Amir Kabir

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Amir Kabir

Amir Kabir (persisch ‏امیرکبیر‎), ebenfalls bekannt als Mirza Taghi Khan (persisch ‏میرزا تقی‌خان‎‎; * 9. Januar 1807 in Arak, Iran; † 1852 in Kaschan) war Ministerpräsident während der Regentschaft des Kadscharen-Königs Nāser ad-Dīn Schāh und ein Reformer des Iran. Er trug zur Modernisierung des Landes in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts bei.

Leben[Bearbeiten]

Amir Kabir wurde 1807 als Sohn des Kochs des damaligen Ministerpräsidenten Qa'em Maqam in der Nähe von Arak geboren. Seine Karriere begann er als Schreiber der Administration, in deren Hierarchie er schnell aufstieg. Im Jahre 1829 begleitete er als Juniormitglied eine diplomatische Mission nach St. Petersburg, wo er die Reformbedürftigkeit seines Landes erkannte. Auf einer weiteren Mission ins Osmanische Reich verfolgte er die Modernisierungsbestrebungen des Nachbarlandes. Nach seiner Rückkehr berief ihn Mohammed Schah 1847 an den Hof des damaligen Kronprinzen Nāser ad-Dīn Schāh nach Aserbaidschan. Als Mohammad Schah 1848 starb, wurde Amir Kabir zum Ministerpräsidenten des neuen Königs Nāser ad-Dīn Schāh ernannt.

Amir Kabir übernahm sein Amt, als der Iran wirtschaftlich, politisch und auch sozial geschwächt war. Er leitete eine Reihe von langwierigen Veränderungen im gesellschaftlichen Leben ein. Dazu gehörten die Gründung neuer Ministerien, die Reorganisation des Finanzsystems, des Steuersystems sowie des Gesundheitswesens. Unter Amir Kabir wurde die erste Zeitung des Landes, Vaqāye‘-e Etefāqiyye (وقایع اتفاقیه), sowie die erste moderne Universität des Landes in Teheran, die Dāro'l-Fonūn (arab. „Stätte der Techniken/Künste“) gegründet. Außerdem bemühte er sich, das Studium in Europa zu fördern.

Diese zahlreichen Reformen, die vor allem die ärmeren Schichten förderten, stießen jedoch auf Widerstand der Privilegierten. Im Umfeld seiner Schwiegermutter, der Mutter von Nāser ad-Dīn Schāh, wurde ein Komplott gegen ihn geschmiedet. Dem König wurde eingeredet, Amir Kabir wolle ihm den Thron streitig machen, sodass er 1851 seines Amtes enthoben und in den Fīn-Garten nach Kaschan verbannt wurde, wo er ein Jahr darauf ermordet wurde.

Verfilmungen[Bearbeiten]

Amir Kabirs Leben wurde von Dariusch Ardschmand in dem Film Nasereddin Shah, Actor-e Cinema porträtiert. Weiterhin wurde sein Leben von Saeed Nikpour in der Fernsehserie Amir Kabir nachgezeichnet.

Literatur (Auswahl)[Bearbeiten]

  • Fereydun Adamiyat: Amir Kabir and Iran. Kharazmi Publishing, Teheran 1975/1354.
  • Abbas Amanat: The Downfall of Mizra Taqi Khan Amir Kabir and the Problem of Ministerial Authority in Qajar Iran. In: International Journal of Middle East Studies 23/4 1991, S. 577–599 ISSN 0020-7438.

Weblinks[Bearbeiten]