Goldenes Parteiabzeichen der NSDAP

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Das Goldene Parteiabzeichen der NSDAP war die dritthöchste Parteiauszeichnung der NSDAP während der Zeit des Nationalsozialismus, nach dem „Deutschen Orden“ und dem „Blutorden“. Es wurde an alle Parteimitglieder verliehen, die eine NSDAP-Mitgliedsnummer bis 100.000 hatten.[1] Ebenso war eine Verleihung des Goldenen Parteiabzeichens ehrenhalber möglich. Die mit der Auszeichnung Beliehenen wurden damit Mitglied in der Partei. Dies galt auch für aktive Militärpersonen, die nach den geltenden Wehrgesetzen nicht Mitglied einer Partei sein durften.

Beschreibung[Bearbeiten]

Goldenes Parteiabzeichen der NSDAP (kleine Ausführung)
Generaloberst Eduard Dietl mit dem Goldenen Parteiabzeichen der NSDAP (linke Brust)

Das von Adolf Hitler am 9. November 1933 gestiftete Goldene Parteiabzeichen wurde sowohl in einer großen (30 mm) als auch in einer kleinen Ausführung (24 mm) verliehen und bestand aus dem Parteiabzeichen der NSDAP, um das ein goldener Eichenkranz gelegt war. Der Unterschied zwischen beiden Ausführungen bestand lediglich darin, dass bei der „großen Ausführung“ der goldene Eichenkranz größer gestaltet war.

Die „große Ausführung“ wurde auf allen Dienstuniformen der NSDAP und deren Gliederungen sowie militärischen Uniformen bzw. bei Zivilpersonen bei öffentlichen Veranstaltungen am „Gesellschaftsanzug“ getragen. Die „kleine Ausführung“ war dann zu tragen, wenn die „große Ausführung“ als unpassend empfunden wurde oder es nicht die Möglichkeit gab, diese zu benutzen.

Für eine Verleihung gab es zwei Gründe:

  1. eine ununterbrochene Parteimitgliedschaft in der NSDAP seit 1925 und damit eine Mitgliedsnummer unter 100.000 oder
  2. eine Verleihung aufgrund „'besonderer' Verdienste“.

Bei einer Verleihung an Personen mit einer niedrigen Parteinummer (sogenannte „Alte Kämpfer“) war diese auf der Rückseite des Abzeichens eingraviert. Wenn der Träger das goldene Parteiabzeichen ehrenhalber erhalten hatte, waren „A. H.“ für Adolf Hitler und das Verleihungsdatum auf der Rückseite eingelassen.

Extrem selten waren Varianten des Goldenen Parteiabzeichens der NSDAP für Ausländer.

Ferner war offensichtlich von Adolf Hitler geplant worden, das Goldene Parteiabzeichen um eine Variante auf einem Runenstern und um eine 2. Stufe als „Silbernes Ehrenzeichen“ zu erweitern. Es wurden zwar Musterstücke entworfen, aber zu einer Verleihung dieser Varianten kam es nicht.[2]

Das Goldene Parteiabzeichen bildet das Medaillon des 1942 geschaffenen „Deutschen Ordens“, der vermutlich in verschiedenen Stufen verliehen wurde.

Anmerkungen[Bearbeiten]

Die zentrale Vergabe der einmaligen NSDAP-Mitgliedsnummern war auf Grund einer Führerverordnung vom 29. März 1935 Aufgabe des Aufnahmeamtes. Dies unterstand dem Reichsschatzmeister der NSDAP.[3]

Hitlers eigenes Parteiabzeichen war eine Sonderanfertigung; auf der Rückseite des Abzeichens ist „Nummer 1“ eingraviert. Hitler gab sein Abzeichen am 27. April 1945, drei Tage vor seinem Selbstmord, Magda Goebbels – der Ehefrau von Joseph Goebbels.[4] Es besteht jedoch kein Anlass anzunehmen, dass Hitler über lediglich ein Exemplar seines Parteiabzeichens verfügte.

1996 teilte der russische Geheimdienst FSB mit, im Besitz des goldenen Parteiabzeichens Adolf Hitlers zu sein. Als anlässlich einer Ausstellung zum 60. Jahrestag der bedingungslosen Kapitulation vom 8. Mai 1945 das Abzeichen erstmals ausgestellt werden sollte, wurde es am 30. Juni 2005 bei einem Einbruch entwendet.[5]

Sonstiges[Bearbeiten]

Das Goldene Parteiabzeichen der NSDAP gehört zu den nationalsozialistischen Auszeichnungen, deren Führung in Deutschland nach dem Ordensgesetz vom 26. Juli 1957 in keiner Form zulässig ist.

In manchen Nachschlagewerken wird das Abzeichen als "Goldenes Ehrenzeichen der NSDAP" geführt.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Christian Zentner, Friedemann Bedürftig: Das große Lexikon des Dritten Reiches. Südwest, 1985, S. 221
  2. Jörg Nimmergut, Klaus H. Feder, Heiko von der Heyde: Deutsche Orden und Ehrenzeichen. 6. Auflage. 2006, S. 70f.
  3. http://www.bundesarchiv.de/oeffentlichkeitsarbeit/bilder_dokumente/00757/index-10.html.de
  4. Ian Kershaw, "Hitler", Band 2, S. 1063; Stuttgart 2000. ISBN 3-421-05132-1
  5. SPIEGEL Online http://www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,385807,00.html