Aoraki

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Aoraki / Mount Cook
Aoraki/Mount Cook vom Hooker Valley

Aoraki/Mount Cook vom Hooker Valley

Höhe 3724 m
Lage Mackenzie-Distrikt, Canterbury, Südinsel, Neuseeland
Gebirge Neuseeländische Alpen
Dominanz 3139 km → Mount Adam (Antarktika)
Schartenhöhe 3724 mfd2
Koordinaten 43° 35′ 42″ S, 170° 8′ 30″ O-43.59494170.141663724Koordinaten: 43° 35′ 42″ S, 170° 8′ 30″ O
Aoraki (Neuseeland)
Aoraki
Erstbesteigung 1894 durch Tom Fyfe, George Graham, Jack Clarke
Besonderheiten Höchster Berg Neuseelands
pd3
pd5

Der Aoraki oder Mount Cook ist der höchste Berg Neuseelands (3724 m). Er befindet sich in den Neuseeländischen Alpen auf der Südinsel im Mackenzie-Distrikt der Region Canterbury.

Mount Cook ist das Zentrum des Mount-Cook-Nationalparks, der 1953 eingerichtet wurde und 707 km² mit über 140 Bergen über 2000 m umfasst. 40 Prozent des Parks sind vergletschert. Der bekannteste Gletscher ist der Tasman-Gletscher (27 km) an den Hängen des Mount Cook.

Geschichte[Bearbeiten]

Blick auf Mt. Cook aus Süd-Ost

Der Berg ist nach dem britischen Entdecker James Cook benannt. Er bekam seinen Namen, als die Gegend 1851 von Captain Stokes kartographiert wurde. Er benannte den Berg nach James Cook, da dieser 1769 als Erster die neuseeländischen Inseln umfahren und sie für Großbritannien eingenommen hatte. Der Name Aoraki entstammt dagegen dem Ngai-Tahu-Dialekt der Māori-Sprache. In Māori-Hochsprache lautet der Name des Berges Aorangi (zu deutsch: „Durchbohrer der Wolken“). Im Sprachenstreit, der bei der Benennung vieler neuseeländischer Orte eine Rolle spielt, hat man sich auf den Kompromiss geeinigt, den Berg offiziell „Aoraki/Mount Cook“ zu nennen.

Mount Cook verlor am frühen Morgen des 14. Dezember 1991 zehn Meter an Höhe, als Eis- und Geröllmassen in einem Erdrutsch von seinem Gipfel zu Tal rutschten. Dabei sind 12 bis 14 Millionen Kubikmeter Material über das Eisfeld der Ostseite des Berges ins Tal gerutscht und erst im Eisfeld des Tasman-Gletschers zum Stillstand gekommen. Die Gerölllawine hat sich mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 200 km/h über eine Strecke von 7,5 Kilometer talwärts bewegt. Die Lawine hat weder Sach- noch Personenschaden angerichtet, obwohl eine Gruppe Bergsteiger sich zu dem Zeitpunkt weniger als 300 Meter von der Unglücksstelle entfernt auf den Aufstieg vorbereiteten.[1] Die Gerölllawine hat zudem ein Erdbeben der Stärke 3,9 auf der Richterskala verursacht.[2]

Durch eine neue Vermessung mittels GPS im November 2013 wurde festgestellt, dass die Höhe des Aoraki nicht wie bisher angenommen 3754 Meter, sondern nur 3724 Meter beträgt.[3][4]

Erstbesteigung[Bearbeiten]

1882 gab es den ersten Versuch einer Besteigung durch zwei Schweizer, der allerdings missglückte. 1894 schafften es dann die drei neuseeländischen Bergsteiger Tom Fyfe, George Graham, Jack Clarke bis auf den Gipfel. Der Schweizer Matthias Zurbriggen schaffte es ein Jahr später, den Berg alleine zu besteigen. 1948 bestieg auch der spätere neuseeländische Nationalheld Edmund Hillary den Mt. Cook.

Wichtige Aufstiegsrouten[Bearbeiten]

Der Mount Cook ist bereits auf weit über zwanzig Routen von allen Seiten bestiegen worden, die wichtigsten Anstiege heute sind:

  • Linda Glacier: Die (leichteste) „Standardroute“ führt vom Tasman Glacier (Plateau Hut, Selbstversorgerhütte zehn Stunden von Mt. Cook Village, oder per Flugzeug) über den Linda Glacier auf das Linda Shelfs und über die Summit Rocks zum Gipfel (mindestens drei Tage). Abhängig vom Wetter sollte man für diese Route mindestens sieben bis zehn Tage einplanen. Schwierigkeit: AD (Französische Skala), Fels bis III (UIAA), Firn bis 45°. Beste Zeit (Wetter): Später Sommer (Januar/Februar)
  • Zurbriggen Ridge: Anstatt des Aufstiegs über den Linda Glacier direkt (50–55° Eis) zum Linda Shelf und ab da auf dem Normalweg weiter. Schwierigkeit: AD+. Beste Zeit: November bis Januar
  • East Ridge: Sehr langer Aufstieg über den Ostgrat, üblicherweise mit Biwak. 45–50° Eis, Abstieg über Linda Glacier. Schwierigkeit: D
Überflug des Mount Cook

Erster Paramotor-Überflug[Bearbeiten]

Der erste Paramotorflug über den Mount Cook fand am 16. Januar 2008 statt, als der Konstanzer Gerhard Mayr mit einem Motorgleitschirm den Berg überflog. Nach Anflug über den Fox-Gletscher erfolgte der Überflug über den Berg, komplett von West nach Ost, bei einer Flugstrecke über 64 Kilometern. Die Flugzeit betrug 2,02 Stunden bei einer Höchstgeschwindigkeit von 84 km/h. Als Ausrüstung wurde ein Paramotor, Gleitschirm, Gurtzeug, Rettungsfallschirm, Navigationsgerät, Datenlogger sowie Schutzbekleidung verwendet.[5]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Aoraki / Mount Cook – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Eintrag in der Encyclopedia of New Zealand
  2. Eintrag zur Lawine auf der offiziellen Homepage des Museum of New Zealand
  3. Otago-led study revises height of Aoraki/Mt Cook, Pressemitteilung der University of Otago vom 16. Januar 2014, abgerufen am 16. Januar 2014 (englisch)
  4. Mount Cook: Neuseelands höchster Berg 30 Meter geschrumpft. In: Spiegel Online vom 16. Januar 2014, abgerufen am 16. Januar 2014.
  5. Reisetagebuch Überflug Mount Cook Pressespiegel Neuseeland 2008 Spiegel Artikel