Josef Bürckel

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Josef Bürckel (oben, rechts neben Kreisleiter Anton Plankensteiner
Josef Bürckel (oben, rechts neben Kreisleiter Anton Plankensteiner

Josef Bürckel (* 30. März 1895 in Lingenfeld (Pfalz); † 28. September 1944 in Neustadt an der Weinstraße) war einer der wichtigeren nationalsozialistischen Gauleiter.


Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Herkunft

Bürckel war Sohn eines Handwerkers. Er war katholisch. Von 1909 bis 1914 besuchte er die Lehrerbildungsanstalt in Speyer. Von 1914 bis 1918 nahm er als Freiwilliger am Ersten Weltkrieg teil. 1920 bestand er die Staatsprüfung für das Lehramt und war anschließend als Lehrer tätig.

[Bearbeiten] Politische Biographie

Bürckel schloß sich 1921 einer nationalsozialistischen Gruppe an. 1923 beteiligte er sich an Aktionen gegen die separatistische Bewegung in der Pfalz. 1925 trat er nach der Neuorganisation und der Wiedergründung der NSDAP bei. 1926 wählten ihn die Kreisleiter des Gaues Rhein-Pfalz zum Gauleiter. Bereits zwei Jahre vor dem Wiederanschluß des Saargebiets an das Deutsche Reich ernannte Hitler Bürckel zum kommissarischen Leiter des Gaues Saarland. 1935 wurde der Gau Saarland mit dem Gau Rhein-Pfalz zum Gau Saarpfalz zusammengeschlossen, der 1942 um Lothringen zum Gau Westmark erweitert wurde. Sitz der Gauleitung war zunächst Neustadt an der Weinstraße, ab 1940 Saarbrücken. Bürckel war Gauleiter bis zu seinem Tod 1944.

Daneben war Bürckel seit 1936 SA-Obergruppenführer und ab 1937 SS-Gruppenführer. Sei 1930 war er Mitglied des Reichstags, seit 1934 Saarbevollmächtigter der Reichsregierung und 1935 Reichskommissar für die Rückgliederung des Saarlands, anschließend ab 1936 Reichskommissar für das Saarland, d. h. Regierungschef im Saargebiet.

1938 erhielt Bürckel den Auftrag, die seit 1934 in Österreich verbotene NSDAP zu reorganisieren und das Plebiszit zum Anschluß an das Deutsche Reich vorzubereiten. Nach der Abstimmung wurde er "Reichskommissar für die Wiedervereinigung Österreichs mit dem Reich", und ab 1939 war er Reichsstatthalter in Österreich (Ostmark). 1939 wurde er zum Reichsverteidigungskommissar (RVK) im Wehrkreis XVII ernannt und war ab 1940 Chef der Zivilverwaltung in Lothringen, ab 1941 dann Reichsstatthalter in der Westmark. In Lothringen organisierte er die Deportation der nach 1918 zugezogenen französischen Familien und der alteingesessenen "Franzosenfreunde" nach Innerfrankreich. Am 22. Oktober 1940 befahl er dort im Rahmen der sogenannten Wagner-Bürckel-Aktion die Abschiebung aller Juden in Konzentrationslager im unbesetzten Vichy-Frankreich, z. B. nach Gurs.

[Bearbeiten] Todesumstände

Bürckel starb am 28. September 1944 unter ungeklärten Umständen wahrscheinlich durch Selbstmord.

[Bearbeiten] Anmerkungen


[Bearbeiten] Literatur

  • Peter Hüttenberger: Die Gauleiter. Studie zum Wandel des Machtgefüges in der NSDAP, Stuttgart 1969
  • Dieter Muskalla: NS-Politik an der Saar unter Josef Bürckel. Gleichschaltung, Neuordnung, Verwaltung, Saarbrücken: Saarbrücker Dr. und Verl., 1995 ISBN 3-925036-94-6

[Bearbeiten] Weblinks


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