Asanuma Inejirō

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Asanuma Inejirō (jap. 浅沼 稲次郎; * 27. Dezember 1898 in Miyake auf der Insel Miyake-jima, Präfektur Tokio; † 12. Oktober 1960 in Tokio) war ein japanischer Politiker und seit März 1960 Vorsitzender der Sozialistischen Partei Japans (SPJ).

Asanuma Inejirō war ein unehelich geborenes Kind. Seine Mutter starb bei seiner Geburt, weshalb Asanuma von seinem Vater aufgezogen wurde. Dieser starb mit 42 Jahren an Krebs. Asanuma absolvierte ein Studium an der Fakultät für Staats- und Wirtschaftswissenschaften der Tokioter Waseda-Universität. Er war seit 1923 Mitglied der Gewerkschaft der Bergarbeiter und auch in der Japanischen Bauerngewerkschaft tätig. Später hatte er dann die Position des Generalsekretärs der 1925 verbotenen Bauern- und Arbeiterpartei inne. Nachdem er seit 1933 dem Stadtparlament von Tokio angehörte, war er 1936 auch Parlamentsmitglied. 1945 war er Mitbegründer der SPJ, in der er in der Folgezeit Führungspositionen innehatte und deren Generalsekretär er 1948 wurde. Zwischen 1946 und 1958 gehörte er dem japanischen Unterhaus an. Als in den Jahren 1951 bis 1955 eine Spaltung der Partei aufgrund unterschiedlicher Ausrichtungen stattfand, war Asanuma dem linken Parteiflügel angehörig. Erneut war er dann ab 1955 nach der Wiedervereinigung der Parteiflügel im Amt des Generalsekretärs tätig.

Asanuma war bekannt dafür, öffentlich über Sozialismus und seine wirtschaftlichen und kulturellen Möglichkeiten zu sprechen, wodurch sich das rechte Regierungslager provoziert fühlte.

Weltweit bekannt wurde Asanuma durch die Art seines Todes: Er wurde am 12. Oktober 1960 von dem rechtsextremistischen, ultra-nationalen 17-jährigen Yamaguchi Otoya während einer im Fernsehen übertragenen Wahlkampfrede in der Tokioter Hibiya Hall mit einem japanischen Wakizashi erstochen.[1] Der aus dieser bis dahin in Japan undenkbaren Aktion resultierende Schock vertiefte die Gegensätze zwischen den linken und rechten Politikern vor dem Hintergrund der Großdemonstrationen und Streiks im Sommer 1960 gegen den Sicherheitsvertrag mit den USA.

Obwohl der Mord von NHK nicht live gesendet wurde, erreichte der Zwischenfall durch eine spätere Ausstrahlung internationale Bekanntheit. Ein Foto des bis dahin unbekannten Fotografen Nagao Yasushi zeigt Yamaguchi wenige Sekunden nach dem tödlichen Angriff beim Zurückziehen des Schwertes. Das Bild wurde von der Agentur World Press Photo 1960 zum Pressefoto des Jahres gekürt und gewann 1961 den Pulitzer-Preis in der Fotografie-Kategorie.

Literatur[Bearbeiten]

  • Renate Ruttkowski in Biographien zur Weltgeschichte, VEB Deutscher Verlag der Wissenschaften, Berlin 1989, S. 49f

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.spiegel.de/spiegelgeschichte/0,1518,791848,00.html#ref=rss
Japanische Namensreihenfolge Japanischer Name: Wie in Japan üblich, steht in diesem Artikel der Familienname vor dem Vornamen. Somit ist Asanuma der Familienname, Inejirō der Vorname.