Maharishi Mahesh Yogi

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Maharishi Mahesh Yogi (2007)

Maharishi Mahesh Yogi (* 12. Januar 1918[1][2] als Mahesh Verma Shrivastava oder Mahesh Prasad Varma in Pounalulla, Indien; † 5. Februar 2008 in Vlodrop, Niederlande), kurz auch Maharishi genannt, war ein indischer Guru, Autor von Büchern über vedische Philosophie und Begründer der Transzendentalen Meditation.

Leben[Bearbeiten]

Maharishi Mahesh Yogi (1978)

Maharishi Mahesh Yogi wurde ungesicherten Angaben zufolge als drittes von vier Kindern einer hinduistischen Kshatriya-Familie bei der Kleinstadt Chichli in der Nähe von Gadawara bei Jabalpur, Indien geboren und gehörte damit der zweithöchsten Kaste des hinduistischen Kastensystems, der Kriegerkaste, an. Sein Geburtsname war Mahesh Verma Shrivastava. Andere Quellen nennen als Geburtsname Mahesh Prasad Varma.

An der Universität in Allahabad studierte er Physik und Mathematik und wurde etwa 1950 Schüler und Sekretär von Swami Brahmananda Saraswati, der von 1941 bis 1953 Shankaracharya für das nordindische Jyotir Math, Himalaya, gewesen war.[3] Swami Brahmananda gab ihm den Namen Bal Brahmachari Mahesh. Unter den heutigen Shankaracharyas ist Maharishi umstritten.[4] Da er keine Mönchsweihe erhielt, bezeichnete er sich nicht als „Swami“. Nach 1953 soll Maharishi einige Jahre im Himalaya gelebt haben, bevor er in Madras Ende 1958 die Spiritual Regeneration Movement (SRM, Geistige Erneuerungsbewegung) gründete. Dabei berief er sich auf einen spirituellen Auftrag Brahmanandas. Da seine SRM wenig Anklang fand, verließ er Indien und reiste über Kuala Lumpur, Singapur, Hongkong und Hawaii, bis er 1959 in San Francisco eintraf. 1960 besuchte er zum ersten Mal Deutschland.

In seinen zwei kleinen Schriften Der durstige Fisch im See (1961) und Die Schatzkammer und der Markt (1962) entwickelte er seine Grundidee, der zufolge es eine Meditationstechnik als einfachen bequemen Weg zu Glück und Erfüllung gäbe. Diese Meditationstechnik führe zur „Quelle der Schöpfung“, ermögliche „kosmisches Bewusstsein“ und befähige den in der modernen Welt lebenden Menschen, parallel im Bereich des Absoluten und Relativen auszuharren und kontinuierlich fehlerlos zu handeln. Dadurch seien alle Probleme lösbar, was die Menschheit im Ganzen automatisch zum Göttlichen hin transformiere. Diese simple Meditation sei in Vergessenheit geraten und der Menschheit erst durch Erneuerer wie Krishna, Buddha, Christus und Guru Dev wieder in Erinnerung gerufen worden. Mit dieser religiösen, im Hinduismus wurzelnden Botschaft trat Maharishi Mahesh Yogi mit seiner so genannten Transzendentalen Meditation (TM) erstmals 1955 an die Öffentlichkeit.

Sein Buch Die Wissenschaft vom Sein und die Kunst des Lebens (1963) war der Versuch seine religiöse Botschaft besonders den „wissenschaftsgläubigen“ Menschen des Westens zu vermitteln. In seinen 1966 veröffentlichten Kommentaren zu den ersten sechs Kapiteln der „Bhagavadgita“ rechtfertigte er andererseits seinen neuen Meditationsweg und seine geistigen Wurzeln auf der Folie der indischen Tradition als Wiederbelebung alten Wissens.

Die TM verzeichnete Mitte der 1960er Jahre erste Erfolge, in erster Linie unter Studenten. 1965 gründete er die Students International Meditation Society (SIMS). Kurz darauf kam es zu einem Zusammenschluss aller bereits begründeten Arbeitszweige und Aktivitäten der Maharishi-Bewegung unter dem Namen International Meditation Society (IMS). Im Frühjahr 1968 versammelte er Pop- und Filmgrößen wie die Beatles,[5] The Beach Boys,[6] Donovan, Clint Eastwood[7] und Mia Farrow[8] zu Meditationskursen in Indien. Die Initiation der Beatles wurde zu Werbezwecken genutzt. Allerdings reisten die Beatles bald wieder ab und distanzierten sich im Mai des gleichen Jahres mit harscher Kritik an Maharishi und ihrer TM-Erfahrung. Seit dem Jahr 2000 setzt sich auch Filmregisseur David Lynch für Maharishis Anliegen ein.[9] Neben Transzendentaler Meditation wurde er auch für seine Interpretation altindischer Texte und für das sogenannte „Yogische Fliegen“ bekannt.

Einen Giftanschlag am 1. August 1991 überlebte er knapp. Ein Täter wurde nie überführt.[10]

In einer Ansprache am 11. Januar 2008 gab er seinen Rückzug vom Tagesgeschäft bekannt.[11][12] Am 5. Februar 2008 soll er sich, wie ein Zeuge berichtete, „in die perfekte Yoga-Position“ begeben haben und sei „friedlich eingeschlafen“.[13][14] Sein Leichnam wurde am 9. Februar nach Allahabad, Indien überführt[15], öffentlich ausgestellt und am 11. Februar mit staatlichen Ehren eingeäschert.[16] Zehntausende nahmen Abschied.[17] Die Asche des Verstorbenen wurde mehreren Flüssen Indiens übergeben und zusätzlich in 192 Ländern verteilt.[18]

Nachfolger ist Maharaja Adhiraj Rajaraam, bürgerlich Tony Nader, ein libanesischer Neurophysiologie-Professor. Nader war 2000 von Maharishi Mahesh Yogi zum „Ersten Regenten des Globalen Landes des Weltfriedens“ gekrönt und mit dem Ehrentitel Nader Raam versehen worden. Zum Fortbestand von Maharishis Lehre kündigte er den Bau von 48 „Türmen der Unbesiegbarkeit“ in 48 Ländern an.[19][20][21]

Rezeption[Bearbeiten]

Maharishi wurde vor allem wegen der Beatles zu einer Ikone im Hippie-Mystizismus der 1960er Jahre. Seine Lehren gewannen auch medizinische Anerkennung für die Wiederbelebung einer alten indischen Yoga-Technik unter dem (neuen) Namen Transzendentale Meditation. Er begann damit 1955 und brachte die Praxis 1959 in die USA. Die Bewegung gewann aber erst an größerer Popularität, als die Beatles 1967 eine seiner Vorlesungen in Wales besuchten, um ein Jahr später zu ihm nach Rishikesh in Nordindien zu reisen. Allerdings verlief die Begegnung des „Großen Sehers“ mit den Superstars nicht immer problemlos. Es kam zum Streit, nachdem ein Freund John Lennons, „Magic Alex“, das Gerücht verbreitet hatte, Maharishi Mahesh Yogi habe Mia Farrow sexuell belästigt – eine Anschuldigung, die Farrow nie bestätigte. George Harrison und Paul McCartney dementierten, Harrison entschuldigte sich später bei Maharishi Mahesh Yogi.[22][23][24]

Buchautor Deepak Chopra nennt ihn rückblickend „eine der bedeutendsten Persönlichkeiten des Jahrhunderts“,[25] Ex-Beatle Ringo Starr „einen der wirklich weisen Männer, denen ich im Leben begegnet bin“. Für Paul McCartney war er „ein großartiger Mensch, der sich unermüdlich für die Menschen und die Sache der Einheit einsetzte“.[26] Nach Ansicht von Filmregisseur David Lynch habe Maharishi Mahesh Yogi „das Fundament für weltweiten Frieden gelegt“.[27] Die Zeitschrift Rolling Stone nennt ihn rückblickend einen „großen spirituellen Führer“.[28]

Organisationen[Bearbeiten]

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Im Oktober 2000 gründete Maharishi Mahesh Yogi das Globale Land des Weltfriedens (Sanskrit: Vishwa Shanti Rashtra) als ein „Land ohne Grenzen für alle friedliebenden Bürger der Welt“. Das Globale Land des Weltfriedens ist kein Land in herkömmlichem Sinne, weil es über kein eigenes Territorium verfügt. Laut Maharishi ist der Zweck dieses Landes, weltumspannenden Frieden zu schaffen, indem es alle Nationen in Glück, Wohlstand, Unbesiegbarkeit und vollkommener Gesundheit vereint und die reiche Vielfalt in der Völkerfamilie fördert. Das Globale Land solle den Himmel auf Erden schaffen, indem es die Lebensqualität jedes Einzelnen anhebt und vollständige Erfüllung und Wohlstand in Erleuchtung bringt. Die Währung des Globalen Landes des Weltfriedens ist der Raam, der in begrenztem Umfang in den Niederlanden und in den USA in Umlauf ist.

Zu den vielen weiteren von Maharishi gegründeten Organisationen zählen die Geistige Erneuerungsbewegung (Spiritual Regeneration Movement, 1957), die Students International Meditation Society (SIMS, 1968), die Weltregierung des Zeitalters der Erleuchtung (1976), die ehemals in vielen Ländern vertretene Naturgesetz Partei (Natural Law Party, 1992) sowie die Globale Administration durch das Naturgesetz (1997).

Werke[Bearbeiten]

  • Die Wissenschaft vom Sein und die Kunst des Lebens. Kamphausen, Bielefeld 1998, ISBN 3933496403. (Original: Science of Being and Art of Living: Transcendental Meditation.)
  • Die Bhagavad Gita, Kapitel 1–6, aus dem Sanskrit übertragen und neu kommentiert. Kamphausen, Bielefeld 1999, ISBN 3933496411. (Original: Maharishi Mahesh Yogi on the Bhagavad-Gita – A New Translation and Commentary, Chapters 1–6.)
  • Enlightenment to Every Individual, Invincibility to Every Nation. Age of Enlightenment Publications, New Delhi 1978, ISBN 9062690319.
  • Maharishi's Master Plan to Create Heaven on Earth. Maharishi Vedic University Press, Indien 1991, ISBN 9071750116.
  • Maharishi Vedic University Introduction – Vedic Knowledge for Everyone. Maharishi University of Management Press, Fairfield 1994, ISBN 9071750175.
  • Maharishi's Absolute Theory of Government – Automation in Administration. Maharishi University of Management Press, Fairfield 1995, ISBN 8175230029.
  • Maharishi Forum of Natural Law and National Law for Doctors – Perfect Health for Everyone. Maharishi University of Management Press, Fairfield 1995, ISBN 8175230037.
  • Maharishi University of Management – Wholeness on the Move. Maharishi University of Management Press, Fairfield 1995, ISBN 8175230010.
  • Inaugurating Maharishi Vedic University. Maharishi Vedic University Press, New Delhi 1996, ISBN 8175230061.
  • Maharishi's Absolute Theory of Defence – Sovereignty in Invincibility. Age of Enlightenment Publications, New Delhi 1996, ISBN 8175230002.
  • Constitution of India Fulfilled through Maharishi's Transcendental Meditation. Age of Enlightenment Publications, New Delhi 1996, ISBN 8175230045.
  • Maharishi Speaks to Students – Mastery Over Natural Law. Age of Enlightenment Publications, New Delhi 1997, ISBN 8175230126.
  • Maharishi Speaks to Educators – Mastery Over Natural Law. Age of Enlightenment Publications, New Delhi 1997, ISBN 8175230088.
  • Celebrating Perfection in Education – Dawn of Total Knowledge. Maharishi Vedic University Press, 1997, ISBN 8175230134.
  • Celebrating Perfection in Administration – Creating Invincible India. Age of Enlightenment Publications, Indien 1998, ISBN 8175230150.
  • Ideal India – The Lighthouse of Peace on Earth. Maharishi University of Management Press, Fairfield 2001, ISBN 9080600512.

Filme über Maharishi Mahesh Yogi[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Die TM-Bewegung dokumentiert Maharishi Mahesh Yogi Lebensweg zwischen 1957–2008 in einem 20-seitigen Portable Document Format (PDF): Maharishi’s Achievements 1957–2008.[29]

 Commons: Maharishi Mahesh Yogi – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Foto des Ausweises von Maharishi Mahesh Yogi. Abgerufen am 28. Juli 2013
  2. siehe aber auch: Der Maharishi-Kult: TM, TMO, Transzendentale Meditation, Weltfriedens-Stiftung, Naturgesetz-Partei und Ayurveda-Verschnitt. Bei: Aktion für Geistige und Psychische Freiheit – Bundesverband Sekten- und Psychomarktberatung e.V. abgerufen am 28. Juli 2013
  3. Maharishi Mahesh Yogi: Thirty Years Around the World, Dawn of the Age of Enlightenment. ISBN 90-71750-02-7, S. 134.
  4. 1 – Shankara, 788–820, Encyclopedia of Eastern Philosophy and Religion, Schuhmacher, Woerner Editors, Shambhala, Boston 2 - The Illustrated Weekly of India, September 13, 1987
  5. Die Beatles in Indien. Vedamagazin
  6. The Beach Boys’ Mike Love: From ‘Good Vibrations’ to transcendental meditation. ReligionNewsBlog, 25. Mai 2006
  7. Getting better with age: Clint Eastwood and Transcendental Meditation. Transcendental Meditation Blog, 12. Mai 2010
  8. Beatles spiritual guru 'never made a pass at Mia Farrow'. The Telegraph, 19. September 2006
  9. Message from David Lynch. The David Lynch Foundation, Homepage
  10. The Maharishi Years – The Untold Story: Recollections of a Former Disciple. Huffington Post, 13. Februar 2008
  11. Inauguration of Maharishi's Year of Invincibility – Global Raam Raj. Global Good News, 12. Januar 2008
  12. His Holiness Maharishi Mahesh Yogi establishes the Brahmanand Saraswati Trust on 11 January 2008. Global Good News, 11. Januar 2008
  13. Beatles-Guru Maharishi Yogi ist tot. Handelsblatt, 6. Februar 2008
  14. „Maharishi war gut auf den Tod vorbereitet“. Neue Luzerner Zeitung, 7. Februar 2008
  15. Followers pay tribute to Maharishi Mahesh Yogi in Allahabad. Thaiindian News, 9. Februar 2008
  16. Mahesh Yogi cremated with state honours. Hindustan Times, 11. Februar 2008
  17. Tens of thousands attend Maharishi's funeral. Times online, 11. Februar 2008, via WALRUSGUMBOOT BEATLE NEWS, 11. Februar 2008
  18. Ashes of Beatles’ guru Mahesh Yogi immersed in Allahabad. Thaiindian News, 12, Februar 2008
  19. Body of Maharishi lies in state in India. NBC News 10. Februar 2008
  20. Tony Nader to lead Maharishi's mission. Times of India, 10. Februar 2008
  21. Human Physiology - Expression of Veda and the Vedic Literature. vedicbooks.net
  22. Nancy Cooke de Herrera: Die Weisen, Aquamarin-Verlag, 1995, S. 231f. ISBN 3-89427-068-3
  23. Mia Farrow: What Falls Away, Bantam, 1991. ISBN 0-553-56466-8
  24. Beatles spiritual guru ‚never made a pass at Mia Farrow‘. Telegraph.co.uk, 19. Februar 2006
  25. “Maharishi ushered in spiritual renaissance.” Times of India, 7. Februar 2008
  26. Ex-Beatle pays tribute to Maharishi. Daily Star, 7. Februar 2008
  27. Der Guru von Seelisberg ist tot. Zisch, Neue Luzerner Zeitung online, 6. Februar 2008
  28. The Late Maharishi’s Impact on Music. Rolling Stone, 6. Februar 2008
  29. Maharishi’s Achievements 1957–2008. Global Good News (PDF; 1,6 MB)