Sardinien

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Sardinien
Wappen der Region Sardinien Flagge der Region Sardinien
Basisdaten
Hauptstadt: Cagliari
Provinzen: 8
Fläche: 24.089,89 km² (3.)
Einwohner: 1.640.379 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 68,1 Einwohner/km²
Website: www.regione.sardegna.it
ISO 3166-2: IT-88
Präsident: Francesco Pigliaru
Karte
Sardinien Autonome Region Sizilien Kalabrien Kampanien Basilikata Molise Apulien Abruzzen Latium Marken Umbrien Toskana Ligurien Aostatal Piemont Lombardei Venetien Emilia-Romagna Trentino-Südtirol Friaul-Julisch Venetien San Marino Vatikanstadt Algerien Tunesien Malta Montenegro Bosnien und Herzegowina Kroatien Slowenien Ungarn Schweiz Österreich Schweiz Monaco Frankreich Frankreich FrankreichKarte
Über dieses Bild

Sardinien (sardisch Sardigna, italienisch Sardegna, katalanisch Sardenya) ist – nach Sizilien – die zweitgrößte Insel im Mittelmeer. Die Ägypter nannten sie Schardana, die Euboier „Ichnoussa“ und die Griechen „Sandalyon“, da ihre Form an einen Fußabdruck erinnert.

Die Insel bildet mit einigen vorgelagerten Inseln die gleichnamige autonome Region Italiens. Die Region Sardinien hat eine Fläche von 24.090 km² und 1.640.379 Einwohner (Stand 31. Dezember 2012). Ihre Hauptstadt ist Cagliari.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Der größte Teil der Bevölkerung Sardiniens spricht einen der Dialekte der sardischen Sprache, die zur Familie der romanischen Sprachen gehört. In der Praxis dominiert im öffentlichen Leben Sardiniens aber das Italienische.

Darüber hinaus wird in Alghero seit dem 14. Jahrhundert ein katalanischer Dialekt gesprochen, und entlang der Nordküste halten sich korsische Sprachinseln.

Der größte Teil der Bevölkerung von Sardinien gehört der römisch-katholischen Kirche an.

Geographie[Bearbeiten]

Lage[Bearbeiten]

Sardinien ist eine politisch zu Italien gehörende Insel im Mittelmeer. Sie liegt 202 km vom italienischen Festland entfernt (190 km von der Halbinsel Monte Argentario), dazwischen liegt das Tyrrhenische Meer. Von Tunesien im Süden ist Sardinien 184 km entfernt. Im Norden liegt in 12 km Entfernung die französische Insel Korsika, getrennt nur durch die Straße von Bonifacio (Bocche di Bonifacio). Im Westen liegt Menorca, die zu Spanien gehörende Baleareninsel, am nächsten (335 km).

Die Nord-Süd-Ausdehnung beträgt ca. 270 km, die Ost-West-Ausdehnung ca. 145 km.

Klima[Bearbeiten]

Das Klima ist im Wesentlichen mediterran, mit warmem Frühling und Herbst, heißem Sommer und mildem Winter. Die Insel leidet im Sommer unter Wasserarmut (Niederschlag: 500–600 mm/Jahr) und es ist vor allem im Winter oft stürmisch.


Klimatabelle Cagliari
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Max. Temperatur (°C) 13,1 13,8 16,1 18,8 22,9 27 30,1 29,9 26,8 22,4 17,8 14,4 Ø 21,1
Min. Temperatur (°C) 6,3 6,7 8,2 10,1 13,1 16,7 19,2 19,8 18 14,7 10,8 8,1 Ø 12,7
Niederschlag (mm) 49 43 38 30 30 11 3 12 28 76 76 62 Σ 458
Regentage (d) 8 7 7 5 4 1 0 1 3 6 9 9 Σ 60
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17,8
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14,4
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Verwaltungsgliederung[Bearbeiten]

Die neuen Provinzen Sardiniens.

Die autonome Region Sardinien war politisch lange in drei Provinzen unterteilt: Cagliari, Sassari und Nuoro. Im Jahr 1974 wurde die Provinz Oristano neu gebildet; seit 2005 gibt es vier weitere: Olbia-Tempio, Ogliastra, Carbonia-Iglesias und Medio Campidano.

Provinz Fläche (km²) Einwohnerzahl
(31. Dezember 2012)
Bevölkerungs-
dichte (Einw./km²)
Provinz Cagliari 4570 551.077 121
Provinz Carbonia-Iglesias 1495 127.958 86
Provinz Medio Campidano 1516 100.624 66
Provinz Nuoro 3934 158.314 40
Provinz Ogliastra 1854 57.321 31
Provinz Olbia-Tempio 3399 152.455 45
Provinz Oristano 3040 163.079 54
Provinz Sassari 4282 329.551 77

Gebiete[Bearbeiten]

Die Insel ist in Gebiete (Landschaften) eingeteilt, die sich durch Gebirge oder Ebenen ergeben.

Städte[Bearbeiten]

Stadt Einwohnerzahl
31. Dezember 2008
Cagliari 157.297
Sassari 130.306
Quartu Sant’Elena 71.254
Olbia 54.724
Alghero 43.831
Nuoro 36.458
Oristano 32.378
Carbonia 29.971
Selargius 29.073
Iglesias 27.656

Küsten[Bearbeiten]

Topographie Sardiniens

Einschließlich der kleinen, vorgelagerten Inseln erreicht Sardinien eine Küstenlänge von 1848,6 Kilometern. Einige Küstenabschnitte haben bekannte Namen.

Flüsse[Bearbeiten]

Die längsten Flüsse Sardiniens sind der bei Oristano an der Westküste mündende Tirso mit 150 km, der Coghinas mit 123 km, der an der südlichen Ostküste ins Meer mündende Flumendosa mit 122 km und der bei Bosa mündende sechs bis acht Kilometer schiffbare Temo.

Berge[Bearbeiten]

Die höchsten Berge sind mit 1834 Metern die Punta La Marmora und mit 1829 Metern der Bruncu Spina im zentral gelegenen Gebirge Gennargentu. Im Norden dominiert der 1359 Meter hohe Monte Limbara. Geologische Besonderheiten sind die Gold-, Silber und Eisenvorkommen, insbesondere im Südteil der Insel.

Inseln[Bearbeiten]

Der Hauptinsel Sardinien sind zahlreiche Inseln vorgelagert:

Fauna[Bearbeiten]

Sardinien gilt als Naturreservat, in dem Tausende seltener Tiere und Pflanzen unter Schutz gestellt sind.

Amphibien[Bearbeiten]

Im folgenden werden die bisher bekannten Amphibienarten aufgelistet.

Reptilien[Bearbeiten]

Im folgenden werden die bisher bekannten Reptilienarten aufgelistet.

Geschichte und Vorgeschichte[Bearbeiten]

Hauptartikel: Geschichte Sardiniens
Eisenbahn auf Sardinien: Italienische Staatsbahn FS (Normalspur) rot, Ferrovie della Sardegna (FdS, 95 cm) blau, lila und grün, stillgelegt gelb

Sardische Literatur[Bearbeiten]

Hauptartikel: Neue sardische Literatur

Wappen[Bearbeiten]

Beschreibung: In Silber wird ein durchgehendes rotes Kreuz von nach links gewandten Maurenköpfen mit silbernem Haarband bewinkelt. Die Flagge geht angeblich auf Peter I. von Aragon zurück, um an seinen Sieg in der Schlacht bei Alcoraz während der Reconquista zu erinnern.

Justiz[Bearbeiten]

Wirtschaft[Bearbeiten]

Im Vergleich mit dem BIP der EU, ausgedrückt in Kaufkraftstandards, erreicht Sardinien einen Index von 83.4 (EU-25:100) (2003).[2]

Die sardische Wirtschaft hat ihren Schwerpunkt im Tourismus sowie in der Erdölindustrie, Handel, Dienstleistungen und Informationstechnik. Bedeutung haben auch die berühmten Weine (Cannonau) und Schafskäse (Pecorino sardo) und die Gastronomie. Im Norden der Insel spielt traditionell die Korkproduktion eine wichtige Rolle.

Transport und Verkehr[Bearbeiten]

Airbus A319 der sardischen Fluggesellschaft Meridiana Fly

Neben den Eisenbahnen der Ferrovie dello Stato gibt es mehrere schmalspurige Regionalstrecken der Ferrovie della Sardegna sowie deren Tourismusprojekt unter ihrer volkstümlichen Bezeichnung Trenino Verde u. a. zwischen Bosa Marina – Macomer und Arbatax – Mandas. Die Elektrifizierung der Strecken der Ferrovie dello Stato wurde – abweichend von den elektrifizierten Strecken auf dem Festland und Sizilien mit Einphasenwechselstrom 25 kV/50 Hz – begonnen, allerdings nach kurzer Bauzeit wieder eingestellt. Der öffentliche Überlandverkehr besteht aber vor allem aus einem engmaschigen Netz an Überlandbusverbindungen, die von verschiedenen Gesellschaften bedient werden.

Neben den Verkehrsflughäfen von Cagliari, Olbia und Alghero gibt es auf Sardinien noch zivile Flugplätze bei Oristano (Fenosu) und Arbatax (Tortolì). Die beiden letztgenannten werden zur Saison von Regionalfluggesellschaften und Chartern angeflogen.

Wenige Kilometer nordwestlich des Flughafens Cagliari befindet sich der Militärflugplatz Decimomannu, den auch die NATO-Luftstreitkräfte nutzen, darunter auch die deutsche Luftwaffe (Taktisches Ausbildungskommando der Luftwaffe in Italien – TaktAusbKdoLwIT). In Salto di Quirra gibt es einen Startplatz für militärische Raketen und Raketen zur Erforschung der Hochatmosphäre.

Tourismus[Bearbeiten]

Im Jahr 2009 verzeichnete Sardinien 2.456.746 Ankünfte und knapp 12,3 Millionen Übernachtungen. Es standen 199.042 Schlafgelegenheiten in Beherbergungsbetrieben zur Verfügung.[3]

Historische Ziele[Bearbeiten]

Geographische Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Kulinarische Spezialitäten[Bearbeiten]

Speisen[Bearbeiten]

Pane Guttiau, sardisches Hirtenbrot
  • Pecorino, ein Schafskäse
  • Pane Carasau, ein dünnes getrocknetes Hirtenbrot, wird auch Carta di musica (Notenpapier) genannt. Dieses sardische Hirtenbrot wird aus Weizenmehl, Hefe und Salz hergestellt. Die dünnen Fladen werden schnell und sehr heiß zweifach gebacken. So bleibt das dünne Brot lange haltbar.
  • Pane Guttiau, eine Version des Pane Carasau mit Olivenöl
  • Porcheddu, Spanferkel gegrillt
  • Culurgionis, eine Nudelspezialität Sardiniens, vergleichbar mit Ravioli
  • Seadas/Sebadas, große in Olivenöl gebackene Käsetaschen mit Honig (Süßspeise)
  • Malloreddus, kleine sardische Gnocchi (Nudelsorte)
  • Bottarga, getrockneter Rogen vor allem der Meeräsche, verwendet mit Nudelgerichten (vorwiegend Spaghetti)
  • Casu Marzu, überreifer Schafkäse mit Fliegenmaden

Getränke[Bearbeiten]

Ichnusa, sardisches Bier

Literatur[Bearbeiten]

  • Giulio Angioni, Sardinien: eine Insel für jede Jahreszeit, München, Umschau, 1994.
  • Patricia Bourcillier, SardegnaMadre (version française), Flying Publisher, 2003, 268 pages, PDF, (ISBN 3-924774-38-2);
  • Jean Germain, Bibliographie sélective de linguistique française et romane, Boeck Université, éd Duculot, 1997 ISBN 2-8011-1160-0;
  • Martin Kremp: Die Araber im westlichen Mittelmeer: Sardinien, Korsika, Malta. Frankfurt am Main 2004.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Sardinien – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wiktionary: Sardinien – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
 Portal: Sardinien – Überblick über vorhandene Artikel, Möglichkeiten zur Mitarbeit
 Wikivoyage: Sardinien – Reiseführer
 Wikibooks: Wanderführer Sardinien – Lern- und Lehrmaterialien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistiche demografiche ISTAT. Monatliche Bevölkerungsstatistiken des Istituto Nazionale di Statistica, Stand 31. Dezember 2012.
  2. Eurostat News Release 63/2006: Regional GDP per inhabitant in the EU 25 (PDF)
  3. Sardinien - Interessante Zahlen und Fakten Abgerufen am 16. Januar 2014.

40.0277777777789.0694444444444Koordinaten: 40° 2′ N, 9° 4′ O