Arras-Kultur

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Die Arras-Kultur ist eine archäologische Kultur der mittleren und jüngeren Eisenzeit, die mehrheitlich auf das Gebiet East Riding of Yorkshire (East Yorkshire) in England beschränkt geblieben ist. Sie hat ihren Namen von einem im 19. Jahrhundert entdeckten Gräberfeld in Arras, vier Meilen östlich von Market Weighton.

Merkmal der Kultur sind Bestattungssitten, wie sie an anderen Stellen der Britischen Inseln nicht gefunden werden. Sie unterscheiden sich von denen zeitgenössischer britischer Stämme.

  • durch die Nutzung großer Körpergräberfelder, während die sonstige Praxis in England eine Form der Exkarnation war.
  • durch die von rechteckigen Gräben gefassten und mit einem Hügel bedeckten Gräber.
  • durch Wagengräber wie das von Wetwang.

Sie haben starke Ähnlichkeit mit Bestattungen im Seinetal und in Nordfrankreich. Man hat daraus geschlossen, dass die Parisii, ein keltischer Stamm, der das Gebiet zur Zeitenwende bewohnte, die Angehörigen einer eingewanderten keltischen Oberschicht mit Kontakten zur La-Tène-Kultur im nördlichen Gallien und nach Belgien gewesen seien. Der einzige Unterschied zu den dortigen Bestattungen ist der Mangel an gehobener Töpferei in den reichsten britischen Gräbern.

Die Analogie wurde durch eine etwa 450 v. Chr. erfolgte Migration, vom Norden des Kontinents nach Ost-England erklärt. Es wird inzwischen jedoch für wahrscheinlicher gehalten, dass die Übernahme durch eine ausländische Elite, ohne eine groß angelegte Umsiedlung der Bevölkerung erfolgte. Eine alternative Erklärung dazu ist, dass die Träger der Arras-Kultur Einheimische waren, die eine kontinentale Praxis imitierten, um ihr Prestige zu steigern.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Ian Mathieson Stead: The Arras culture. Yorkshire Philosophical Society, York 1979.