinnerte.

Mehrere Gesetze, Richtlinien und Anweisungen der drei westlichen Besatzungsmächte zwischen März und September 1945 zielten auf die Entlassung aller „aktiven und überzeugten Nazis aus ihren Ämtern und Machtstellungen“. Als Merkmal galt der Stichtag des Parteibeitritts am 1. April 1933.[6] Die „Direktive Nr. 24 des Alliierten Kontrollrats“ vom 12. Januar 1946 enthält eine Liste der Personen, die aus Ämtern und verantwortlichen Stellungen zu entfernen seien.[7] Aufgeführt sind dort als Träger folgender und weiterer Parteiauszeichnungen:

  • Nationalsozialistischer Blutorden vom 9. November 1923
  • Ehrenzeichen für Mitglieder unter Nummer 100.000

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Max Timm: Die bevorzugte Arbeitsvermittlung für die alten Kämpfer der nationalsozialistischen Revolution, in: Arbeitseinsatz und Arbeitslosenhilfe, Nr. 1 (1934), S. 6-8.
  • Hilde Kammer, Elisabeth Bartsch: Jugendlexikon Nationalsozialismus. Begriffe aus der Zeit der Gewaltherrschaft 1933–1945. Rowohlt Taschenbuch Verlag, Reinbek bei Hamburg 1982, ISBN 3-499-16288-1 (Rororo 6288 rororo-Handbuch).
  • Christian Zentner, Friedemann Bedürftig (Hrsg.): Das Große Lexikon des Dritten Reiches. Südwest Verlag, München 1985, ISBN 3-517-00834-6.
  • Martin Moll: Der Sturz alter Kämpfer. Ein neuer Zugang zur Herrschaftsanalyse des NS-Regimes, in: Historische Mitteilungen der Ranke-Gesellschaft 5. Jg. (1992), S. 1-51.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. F. A. Brockhaus: Der Neue Brockhaus. Allbuch in vier Bänden und einem Atlas, Band 1, S. 70, Leipzig 1938
  2. Cornelia Schmitz-Berning: Vokabular des Nationalsozialismus, 2. Aufl. Berlin 2007, ISBN 978-3-11-019549-1; S. 26.
  3. Cornelia Schmitz-Berning: Vokabular des Nationalsozialismus, 2. Aufl. Berlin 2007, ISBN 978-3-11-019549-1, S. 26.
  4. Cornelia Schmitz-Berning: Vokabular des Nationalsozialismus, 2. Aufl. Berlin 2007, ISBN 978-3-11-019549-1, S. 24.
  5. Brian L. Davis und Ian Westwell: Deutsche Uniformen und Abzeichen 1933–1945, S. 113, Motorbuch Verlag Stuttgart 2006
  6. Clemens Vollnhals (Hrsg.): Entnazifizierung. Politische Säuberung und Rehabilitierung in den vier Besatzungszonen 1945-1949. München 1991, ISBN 3-423-02962-5; zum Beispiel S. 102 und S. 105
  7. Clemens Vollnhals (Hrsg.): Entnazifizierung... München 1991, ISBN 3-423-02962-5, S. 107-118; hier S. 111.