Ancistrini

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Ancistrini
Ancistrus dolichopterus

Ancistrus dolichopterus

Systematik
Otophysa
Ordnung: Welsartige (Siluriformes)
Unterordnung: Loricaroidei
Familie: Harnischwelse (Loricariidae)
Unterfamilie: Hypostominae
Tribus: Ancistrini
Wissenschaftlicher Name
Ancistrini
Kner, 1853

Die Ancistrini sind eine Tribus der südamerikanischen Harnischwelse (Loricariidae). Sie galten zuerst als eigenständige Unterfamilie (Ancistrinae) und wurden erst 2004 von Jonathan Armbruster als Tribus der Unterfamilie Hypostominae zugeordnet. Sie kommen im gesamten nördlichen und mittleren Südamerika vor, mit dem Verbreitungsschwerpunkt im Orinoco- und Amazonasbecken.

Merkmale[Bearbeiten]

Die Arten der Ancistrini besitzen eine typische Harnischwelsgestalt mit einem abgeflachten Körper und einem flachen, mit einem unterständigen Saugmaul versehenen Kopf. Charakteristisch sind die oft hakenförmigen Stacheln auf den Kiemendeckeln, nach denen sie auch benannt wurden (gr.: „ankistron“ = Widerhaken). Diese sogenannten Interopercular-Odontoden dienen der Verteidigung und können bei Gefahr weit abgespreizt werden. Die Form, Anzahl und Ausprägung der Interopercular-Odontoden sind ein wichtiges Bestimmungsmerkmal. Sie fehlen lediglich bei einigen Pseudancistrus und Spectracanthicus-Arten. Die Körperlängen der Ancistrini reichen von etwa 6 Zentimeter bis zu 60 bis 100 Zentimeter. Weitere Merkmale sind der senkrecht orientierte Vorkiemendeckel (Praeoperculum), der Kontakt des paarigen Stirnbeins mit den knöchernen Augenhöhlen (Orbita) und die sichel- oder balkenförmigen Kiemendeckel (nicht bei Spectracanthicus).

Lebensweise[Bearbeiten]

Die Ancistrini kommen sowohl in kühlen Bergbächen als auch in sauerstoffarmen, stehenden Gewässern der Ebenen vor. Sie ernähren sich vor allem von Aufwuchs, einige Arten sind Allesfresser und die Gattungen Panaque und Panaqolus raspeln das weiche Holz von länger versunkenen Baumstämmen ab. Die Ancistrini laichen in Höhlen, die größere Arten in die Uferböschungen graben. Kleinere Arten nutzen Astlöcher in versunkenen Baumstämmen oder Lücken zwischen Steinen. Die Männchen betreiben Brutpflege und bewachen und putzen den Laich.

Äußere Systematik[Bearbeiten]

Die Ancistrini stehen in der Kronengruppe der Hypostominae und sind die Schwestergruppe der Pterygoplichthini. Die systematische Stellung verdeutlicht folgendes Kladogramm[1]:

Hypostominae 




 Ancistrini


     

 Pterygoplichthini



     

 Hypostomini



     

 Rhinelepini



     

 Corymbophanini



Innere Systematik[Bearbeiten]

Die Ancistrini umfassen gegenwärtig etwa 25 Gattungen:

Quellen[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. R. E. Reis, E. H. L. Pereira & J. W. Armbruster: Delturinae, a new loricariid catfish subfamily (Teleostei, Siluriformes), with revisions of Delturus and Hemipsilichthys. In: Zoological Journal of the Linnean Society. Volume 147, Heft 2, S. 277–299, Juni 2006 doi:10.1111/j.1096-3642.2006.00229.x
  2. Lujan, N. K., Armbruster, J. W. & Rengifo, B. (2011): A New Basal Ancistrini Genus and Species from the Andes of Northern Peru (Siluriformes: Loricariidae). Copeia, 2011: S. 497–502. doi:10.1643/CI-10-201

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Ancistrini – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien