Anton Aškerc

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Anton Aškerc
Gedenktafael an Anton Aškerc in Ljubljana.

Anton Aškerc (* 9. Januar 1856 in Rimske Toplice; † 10. Juni 1912 in Ljubljana) war ein slowenischer Dichter und katholischer Priester.

Leben und Wirken[Bearbeiten]

Aškerc wurde in der Nähe des Ortes Rimske Toplice in der slowenischen Steiermark, das damals Teil des österreichischen Kaiserreiches war, geboren, wobei sein genauer Geburtsort nicht bekannt ist[Anm. 1], da die Familie damals am Umziehen war. Nach seiner Schulzeit in Celje besuchte er das katholische Seminar in Maribor und wurde im Jahre 1880 Priester. Im selben Jahre veröffentlichte er sein erstes Gedicht mit dem Titel Trije popotniki ("Die drei Reisenden") im Literaturmagazin Ljubljanski zvon. Seit 1881 veröffentlichte er unter dem Pseudonym Gorázd, seine erste Gedichtsammlung Balade in romance ("Balladen und Romanzen") jedoch 1890 wiederum unter seinem wirklichen Namen. Sie wurde von den Lesern und Kritikern wohlwollend aufgenommen, von politischen Aktivisten wie etwa dem Bischof Anton Mahnič, dem Aškerc's nationalen, freidenkerischen und progressiven sozialen Ideale missfielen, kritisiert. Schon früh schied er aus dem Priesteramt aus und arbeitete bis zu seinem Tod im Stadtarchiv von Ljubljana.

Am 7. Juni 1912 erlitt Stadtarchivar Anton Aškerc einen Schlaganfall und wurde in das Landesspital Laibach eingeliefert, wo er in den frühen Morgenstunden des 10. Juni 1912 verstarb.[1] Als Ehrenmitglied des Unterstützungsvereins für slovenische Schriftsteller wurde der Verstorbene am 12. Juni 1912 in der Gruft des Vereins (Friedhof zu St. Christoph, Laibach)[2] zur letzten Ruhe bestattet.[3]

Eine der Hauptstraßen Ljubljanas und viele Plätze in Slowenien sind nach Anton Aškerc benannt.

Werke (Auswahl)[Bearbeiten]

  • —, Richard Batka: Die letzte Wacht. Dramatische Szene. Nach der gleichnamigen Ballade von Anton Aškerc, von Richard Batka. Dürerbund für Österreich, Prag 1905. – Volltext online.
  • Kapitulacija ljubljanske trdnjave pred Francozi l. 1809. (französisch, deutsch, slowenisch). S. n., Ljubljana 1911. – Volltext online.

Literatur[Bearbeiten]

  • Aškerc Anton. In: Österreichisches Biographisches Lexikon 1815–1950 (ÖBL). Band 1. Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Wien 1957, S. 33.
  • Ivan Prijatelj: Književnost mladoslovencev. Knjižnica Kondor, Band 54. Mladinska knjiga, Ljubljana 1962, ZDB-ID 1165883-6.
  • Marja Boršnik: Anton Aškerc. Znameniti Slovenci. Partizanska Knjiga, V Ljubljani 1981, OBV.
  • France Bernik: Cankarjevo vrednotenje Aškerca. In: Študije o slovenski poeziji. Državna založba Slovenije, Ljubljana 1993, ISBN 86-341-0821-X.
  • Igor Grdina: Slovenci med tradicijo in perspektivo. Politični mozaik 1860-1918. Knjižna zbirka Claritas, Band 32. Študentska založba, Ljubljana 2003, ISBN 961-6446-52-5.
  • Kajetan Kovič: Sled sence zarje. Slovenska matica, Ljubljana 2006, ISBN 961-2131-50-3.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Anton Aškerc – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikisource: Anton Aškerc – Quellen und Volltexte (slowenisch)

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Anton Aškerc †. In: Laibacher Zeitung, Nr. 130/1912, 10. Juni 1912, S. 1266, Mitte links.
  2. Anton Aškerc’ Leichenbegängnis. In: Laibacher Zeitung, Nr. 133/1912, 13. Juni 1912, S. 1290, Mitte.
  3. Anton Aškerc †. In: Laibacher Zeitung, Nr. 131/1912, 11. Juni 1912, S. 1273, Mitte rechts.

Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. In der Sterbemeldung wird als Geburtsort Globoko in Südsteiermark angegeben. – Siehe: Anton Aškerc †. In: Laibacher Zeitung, Nr. 130/1912, 10. Juni 1912, S. 1266, Mitte links.