Bad Boys Blue

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Bad Boys Blue
John McInerney.jpg
Allgemeine Informationen
Genre(s) Pop, Euro Disco, Eurodance
Gründung 1984
Website www.badboysblue.eu
Gründungsmitglieder
Gesang
John Edward McInerney
Gesang
Trevor Oliver Taylor (bis 1989, †)
Gesang
Andrew Freddie Thomas (bis 2005, †)
Aktuelle Besetzung
Gesang
John Edward McInerney
Ehemalige Mitglieder
Gesang
Trevor Bannister (1989–1993)
Gesang
Irmo „Mo“ Russel (1995–1999)
Gesang
Kevin McCoy (2000–2003)
Gesang
Carlos Ferreira (2006-2011)
Gesang
Kenny „Krayzee“ Lewis (2011)

Bad Boys Blue ist eine 1984 gegründete Popmusik-Gruppe, die in der zweiten Hälfte der 1980er Jahre zu den erfolgreichsten Vertretern im Bereich Euro Disco gehörte. Im Verlauf ihrer Karriere gab es zahlreiche Umbesetzungen der Band; einzig John McInerney ist seit der Gründung dabei.

Bandgeschichte[Bearbeiten]

1984–1989[Bearbeiten]

Für ihr Label Coconut Records suchten Tony Hendrik und seine Frau Karin van Haaren im Sommer 1984 nach Musikern, mit denen sie eigene musikalische Ideen umsetzen wollten. Schließlich wurde aus dem US-Amerikaner Andrew Freddie Thomas, dem Engländer John Edward McInerney und dem Jamaikaner Trevor Oliver Taylor die Band 'Bad Boys Blue' geformt.[1]

Zunächst fand die Gruppe keine größere Beachtung; die Debütsingle L. O. V. E. in My Car floppte. Doch bereits mit der zweiten Single You're a Woman kam der Durchbruch. Der Titel stieg im Sommer 1985 bis auf Platz 8 der deutschen Charts und konnte sich neun Wochen lang in den Top Ten behaupten. In einigen Ländern (u. a. Österreich) gelang sogar der Sprung an die Spitze der Charts. In den nächsten Jahren folgten weitere Hits, wie I Wanna Hear Your Heartbeat (Sunday Girl), Come Back and Stay, A World Without You (Michelle) und Lady in Black.

1988 stieg Trevor Taylor aus, nachdem er als bisheriger Leadsänger von John McInerney abgelöst wurde. Für die Single Hungry for Love kehrte er im Folgejahr noch einmal kurz zur Gruppe zurück, um sie dann endgültig zu verlassen. Als neuer dritter Mann wurde Trevor Bannister engagiert.

1990–1999[Bearbeiten]

Anfang der 1990er Jahre konnte die Gruppe zunächst an die Erfolge der vorherigen Dekade anknüpfen, doch nach 1991 blieb der kommerzielle Erfolg im deutschsprachigen Raum aus. Mehrere Tourneen durch Russland, die Ukraine und das Baltikum brachten zu dieser Zeit einen großen Popularitätszuwachs in Osteuropa. Hingegen misslang der Versuch, auch in Großbritannien und den USA Fuß zu fassen; lediglich mit der Single Save Your Love konnten sie sich in den US-Charts platzieren.

Mit dem Ausstieg von Trevor Bannister schrumpfte Bad Boys Blue 1993 zum Duo. John McInerney und Andrew Thomas trennten sich von ihren bisherigen Produzenten und wechselten von Coconut Records zum Label Intercord. Doch auch mit neuem Musikstil (Eurodance) fand man nicht zu den alten Erfolgen zurück.

1995 stieß Mo Russel zur Gruppe, er übernahm die Rolle des Leadsängers und Texters. 1998 kehrte die Band zu Coconut Records zurück. Unter dem Eindruck des äußerst erfolgreichen Modern Talking-Revivals veröffentlichte man ebenfalls neue Versionen der alten Hits, bei denen Kevin McCoy die Rap-Parts übernahm. Mit Tony Hendrik und David Brandes wurden in der Folge auch neue Titel produziert. Die Alben Back und ...continued wurden die größten kommerziellen Erfolge der letzten Jahre.

Nach der Veröffentlichung von Follow the Light im Herbst 1999 stieg Mo Russel aus. Für ihn wurde Kevin McCoy 2000 festes Mitglied von Bad Boys Blue.

Seit 2000[Bearbeiten]

Im Juli 2000 erschien das Album Tonite, das mangels Promotion völlig floppte; auf Entscheid der Plattenfirma gab es außer der Vorab-Single I’ll Be Good keine weitere Auskopplung. Im Jahr darauf wurde die vertragliche Zusammenarbeit von Bad Boys Blue und Coconut Records abermals beendet.

2002 unterzeichnete die Gruppe einen Vertrag beim Label Bros Music von David Brandes und begann die Arbeit an einem neuen Album, das im Sommer 2003 erschien. Die Reaktion auf das mit Brandes produzierte Album Around the World und die daraus ausgekoppelte Single Lover on the Line blieb jedoch verhalten; Album und Single war jeweils nur ein kurzer Aufenthalt in den deutschen Charts beschieden. Während die Gruppe daher nur wenige Auftritte im deutschsprachigen Raum absolvierte, fanden 2004 vor allem Konzerte in Osteuropa statt, wo die Gruppe populär war. Die Auftritte bestritt Bad Boys Blue indes nur noch als Duo, nachdem Kevin McCoy die Gruppe zwischenzeitlich verlassen hatte, um seiner Frau in die USA zu folgen.

Im Januar 2005 fand das letzte gemeinsame Konzert von John McInerney und Andrew Thomas statt, wenig später trennten sich ihre Wege. John McInerney, nunmehr einziges verbliebenes Gründungsmitglied, trat zunächst als Solokünstler auf. Carlos Ferreira stieß im Januar 2006 zu ihm, gemeinsam nahmen sie ein neues Album auf und gingen auf Tour. Da der Bandname im Jahr 2001 in gemeinschaftlichen Besitz von John McInerney und Andrew Thomas übergegangen war, wurde bei Neuveröffentlichungen, etwa dem Album Heart and Soul (2008), der Zusatz „featuring John McInerney“ angefügt.

Andrew Thomas gründete zusammen mit Kevin und Herbert McCoy (dieser wurde später von Jeremy Cummins ersetzt) die Formation The Real Bad Boys Blue. Bei Auftritten mit alten Songs verwendeten sie für ihr Playback jedoch alte Aufnahmen, so dass die Stimmen von Trevor Taylor und John McInerney zu hören waren.

Am 19. Januar 2008 starb Trevor Taylor durch einen Herzinfarkt. Andrew Thomas erlag am 21. Juli 2009 einem Krebsleiden. Im Oktober des Jahres erschien die Kompilation Unforgettable zum Andenken an die beiden verstorbenen Gründungsmitglieder.

Am 27. August 2010 erfolgte die Veröffentlichung des Doppel-Albums 25 (in Anlehnung an das 25-jährige Bestehen der Formation), für das zahlreiche alte Titel neu eingespielt wurden.

Diskografie[Bearbeiten]

Hauptartikel: Bad Boys Blue/Diskografie

Studioalben[Bearbeiten]

Jahr Titel Chartpositionen Anmerkungen
DeutschlandDeutschland OsterreichÖsterreich SchweizSchweiz Vereinigte StaatenVereinigte Staaten
1985 Hot Girls, Bad Boys 50
(3 Wo.)
9
(7 Wo.)
Erstveröffentlichung: 8. September 1985
1986 Heart Beat Erstveröffentlichung: 1986
1987 Love Is No Crime Erstveröffentlichung: 1987
1988 My Blue World 48
(5 Wo.)
Erstveröffentlichung: 7. November 1988
1989 The Fifth Erstveröffentlichung: 1989
Verkäufe: + 30.114
1990 Game Of Love Erstveröffentlichung: 22. Oktober 1990
Verkäufe: + 28.722
1991 House Of Silence Erstveröffentlichung: 1991
Verkäufe: + 29.227
1992 Totally 83
(7 Wo.)
Erstveröffentlichung: 26. Oktober 1992
1994 To Blue Horizons 83
(5 Wo.)
Erstveröffentlichung: 24. März 1994
1995 Bang Bang Bang Erstveröffentlichung: April 1995
1999 Follow The Light 80
(1 Wo.)
Erstveröffentlichung: 27. September 1999
2000 Tonite Erstveröffentlichung: 24. Juli 2000
2003 Around The World 43
(1 Wo.)
Erstveröffentlichung: 4. August 2003
2008 Heart & Soul Erstveröffentlichung: 13. Juni 2008

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bad Boys Blue, can't get enough of you baltictimes.com, abgerufen am 27. Februar 2010.

Weblinks[Bearbeiten]