Anachronismus
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Die Wörter Anachronismus und anachronistisch gehen auf griechische Wurzeln zurück und heißen wörtlich übersetzt gegen die Zeit. Damit sind Dinge oder Begriffe gemeint, die fälschlicherweise einer Epoche zugehörig dargestellt werden, in der sie nicht mehr oder noch nicht existieren, oder ihre Existenzberechtigung verloren haben. Verwendet werden diese Begriffe auch im Sinne von nicht mehr zeitgemäß.
[Bearbeiten] Beispiele
Die deutlichsten Anachronismen sind Gegenstände, die in einer fiktiven Darstellung in der falschen Zeit gelandet sind. So hat in einem Film, der im alten Rom spielt, ein Darsteller vergessen, seine Armbanduhr abzulegen. In mehreren Asterix-Bänden, die bekanntlich ausdrücklich 50 v. Chr. spielen, sieht man in Rom das Kolosseum stehen, das erst ab 70 n. Chr. erbaut wurde. In Novalis' Heinrich von Ofterdingen kommt eine Wanduhr vor, die es zur Zeit der Handlung noch nicht gab. In dem Film Gladiator sieht man am Himmel Kondensstreifen eines Düsenflugzeugs.
Weniger leicht erkennbar sind abstrakte oder geistige Zustände, die eine spätere Entwicklung vorwegnehmen. In Europa hat man erst in der Neuzeit mit der Null oder mit Prozenten gerechnet. Das Konzept der modernen Nationalität ist ebenfalls eine späte Entwicklung, daher ist es nicht unbedingt angebracht darüber zu diskutieren, ob Nikolaus Kopernikus deutscher oder polnischer Nationalität war.
Es gibt Gruppen, die im Rollenspiel den Anachronismus pflegen, indem sie Berufe, Sozialstrukturen, Kleidung und Waffen vergangener (und teilweise: fiktiver) Zeiten wiederbeleben wollen; so etwa die Society for Creative Anachronism.

