Arya Samaj

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Der Arya Samaj (sanskr.:Gemeinde der Arier) ist eine fundamentalistische Reformbewegung des Hinduismus,[1] die 1875 von Mula Shankara (späteres Pseudonym Dayananda Saraswati) in Bombay (heute Mumbai) gegründet wurde.[2] Sie ist eine auf dem Veda beruhende monotheistische Religionsgemeinschaft.

1878 fusionierte der Arya Samaj mit der 1875 in New York gegründeten Theosophischen Gesellschaft. Die Fusion währte nur bis 1881.

Das Hauptanliegen war das Bekämpfen der Bilderverehrung im Hinduismus, des Ritualismus, der sozialen Missstände und allem, was in Widerspruch zur reinen Lehre des Veda stand. Die Organisation wurde in Bombay gegründet, fand jedoch durch die Reisen Dayanandas vor allem im Punjab Anhänger. Hierbei handelte es sich vorwiegend junge Männer, die eine moderne Erziehung genossen hatten. Weil nach bestimmten Reinigungszeremonien auch Kastenniedrige beitreten konnten, zog sich die Organisation jedoch die Missbilligung der Konservativeren zu.

Alle unvedischen Lehren wurden als Irrlehren bezeichnet. Das Glaubensbekenntnis lautet folgendermaßen: Gott (Parameshvara, der höchste Herr) ist die erste Ursache aller wahren Erkenntnis. Er ist seinem Wesen nach Saccidananda, wahres Sein, höchstes Bewusstsein, und Glückseligkeit. Er ist formlos, allmächtig, gerecht, gnädig, ungeboren, unendlich, unveränderlich und unvergleichlich. Er ist die Grundlage und der Herr von allem, allgegenwärtig, immanent, ewig und rein. Er ist der Schöpfer und allein der Verehrung würdig.

Der Veda ist die Quelle der wahren Erkenntnis. Oberste Pflicht ist es, diese Texte zu lesen, zu hören und weiterzuvermitteln. Die Mitglieder sind verpflichtet, dem Dharma (Gesetz) zu folgen, die Wohlfahrt der Welt zu fördern, alle Wesen mit Liebe und Gerechtigkeit zu behandeln und Unwissenheit zu bekämpfen.

In seiner Interpretation des Veda behauptete Dayananda, dass in ihm alle Erkenntnisse, auch die der modernen Wissenschaft, bereits in verschlüsselter Form enthalten seien. Der Veda sei eine Blaupause der Schöpfung. Mit dieser Anschauung beeinflusste Dayananda viele ihm nachfolgende Bewegungen. So assoziiert z.B. die Bewegung Maharishi Mahesh Yogis vedische Hymnen mit Teilen der menschlichen Physiologie.

In der Praxis werden jedoch auch nachvedische Texte, wie die Manusmriti herangezogen. Yoga, gute Werke, Liebe zum wahren Wissen, Besuch bei Weisen, Reinheit des Geistes und ein tätiges Leben können ebenfalls zur Erlösung führen.

Der Arya Samaj weist auf die Falschheit aller anderen Religionen hin, die ihren Ursprung seiner Meinung nach in der Abkehr vom „vedischen Monotheismus“ haben. Dayananda will eine Säuberung von fremden Elementen, wie Bilderverehrung, Ahnenverehrung, Unberührbarkeit, Tieropfer, Priesterschaft und Tempeldienst. Gott soll ohne Symbole durch Lob, Gebet und Meditation gehuldigt werden. Die richtige Gottesverehrung (Devapuja) besteht darin, dass man Weisen, Eltern, Lehrern und allen tugendhaften Menschen die ihnen gebührende Ehrerbietung entgegenbringt.

Darauf beruht die Bedeutung der fünf täglichen Pflichten:

  • Brahmayajna (Vedastudium und Meditation)
  • Devayajna (Zerbrennen von Ghi und wohlriechenden Substanzen im heiligen Feuer, Verehren von Respektpersonen)
  • Soziale Dienste (Bewirten von Wanderasketen, Darbieten von Speisen an Bedürftige)
  • Waschungen vor der Meditation, Rezitation der Gayatri (Mantra), Versenkung
  • Gottesdienst (an der vedischen Feuerstelle)

Die Gemeinde hat keine Priester. Anfangs publizierte Dayananda in Sanskrit, später in Hindi. 1931 zählte der Arya Samaj bereits eine Million Mitglieder.

Der Arya Samaj erlaubt es auch Menschen des Westens Hindus zu werden, und führt an ihnen die entsprechenden Riten durch. Das Wiederholen des Gayatri Mantras, nach orthodox hinduistischer Anschauung nur den Brahmanen erlaubt, ist Teil der religiösen Pflichten jedes Hindus. Sitz der Organisation ist Delhi, Indien.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Hans-Jürgen Ruppert: Theosophie. Unterwegs zum okkulten Übermenschen. Friedrich Bahn, Konstanz 1993, S. 18-19.
  2. Horst E. Miers: Lexikon des Geheimwissens (= Esoterik. Bd. 12179). Original-Ausgabe; sowie 3. aktualisierte Auflage, beide Goldmann, München 1993, ISBN 3-442-12179-5, S. 72.