Arthur Piechler

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Arthur Piechler (* 27. März 1896 in Magdeburg; † 10. März 1974 in Landau an der Isar) war ein deutscher Komponist und Organist.

Leben[Bearbeiten]

Sein Vater stammte aus Osterhofen (Niederbayern) und war gefeierter Opernsänger, die Mutter, eine bekannte Pianistin und Sängerin, stammte aus Würzburg. Im Alter von sieben Jahren kam Piechler nach Landau an der Isar. Die Familie erwarb in der Hauptstraße ein Haus mit Textilgeschäft, in dem sich heute eine Allgemeinarztpraxis befindet. Dort erinnert heute eine Gedenktafel an den berühmten Sohn der Stadt Landau. Für Piechler war Landau immer die Heimatstadt. Piechler besuchte kurze Zeit das Gymnasium in Metten, anschließend in Bamberg und legte 1915 das Abitur in Straubing ab. Während seine beiden Brüder gefallen waren, kehrte er als Leutnant aus dem Ersten Weltkrieg zurück.

1919 nahm er an der Akademie der Tonkunst in München sein Musikstudium mit den Fächern Orgel und Kompositionslehre auf, wobei sein Cousin, der in Landau an der Isar geborene Heinrich Kaspar Schmid, sein Kompositionslehrer wurde. Als Orgelvirtuose unternahm Arthur Piechler in den folgenden Jahren Konzertreisen durch fast ganz Europa. 1925 holte Heinrich Kaspar Schmid, der inzwischen Direktor des Augsburger Leopold-Mozart-Konservatoriums geworden war, den Hochbegabten als Lehrer nach Augsburg. 30 Jahre gestaltete Piechler das Augsburger Musikleben, auch als Leiter des Oratorienvereins und von 1945 bis 1955 als Direktor des Konservatoriums.

Sein Ruf als Komponist wurde immer größer. Seit 1929 verheiratet mit einer Landauerin, zog es ihn 1961 für immer nach Landau, wo er seinen Lebensabend verbrachte. Anlässlich seines 65. Geburtstages am 27. März 1961 verlieh ihm die Stadt Landau das Ehrenbürgerrecht. Der damalige Bürgermeister Habersbrunner, ein Rechtsanwalt, bezeichnete ihn als „den zur Zeit größten und berühmtesten Landauer“.

In Landau setzte eine neue fruchtbare Schaffenszeit ein und es entstanden einige seiner bekanntesten Werke, von denen einige stellvertretend hier genannt seien: Spanischer Tanz, Kirchenlieder (Lobe den Herren), Volkspassion, Benedikt-Messe op. 28, Liebfrauenmesse, Franziskusmesse, Orgelwerke: Suite op. 3, Italienische Suite op. 22, Orgelmusik op. 39, Konzert für Orgel und Orchester op. 65 (Albert Schweitzer gewidmet) usw. Beim Musikverlag Böhm & Sohn in Augsburg ist ein Großteil der Werke Arthur Piechlers verlegt.

Arthur Piechler ist in Landau auf dem Hl.-Kreuz-Friedhof beerdigt.

Seit 1993 veranstaltet die Stadt Landau an der Isar in dreijährigem Turnus einen Orgelwettbewerb um den Arthur-Piechler- und Heinrich-Kaspar-Schmid-Musikpreis zu Ehren der beiden Ehrenbürger der Stadt. Künstlerischer Leiter dieses Internationalen Orgelwettbewerbs ist der renommierte Organist Prof. Karl Maureen von der Musikhochschule Augsburg, die ehrenamtliche, organisatorische Leitung liegt bei Walter Homolka aus Landau/Isar.

Ehrungen[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Arthur Piechler, der Fünfzigjährige. Gewidmet von ehemaligen Schülern. Naumann, Augsburg 1946.
  • Thea Lethmair, Karl Robert Danler (Hrsg.): Arthur Piechler: 1896-1974; Bayer, Komponist, Organist; Erinnerungen, Begegnungen, Briefe. Böhm, Augsburg 1976, DNB 780075862.
  • Katharina Larissa Paech: Das Orgelkonzert in g-Moll op. 65 von Arthur Piechler. Magisterarbeit, Universität Würzburg 2002.
  • Katharina Larissa Paech: Piechler, Arthur. In: Ludwig Finscher (Hrsg.): Die Musik in Geschichte und Gegenwart. Neuausgabe. Personenteil Band 13. Bärenreiter, Kassel/Metzler, Stuttgart 2005, ISBN 3-7618-1133-0 (Bärenreiter)/ISBN 3-476-41028-5 (Metzler), Sp. 553-554.

Weblinks[Bearbeiten]