Mohammed Schah

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Mohammed Schah

Mohammed Schah (persisch ‏محمد شاه قاجار‎, DMG Moḥammad Šāh Qāǧār), auch Mehmed Mirza Schah, (* 1810; † 1848) war von 1834 bis 1848 Schah von Persien.

Der Sohn von Abbas Mirza stammte aus der Dynastie der Kadscharen. 1834 bestieg Mohammed Schah den Thron. Seine Regierungszeit begann voller Hoffnungen, da er einen engen Berater seines Vaters Abbas Mirza Mirza Abol Qasem Qaem Maqam übernommen hatte. Dies ging wohl auf ein Versprechen zurück, das er seinem Vater gegeben hatte. Qaem hatte Abbas Mirza bei seinen Reformbemühungen in Aserbaidschan unterstützt, und wollte nun als Premierminister die Modernisierung der Verwaltung und die Industrialisierung Persiens mit Hilfe europäischer Berater in Angriff nehmen. Mohammed Schah hatte die Diskussionen mit seinem Premierminister, der ihm des Öfteren zu widersprechen wagte, aber rasch leid. Nach einem Jahr ließ er ihn eingerollt in einen Teppich ersticken. Offensichtlich wollte er vermeiden, dass er das Blut seines Premierministers vergoss, da er seinem Vater ebenfalls zugesagt hatte, niemals das Blut seiner Minister zu vergießen. An seiner Stelle ernannte er seinen früheren Lehrer, einen Geistlichen und Mystiker aus Eriwan, zum Premierminister, der das Land für 13 Jahre mehr schlecht als recht verwaltete.[1]

Während seiner Regierungszeit verbreitete sich der Babismus in Persien. Sein Begründer, der Perser Sayyid Ali Muhammad, erhob 1844 den Anspruch, der von den Schiiten erwartete zwölfte Imam oder Mahdi zu sein. Die Bewegung des Ali Muhammad, genannt Der Bab (das „Tor“), fand im ganzen Land eine rasche Verbreitung, stieß aber auch auf entschiedenen Widerstand der schiitischen Orthodoxie und der staatlichen Gewalt. Schon 1846 wurde der Bab gefangen genommen.

Mohammed Schah war mit 15 Frauen verheiratet, die ihm 11 Söhne und 9 Töchter gebaren.[2] 1848 starb er mit 38 Jahren an der Gicht. Im selben Jahr wurde sein ältester Sohn Nāser ad-Dīn Schah der neue Schah von Persien.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Cyrus Ghani: Iran and the Rise of Reza Shah. I.B.Tauris, 2000. S.3.
  2. http://www.qajarpages.org/mohammadshahchildren.html