Archaik

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Dieser Artikel beschreibt die Epoche in der Griechischen Geschichte. Die gleichnamige Periode in der Altamerikanistik findet sich unter Archaische Periode (Amerika).

Der Begriff der Archaik bezeichnet eine Epoche in der politischen und kulturellen Entwicklung Griechenlands. Die Archaik beginnt ca. 750 v. Chr. (in der Kunstgeschichte ca. 700 v. Chr.) und endet ca. 500 v. Chr. Sie folgte in der allgemeinen griechischen Geschichte somit auf die sog. Dunklen Jahrhunderte (ca. 1200–750 v. Chr.) bzw. in der Kunstgeschichte auf die Geometrische Zeit (ca. 900–700 v. Chr.) und ging der Klassik (ca. 500/480–336 v. Chr.) voraus.

Etymologie[Bearbeiten]

Das Adjektiv „archaisch“ (von altgr. ἀρχαῖος archaíos) bedeutet ‚altertümlich‘ oder ‚aus der Urgeschichte der Menschheit stammend‘. Der Periodisierungsterminus „Archaik“ (als Kunstepoche) stammt ursprünglich aus der Archäologie bzw. der Kunstgeschichte, wurde allerdings bereits früh auch als historische Epochenbezeichnung (vgl. Zeitalter) übernommen.

Allgemeiner Sprachgebrauch[Bearbeiten]

Im allgemeinen Sprachgebrauch wird der Ausdruck „archaisch“ ebenfalls im Sinne von ‚altertümlich‘ verwendet – heutzutage allerdings üblicherweise nicht (mehr) neutral-beschreibend, sondern in einer emotional überhöhten, mitunter auch primitiv-monumentalen Weise sowie als Sinnbild inhumaner Brutalität.
Beispiel: der Ausdruck „archaische Strafe“ als (negative) Bewertung einer als mindestens anachronistisch empfundenen Bestrafung, z. B. Auspeitschung.

Historische Entwicklungen[Bearbeiten]

Die Epoche der Archaik ist historisch gesehen eine Krisenzeit.[1] Das griechische Gemeinwesen war von zwei grundsätzlichen Problemen gezeichnet. Sie traten - wenn auch in unterschiedlich starker Ausprägung - in allen griechischen Staaten auf: Erstens war es die konkurrierende Mentalität der Adelshäuser und zweitens die Not der kleinen Bauern. Die Lösung dieser Probleme wurde forciert durch das allmähliche Entstehen des Gemeinschaftsgefühls als Griechen. Dieses Phänomen wird als Panhellenismus bezeichnet.

Zwei verschiedene Lösungsansätze wurden entwickelt: Entweder konnte sich im Wettstreit der Adelshäuser ein Adeliger mit Hilfe des Volkes nachhaltig durchsetzen und errichtete eine Tyrannis. Der Tyrann musste darauf bedacht sein, die Not der Bauern zu lindern, um seine Popularität zu erhalten und seine adeligen Konkurrenten an sich zu binden oder zu eliminieren. Oder es entwickelte sich ein Gemeinwesen mit verschriftlichtem Recht und institutionalisierter Herrschaft, das rudimentär demokratische Züge trug und als Polis bezeichnet wird. Die Entwicklungsprozesse lassen sich am Beispiel Spartas und Athens am besten verdeutlichen. In Sparta entwickelte sich ein militarisiertes Gemeinwesen, an dessen Spitze zwei Könige standen, die von Ephoren und einer Volksversammlung kontrolliert wurden. In Athen hingegen wurde der Ausgleichsprozess, den die Reformen Solons anstoßen sollten, zunächst durch die Tyrannis des Peisistratos unterbrochen. Nach dem Ende seiner Nachfolger traten die Konflikte wieder zu Tage; die Reformen des Kleisthenes mündeten in der Entstehung der attischen Demokratie. Mit dieser Lösung wird aus historischer Perspektive das Ende der archaischen und der Beginn der klassischen Epoche angesetzt.

Kulturelle Aspekte[Bearbeiten]

Der Begriff des „Archaischen“ trägt allerdings den Makel des „Primitiven“ an sich. Dieses Urteil ist undifferenziert und sachlich nicht immer gerechtfertigt. Das betrifft die bildende Kunst in ganz besonderem Maße. Die archaische Kore und der Kouros der frühen und mittleren Archaik mit der charakteristischen aufrechten Haltung und der Symmetrie sowohl im Gesicht mit dem sogenannten archaischen Lächeln unterscheiden sich deutlich von den spätarchaischen bzw. frühklassischen, die man gewöhnlich dem sogenannten strengen Stil zuordnet. Archaische Zeichen und Darstellungen sind in der Regel allgemeinverständlich und kulturübergreifend.

Die erste Hälfte der archaischen Zeit wird auch als orientalisierende Phase bezeichnet, denn im 7. Jahrhundert – teilweise auch schon vorher – werden in zunehmendem Maße Elemente aus dem Nahen Osten übernommen. Dies betrifft sowohl die Kunst als auch Bräuche und vermutlich sogar gesellschaftliche Aspekte.

Aus der archaischen Zeit sind viele Gesetze überliefert. Die Reformen Solons fallen z. B. in diese Zeit.

Weblinks[Bearbeiten]

  • Archaik - Übersicht zu Themen rund um die Archaik

Fußnoten[Bearbeiten]

  1. Hans-Joachim Gehrke: Kleine Geschichte der Antike, München 1999, S. 49.