Bartolomeo Cristofori

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Bartolomeo Cristofori (* 4. Mai 1655 in Padua; † 27. Januar 1731 in Florenz) war ein italienischer Musikinstrumentenbauer. Er gilt als der Erfinder des Klaviers.

Leben[Bearbeiten]

Bartolomeo Cristofori 1726

Bartolomeo Cristofori wurde am 4. Mai 1655 als Sohn von Francesco Cristofori in Padua, das zur Republik Venedig gehörte, geboren. Über seine frühen Lebensjahre ist nichts bekannt. 1690 wurde er von Ferdinando de’ Medici, dem Sohn des toskanischen Großherzogs Cosimo III. de’ Medici, als Instrumentenbauer und -stimmer an seinen Hof in Florenz geholt. Während dieser Zeit begann Cristofori die Arbeit an einer neuen Anschlagmechanik, die ein dynamisches Spiel erlauben würde. Das Inventar der Musikinstrumente aus dem Jahre 1700 listet ein arpicembalo che fà il piano e il forte (Ein Cembalo, das laut und leise spielen kann) auf, welches üblicherweise auf das Jahr 1698 datiert wird und als erstes Klavier gelten kann. Es hatte einen Tonumfang von vier Oktaven. Cristofori blieb auch nach dem Tod von Ferdinand 1713 an der großherzoglichen Werkstatt, fertigte weitere Pianoforte an und verfeinerte ihre Technik.

Daneben restaurierte er einige wertvolle ältere Cembali und entwickelte zwei neue Tasteninstrumente, das spinettone (ein großes Spinett mit mehreren Registern) und ein repräsentatives ovales Spinett, dessen Bass-Saiten in der Mitte angeordnet waren.

Bartolomeo Cristofori starb am 27. Januar 1731.

Erfindung[Bearbeiten]

Grundlage für die dynamische Spielbarkeit (also mit veränderlicher Lautstärke) des Hammerklaviers war eine ausgefeilte Mechanik, bei der ein Hammer durch eine Stoßzunge gegen die Saite geschleudert wurde und sie zum freien Schwingen sofort wieder freigab. Mit dem Drücken der Taste wurde gleichzeitig ein Dämpfer angehoben, der nach Loslassen der Taste die schwingende Saite abfing. Cristofori spannte jeweils zwei gleich gestimmte Saiten (einen so genannten Chor) nebeneinander, um eine höhere Lautstärke zu ermöglichen.

Im Jahre 1726 hatte Cristofori sein Instrument vollendet. Heute gibt es noch drei Originale, eines befindet sich in Leipzig, eines in Rom, und eines in New York. Insgesamt sind zehn Instrumente verschiedener Bauart aus seiner Werkstatt erhalten.

Die erste Sammlung von Sonaten, die speziell für Cristoforis Hammerklavier komponiert wurde, stammt von Lodovico Giustini.

Literatur[Bearbeiten]

  • Konstantin Restle: Bartolomeo Cristofori und die Anfänge des Hammerclaviers, München 1991.
  • David Crombie: Piano. Evolution, Design and Performance. London 1995, ISBN 1-871547-99-7.
  • Eszter Fontana, Kerstin Schwarz, Stewart Pollens, Gabriele Rossi-Rognoni: Bartolomeo Cristofori – Hofinstrumentenbauer der Medici / Strumentaio alla corte medicea / Court Instrument Maker of the Medici. Janos Stekovics, Halle/Saale 2001, ISBN 3-932863-93-3.
  • Kerstin Schwarz (Hrsg.): Bartolomeo Cristofori – Hammerflügel und Cembali im Vergleich. Mit Beiträgen von Rainer Behrends, Irmela Breidenstein und Klaus Gernhardt. Halle 2002, ISBN 3-932863-97-6. (= Scripta Artium, Bd. 2, Schriftenreihe der Kunstsammlungen der Universität Leipzig) [1]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Beschreibung auf der Website des Museums für Musikinstrumente der Universität Leipzig, abgerufen am 8. Oktober 2011.