Bambusfolter

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Ein Bambusspross

Die Bambusfolter ist eine Foltermethode, bei der dem zu Folternden mit Hilfe eines wachsenden Bambussprosses Schmerzen zugefügt werden bzw. der Gefolterte getötet wird.

Anwendung[Bearbeiten]

Das Opfer wird über einem Bambusspross, welcher kurz davor ist, aus dem Boden zu sprießen, im Liegen fixiert. Da Bambussprossen einige Zentimeter pro Tag wachsen und stark genug sind, sich im Erdreich zwischen Steinen und Wurzeln ihren Weg hindurch zu suchen, dringen die Bambussprossen, sobald sie den Erdboden verlassen haben, in den Körper des Gefolterten ein. Dieses verhältnismäßig langsame Eindringen in den Körper verursacht dem Gefolterten extreme Schmerzen und kann zum Tode führen.

Bei einer weiteren Anwendung wird das Opfer auf einen Stuhl ohne Sitzfläche gefesselt und die Spitze des Bambusspross in den Anus eingeführt. Der Spross wächst bei reichlichem Gießen mit Wasser innerhalb von zwei bis drei Tagen in den Körper hinein. Das verursacht zunächst extreme Schmerzen und führt nach Schädigung wichtiger Organe zum Tode. Die Androhung und Durchführung dieser folterhaften Todesstrafe wurde auf La Reunion gegenüber Sklaven angewandt.[1]

Herkunft[Bearbeiten]

Belegt ist, dass diese Foltermethode im Zweiten Weltkrieg in Japan an alliierten Soldaten angewendet wurde.[2]

Versuch[Bearbeiten]

Bei einem Versuch des Discovery Channels im Jahr 2008 wurde bewiesen, dass ein Bambusspross in der Lage ist, innerhalb von drei Tagen einen menschlichen Körper zu durchbohren. Anstelle eines menschlichen Körpers wurde ballistische Gelatine verwendet.[3]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Im Landgut der Familie Desbassayns (Musèe de Villèle), Villèle, La Reunion, ist die Bambusfolter dokumentiert. Siehe: Alo und Nikolaus Miller: Reunion. DuMont, Köln 1996, ISBN 3-7701-3572-5, S. 107.
  2. Japanese Torture Techniques, WW 2 People's War, BBC History
  3. Versuch bei Youtube