Aristaios

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Dieser Artikel behandelt den Aristaios der griechischen Mythologie, zum gleichnamigen Asteroiden siehe (2135) Aristaeus.
Geflügelter Aristaios mit Hacke und Honigkrug; Attisch-schwarzfigurige Olpe des Kerameikos-Malers, um 600. v. Chr.

Aristaios (griechisch Ἀρισταῖος, lateinisch Aristaeus) ist in der griechischen Mythologie der Sohn des Gottes Apollon und der Nymphe Kyrene. Er war ein ländlicher Gott der Imkerei, des Olivenanbaus, Schafzucht und Jagd. Daher kommen auch seine zwei Beinamen Agreus (Ἀγρεύς „Jäger“) und Nomios (Νόμιος „Hirte“). Zudem war er wie sein Vater in der Heilkunst und Prophetie bewandert.

Leben und Legenden[Bearbeiten]

Nach der Geburt brachte Hermes den Neugeborenen zu den Horen und zu Gaia, die ihm Ambrosia auf die Lippen träufelten, wodurch er unsterblich wurde, „als ein reiner Zeus und Apollon“ [1]. Von Nymphen lernte er die Honiggewinnung, Nutzung des Ölbaums und die Herstellung von Schafkäse.

Von seinem Geburtsort Kyrene ging Aristaios nach Theben, wo er Gatte der Autonoë wurde, der Tochter von Thebens König Kadmos. Ihre Söhne waren Aktaion, Charmos und Kallikarpos. Aktaion war wie seine Großmutter Kyrene ein leidenschaftlicher Jäger, und wurde von seinen eigenen Jagdhunden zerfleischt, nachdem er den Zorn der Jagdgöttin Artemis erregt hatte.

Nach dem Tode seines Sohnes Aktaion wurde er von den Bewohnern der Insel Keos auf die Insel geholt, die unter einer Dürreperiode litten. Er errichtete dort dem Zeus Ikmaios („Feuchtigkeit“) einen Altar und brachte diesem und dem die Sommerhitze verursachenden Stern Maira (Sirius) Opfer dar, worauf die Etesien aufkamen und die Sommerhitze milderten. Auf Keos lehrten ihn die Brisai-Nymphen die Imkerei und Herstellung von Olivenöl. Der keische Held Akontios stammte aus der Familie der Priester, die daraufhin alljährlich auf dem Gipfel der Insel Keos beim Aufgang des Sirius die von Aristaios eingeführten Opfer ausführten.

Später landete Aristaios in Sardinien und Sizilien, wo er den Menschen Kultur brachte, daher wird er auch Kulturbringer genannt. Danach fuhr Aristaios nach Thrakien, wo er sich in die Nymphe Eurydike verliebte, der Frau des Sängers Orpheus. Diese floh vor seinen Nachstellungen und trat dabei versehentlich auf eine Schlange, an deren Biss sie starb. Die Schwestern der Eurydike ließen darauf seine Bienen sterben. Von Proteus erfuhr er den Grund des Bienensterbens, worauf er vier Stiere und vier Färsen am Grabe Eurydikes opferte und diese auf Anraten seiner Mutter liegen ließ. Am neunten Tage waren die verwesenden Tiere voller Bienen. Diese Sage zeigt, dass die alten Griechen glaubten, dass Bienen aus verwesendem Rinderfleisch entstehen können (Bougonie).

Vom Ende des Aristaios ist überliefert, er sei irgendwann ohne Anlass verschwunden. Es heißt, er habe eine Höhle betreten und sei dann für immer verschwunden, damit die Leute glauben sollten, er sei in die Göttlichkeit entrückt.

Kult & Ikonographie[Bearbeiten]

Aristaios war ein Gott der Landbevölkerung und wurde besonders in Kyrene, Arkadien und auf den Inseln Keos verehrt, wohl auch in Böotien. Auf Sizilien huldigten ihm vor allem die Ölbauern. Öfters wird er als Apollon Aristaios angerufen, auf Keos als Zeus Aristaios Ikmios. Seine Beinamen Agreus und Nomios konnten auch dem Apollon beigelegt werden.

In archaischen Darstellungen wird er als geflügelter Jüngling mit Hacke, Öl-, bzw. Honigkrug oder einem Getreidesack dargestellt. Die Flügel dürften auf die Sage mit den etesischen Winden anspielen, da die Söhne des Windgottes Boreas ebenfalls geflügelt dargestellt werden. [2].

Quellen[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Pindar: Pythische Ode 9
  2. Brian F. Cook: Aristaios in: The Metropolitan Museum of Art, New Series, Vol. 21, No. 1 (1962), pp. 31-36

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Aristaios – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien