Armstrong Whitworth Albemarle

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Armstrong Whitworth Albemarle
Albemarle Mk. I, 1942
Typ: Bomber
Entwurfsland: Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Vereinigtes Königreich
Hersteller: Armstrong Whitworth Aircraft
Erstflug: 20. März 1940
Produktionszeit: 1941–1945
Stückzahl: 602

Die Armstrong Whitworth A.W.41 Albemarle war ein britischer Bomber aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs, der von Armstrong Whitworth gemäß der Spezifikation B.18/38 des britischen Luftfahrtministeriums (Air Ministry) entworfen wurde.

Konstruktion und Bau[Bearbeiten]

Der zweimotorige mittlere Bomber sollte aus Holz und Metall gebaut werden, denn seine Fabrikation sollte auch durch Firmen, welche nicht der Flugzeugindustrie angehörten, möglich sein. Es wurden zwei Prototypen hergestellt, der zweite (RAF-Seriennr. P1361) absolvierte am 20. März 1939 seinen Erstflug. Die Fertigung sämtlicher 600 Flugzeuge wurde der Firma A.W. Hawkesley Ltd in Gloucester übertragen.[1] Nur die ersten 32 („Mk I Serie l“) wurden als Bomber ausgeführt. Es war eine Besatzung von sechs Mann vorgesehen, darunter je ein Bordschütze für den Vierlingsturm auf dem Rumpfrücken und den einziehbaren Zwillingsturm auf der Rumpfunterseite. Der Rumpfrückenturm war leicht nach links versetzt, um den Durchgang im Rumpf zu vergrößern. Die Albemarle war das erste englische Kriegsflugzeug mit einziehbarem Bugradfahrwerk, es besaß aber noch zusätzlich ein festes Spornrad, welches das Heck bei eventuellen Bodenberührungen vor Beschädigungen schützen sollte. Das erste Flugzeug der Serie wurde im Dezember 1941 fertiggestellt.

Einsatz[Bearbeiten]

Dreiseitenansicht

Die Albemarle wurde nie in ihrer vorgesehenen Art verwendet. Die ersten 32 Flugzeuge wurden zu Transportern umgebaut. Im Januar 1943 begannen die Lieferungen an die No. 295 Squadron in Harwell. Die folgenden Albemarle wurden mit ST (Special Transport) oder GT (General Transport) bezeichnet und wie folgt fabriziert: 99 ST Mk I, 69 GT Mk I, 99 ST Mk II, 49 ST Mk V, 133 ST Mk VI und 117 GT Mk VI. Diese waren entsprechend ihren Aufgaben oder ihrer Ausrüstung weiter in Serien unterteilt. Die acht ST Mk I Serie l verfügten lediglich über zwei Rücken-MG, welche durch ein Schiebedach überdeckt waren. Die 14 ST Mk I Serie 2 hatten Vorrichtungen von Macolm zum Schleppen von Lastenseglern. Die ST Mk VI glichen der Serie l, nur hatten sie eine Frachttür auf der hinteren rechten Rumpfseite. Die GT Mk VI entsprachen der Serie 2, aber mit zusätzlicher Funkausrüstung und ohne Bewaffnung auf der Rumpfoberseite.

Die Mk II konnte als Transporter für zehn Fallschirmjäger eingesetzt werden. Die Mk V glich der Mk II, hatte aber eine Vorrichtung zum Ablassen von Treibstoff. Allen gemeinsam waren die Bristol-Hercules-XI-Motoren. Es bestand allerdings ein Projekt für eine Mk III mit Merlin-Motoren. Eine Mk IV wurde mit 1600 PS leistenden Wright R-2600-A5B Double Cyclone gebaut. Als weitere Staffeln setzten No. 296 und 297 (in England und Nordafrika) und No. 570 die Albemarle ein. In geringer Stückzahlen kam sie auch bei No. 161 und No. 511 zum Einsatz. 14 Albemarle wurden im März und April 1943 an die sowjetische Luftwaffe geliefert, von denen zwei bei der Überführung verlorengingen.[2] Viele Albemarle wurden bei den Landungen der Alliierten auf Sizilien (Juli 1943), in der Normandie (Juni 1944) und bei Arnheim (September 1944) eingesetzt.

Militärische Nutzung[Bearbeiten]

SowjetunionSowjetunion Sowjetunion
12 Exemplare wurden geliefert
Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Vereinigtes Königreich

Technische Daten[Bearbeiten]

Kenngröße Daten
Besatzung 4
Passagiere als Absetzflugzeug 10 Fallschirmspringer
Länge 18,26 m
Spannweite 23,47 m
Höhe 4,75 m
Flügelfläche 74,6 m²
Leermasse 10.270 kg
max. Startmasse 36.500 kg
Reisegeschwindigkeit 274 km/h
Höchstgeschwindigkeit 426 km/h
Dienstgipfelhöhe 5486 m
Reichweite 2092 km
Triebwerke 2 × Sternmotoren Bristol Hercules XI mit je 1190 kW
Bewaffnung 4 × 7,7-mm-Browning Maschinengewehre
2041 kg Bomben

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.raf.mod.uk/history/TheAlbemarle.cfm
  2. Hans-Joachim Mau, Hans Heiri Stapfer: Unter rotem Stern – Lend-Lease-Flugzeuge für die Sowjetunion 1941–1945. Transpress, Berlin 1991, ISBN 3-344-70710-8, S 139–141.

Literatur[Bearbeiten]

  • Michael J.F. Bowyer: Aircraft for the Royal Air Force. The "Griffon" Spitfire. The Albemarle Bomber. The Shetland Flying-Boat. Faber & Faber, London 1980, ISBN 0-571-11515-2.
  • Tony Buttler: British Secret Projects. Fighters and Bombers 1935–1950. Midland Publishing, Hinckley 2004, ISBN 1-85780-179-2.
  • Francis K. Mason: The British Bomber since 1914. Putnam Aeronautical Books, London 1994, ISBN 0-85177-861-5.
  • Eric B. Morgan: Albemarle. Twentyfirst Profile, Volume 1, No. 11., 21st Profile Ltd. New Milton, ISSN 0961-8120.
  • Oliver Tapper: Armstrong Whitworth Aircraft since 1913. Putnam, London 1988, ISBN 0-85177-826-7.
  • Ray Williams: The Unloved Albemarle. Air Enthusiast, Thurty-nine, Mai–August 1989, ISSN 0143-5450, S. 29–42.
  • Armstrong Whitworth Albemarle. Flight, 27 Januar 1944, S. 87–91.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Armstrong Whitworth Albemarle – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien