Amarula

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Amarula auf Eis

Amarula ist ein Wildfrucht-Cream-Likör mit 17% vol. aus Südafrika, hergestellt aus den Früchten des Marula-Baums (Sclerocarya birrea) aus der Familie der Sumachgewächse.

Hintergrund[Bearbeiten]

Der Marula-Baum, auch Elefantenbaum genannt, ist in der Kultur, der Romantik und den Legenden Afrikas verwurzelt. Er wächst nur im subäquatorialen Afrika - auch im Wildschutzgebiet Krüger-Nationalpark, in Botswana, Swasiland, Namibia und Zimbabwe - und ist nirgends sonst zu finden.

Die Marula-Bäume, die laubreich, trotzdem aber dürrebeständig sind, erreichen Höhen von 9-18 m und tragen jährlich 500 kg und mehr Früchte. Normalerweise erscheinen die männlichen und weiblichen Blüten im Frühling an verschiedenen Bäumen, gelegentlich können sie jedoch auch am gleichen Baum auftreten. Die männlichen Blüten produzieren Pollen, während die weiblichen Bäume im Hochsommer letztlich die gelben Marula-Früchte tragen.

Die zunächst olivgrünen, erntereif dann goldgelben Früchte des weiblichen Marula-Baums werden im Februar, dem südafrikanischen Hochsommer, geerntet. Die Frucht hat eine längliche Form und die Größe einer mittelgroßen Pflaume. Die reife Frucht hat eine lederne Schale, die weißes, faseriges Fleisch und einen großen Stein umschließt. Die Marula-Frucht ist reich an Vitamin C, Kalium, Kalzium und Magnesium. Der Stein enthält zwei oder drei Kerne, die reichhaltig an Öl und Protein sind.[1]

Herstellung[Bearbeiten]

Nachdem sie unter der afrikanischen Sonne herangereift ist, also im afrikanischen Hochsommer, wird die Frucht geerntet. Die reife Sommerfrucht, die auf den Boden gefallen ist, wird von den Einwohnern gesammelt und zu mehreren Sammelpunkten gebracht. Die Erntearbeiter werden nach Kilogramm bezahlt und die Einnahmen, die sie durch die Ernte erzielen, sind für ihre Familien eine wertvolle Einkommensquelle.

Bei den geernteten Früchten werden die Kerne entfernt, das Fleisch aus der Schale herausgepresst und anschließend vergoren. Nach dem Gärungsprozess wird der frische Marula-Wein doppelt destilliert und das Destillat anschließend zwei Jahre in kleinen Eichenfässern gelagert. Schließlich wird frische Sahne hinzugefügt und der fertige Likör in Flaschen abgefüllt. Der Amarula Cream-Likör ist bekannt als der "Spirit of Africa“ und in mehr als 100 Ländern weltweit erhältlich.

Elefantenforschung und Arterhaltung[Bearbeiten]

Ein Bild, das viele mit dem Marula-Baum verbinden, ist eine Szene aus dem Filmklassiker Die lustige Welt der Tiere von 1974. Sie zeigt, wie Elefanten genüsslich die reifen Marula-Früchte verspeisen und sich daraufhin verhalten wie im Rausch. Biologen bezweifeln allerdings, dass Elefanten durch den Genuss der gärenden Marula-Früchte betrunken werden können, da der Alkoholgehalt der Früchte eher gering ist (ca. 3-7%).[2] Die beobachteten Rauschzustände der Tiere beruhen nach den Erkenntnissen der Wissenschaftler viel eher auf den giftigen, in der Baumrinde lebenden Käferpuppen, die die Tiere mit verzehren.

Die Verbundenheit mit den Dickhäutern zeigt Amarula nicht nur mit dem Motiv auf dem Flaschenetikett, die Marke unterstützt auch langfristig die Elefantenforschung, um die Elefanten zu schützen und die Population zu erhalten. Daher wurde 2002 das „Amarula Elephant Research Programme“ (AERP) unter der Leitung von Professor Rob Slotow von der KwaZulu-Natal University in Durban/Südafrika ins Leben gerufen.[3] Dieses erforscht in erster Linie die Lebensweise, den Bewegungsradius und das Verhalten der afrikanischen Dickhäuter mit dem Ziel, den Lebensraum der Elefanten zu schützen und ihre Zukunft in freier Wildbahn zu sichern.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

2012 wurde Amarula im Rahmen der New York International Spirits Competition als Likör des Jahres zweifach mit Gold ausgezeichnet.[4]

Vertrieb[Bearbeiten]

Hersteller des Likörs ist die Amarula Distillers Corporation aus Stellenbosch in Südafrika; deutscher Importeur ist die Semper idem Underberg GmbH in Rheinberg, die Amarula neben vieler weiterer Markenspirituosen mit der Diversa Spezialitäten GmbH in ganz Deutschland vertreibt.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Dr.Oldhaver Ethnoeubioticals. Abgerufen am 24. September 2013.
  2. Nicholas Bakalar für National Geographic News am 19. Dezember 2005: Elephants Drunk in the Wild? Scientists Put the Myth to Rest. Abgerufen am 24.September 2013.
  3. Amarula Elephant Research Programme. Abgerufen am 24.September 2013.
  4. New York International Spirits Competition. Abgerufen am 24.September 2013.