Florenz

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Florenz (Begriffsklärung) aufgeführt.
Florenz
Wappen
Florenz (Italien)
Florenz
Staat: Italien
Region: Toskana
Provinz: Florenz (FI)
Koordinaten: 43° 47′ N, 11° 15′ O43.78333333333311.2550Koordinaten: 43° 47′ 0″ N, 11° 15′ 0″ O
Höhe: 50 m s.l.m.
Fläche: 102 km²
Einwohner: 366.039 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 3.589 Einw./km²
Postleitzahl: 50100
Vorwahl: 055
ISTAT-Nummer: 048017
Volksbezeichnung: Florentiner (Fiorentini)
Schutzpatron: Johannes der Täufer
Website: www.comune.firenze.it

Florenz (italienisch Firenze) ist eine toskanische Großstadt mit 366.039 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2012). In der Metropolregion leben 1,5 Millionen Einwohner. Florenz ist Hauptstadt sowie größte Stadt der Toskana und der Provinz Florenz.

Florenz ist berühmt für seine Geschichte. Als Zentrum des mittelalterlichen europäischen Handels- und Finanzwesens war es eine der reichsten Städte des 15. und 16. Jahrhunderts. Florenz gilt als die Wiege der Renaissance. Aufgrund seiner kulturellen Bedeutung – insbesondere für die bildende Kunst – wird es schon seit dem 19. Jahrhundert auch als das „italienische Athen“ bezeichnet.[2][3][4][5]

Ebenfalls bekannt ist die bewegende politische Geschichte der Stadt, vor allem um die mächtige Dynastie der Familie Medici, durch die Florenz zu einer der florierendsten Metropolen Europas aufstieg. Zahlreiche Kunstschaffende und Geistliche waren zur Zeit der Renaissance in Florenz beheimatet. Leonardo da Vinci verbrachte große Teile seiner Jugend in Florenz, Michelangelo lebte ebenfalls in Florenz und fand Unterschlupf in der Kirche der Medici, als Florenz durch Truppen belagert wurde. Vor allem den Kontakt zu den Medici hatten viele Geistliche und Wissenschaftler jener Zeit gemeinsam, so wohnte Galileo Galilei als Hofmathematiker in den Palästen der Medici. Von 1865 bis 1870 war die Stadt die Hauptstadt des neu gegründeten Königreichs Italien.

Das historische Zentrum von Florenz zieht Jahr für Jahr Millionen von Touristen an. Euromonitor International platziert die Stadt als die weltweit 72. meistbesuchte Stadt im Jahr 2009 mit 1.685.000 Besuchern.[6] 1982 wurde die historische Innenstadt unter Weltkulturerbe von der UNESCO gestellt. Aufgrund des künstlerischen und architektonischen Erbes hat das Forbes Magazine Florenz als eine der schönsten Städte der Welt ausgewählt.[7] Hingewiesen wird vor allem auf den Reichtum an Museen, Palästen und Denkmälern.

Florenz ist zudem auch wichtige Modestadt und großes nationales Wirtschaftszentrum. Im Jahr 2008 hatte die Stadt das 17. höchste Durchschnittseinkommen in Italien.[8]

Geografie[Bearbeiten]

Florenz liegt am Arno, der durch die Altstadt fließt, und am Mugnone, der von Norden kommend westlich der Altstadt in den Arno mündet. Von Süden kommend tritt der Greve im Stadtgebiet dem Arno zu. Der Arno war ebenso wichtig für die Versorgung der Menschen durch den Handel, sorgte allerdings durch Überflutungen auch für Zerstörung und Leid. Nördlich von Florenz erstreckt sich der Höhenzug des toskanisch-emilianischen Apennins, im Süden grenzen die Hügel des Chianti an die Stadt.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

Der Aufstieg der Stadt von einem Armeelager zu einer Hochburg der Renaissance vollzog sich langsam. 1330 zählte die Stadt ungefähr 30.000 Einwohner. Bis zum Jahr 1348 wuchs die Zahl der Einwohner auf bis zu 100.000 an. Die Pestpandemie traf Florenz besonders hart, der Schwarze Tod forderte in Florenz geschätzte 70.000 Tote, nur knapp ein Fünftel der Bevölkerung überlebte.

Mitte des 19. Jahrhunderts war wieder ein kontinuierlicher Anstieg zu verzeichnen, die Stadt zählte 150.000 Einwohner. In den 1980er Jahren waren starke Abwanderungströme und Geburtenrückgänge zu erkennen, weshalb seitdem die Einwohnerzahl in Florenz rückläufig ist.

Klima[Bearbeiten]

Florenz befindet sich noch in der gemäßigten Klimazone mit sehr warmen Sommern und kalten und feuchten Wintern. Aufgrund seiner Lage und des damit verbundenen Mangels an Ventilation ist es in Florenz im Sommer spürbar wärmer als an der Küste.

Die höchste gemessene Temperatur lag bei 44 °C im Juli 1983. Die tiefste festgestellte Temperatur war -23 °C im Januar 1985.

Florenz
Klimadiagramm
J F M A M J J A S O N D
 
 
73
 
10
1
 
 
69
 
12
3
 
 
80
 
15
5
 
 
78
 
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73
 
23
11
 
 
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31
17
 
 
76
 
31
17
 
 
78
 
27
14
 
 
88
 
21
10
 
 
111
 
15
6
 
 
91
 
10
2
Temperatur in °C,  Niederschlag in mm
Quelle: WMO
Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für Florenz
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Max. Temperatur (°C) 10,1 12,0 15,0 18,8 23,4 27,3 31,1 30,6 26,6 21,1 14,9 10,4 Ø 20,1
Min. Temperatur (°C) 1,4 2,8 4,9 7,7 11,3 14,7 17,2 17,0 14,2 10,0 5,5 2,4 Ø 9,1
Niederschlag (mm) 73,1 69,2 80,1 77,5 72,6 54,7 39,6 76,1 77,5 87,8 111,2 91,3 Σ 910,7
Regentage (d) 9,4 8,4 8,6 9,1 8,6 6,3 3,5 5,9 5,7 7,4 10,0 8,8 Σ 91,7
T
e
m
p
e
r
a
t
u
r
10,1
1,4
12,0
2,8
15,0
4,9
18,8
7,7
23,4
11,3
27,3
14,7
31,1
17,2
30,6
17,0
26,6
14,2
21,1
10,0
14,9
5,5
10,4
2,4
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
N
i
e
d
e
r
s
c
h
l
a
g
73,1
69,2
80,1
77,5
72,6
54,7
39,6
76,1
77,5
87,8
111,2
91,3
  Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Quelle: WMO

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Im Mittelalter war Florenz in vier Stadtviertel (Quartieri) eingeteilt, welche nach den Stadttoren benannt waren: San Piero, Duomo oder Vescovo, San Pancrazio und Santa Maria. Später wurden daraus sechs, so dass man von Sestieri sprach: San Piero, Duomo, San Pancrazio, San Piero a Scheraggio, Borgo, Oltrano. Hinzu kommen die Vororte westlich und östlich der Ausfallstraßen und der markanten Hügel San Miniato, Belvedere und Bellosguardo im Süden sowie Careggi, Montughi, Fiesole und Settignano im Norden.[9]

Die moderne Verwaltungsgliederung in fünf Stadtviertel ab 1990 orientiert sich im Außenbereich an den Grenzen der traditionellen Stadtviertel, wie auf den Karten zu sehen ist:

Gliederung von Florenz: Die traditionellen Stadtviertel und die fünf Stadtbezirke (Quartiere)
Quartieri storici Firenze.png
Historische Viertel
Quartieri di Firenze.gif
Moderne Gliederung

Die fünf modernen Verwaltungseinheiten im Überblick, mit zugehörigen Stadtteilen:

Stadtbezirk
(Quartiere)
Fläche
(km²)
Bevölkerung
(Mai 2006)
Bevölkerungs-
dichte
Stadtteile (frazioni) im Stadtbezirk
Quartiere 1
Centro Storico
11,396 67.170 5.894 San Jacopino • Il Prato • La Fortezza • Viali • Duomo-Oltrarno • Collina sud • San Gaggio
Quartiere 2
Campo di Marte
23,406 88.588 3.784 Campo di Marte-Le Cure • Viali • La Rondinella • Settignano • Collina nord • Bellariva-Gavinana
Quartiere 3
Gavinana/Galluzzo
22,312 40.907 1.833 Collina sud • Galluzzo • San Gaggio • Bellariva-Gavinana • Sorgane • Ponte a Ema
Quartiere 4
Isolotto/Legnaia
16,991 66.636 3.921 Argingrosso • Cintoia • I Bassi • Il Casone • Isolotto • La Casella • Legnaia • Le Torri • Mantignano • Monticelli • Pignone • San Lorenzo a Greve • Soffiano • San Quirico • Torcicoda • Ugnano
Quartiere 5
Rifredi
28,171 103.761 3.683 Castello-Le Panche • Piana di Castello • Pistoiese • Brozzi • Peretola • Il Lippi-Barsanti • Firenze Nova • Novoli • Parco delle Cascine-Argingrosso • San Jacopino • La Fortezza • Careggi • Leopoldo-Rifredi • Collina nord • Viali
Florenz 102,276 367.062 3.589

Geschichte[Bearbeiten]

Hauptartikel: Geschichte von Florenz

Die Geschichte von Florenz ist heute deshalb so bekannt, weil sie um das Jahr 1520 von Niccolò Machiavelli (1469-1527) erstmals aufgeschrieben wurde.[10] Er schrieb seine Istorie fiorentine im Auftrag der Medici und überreichte das umfangreiche Werk im Jahre 1525 dem Papst Giulio de' Medici, der sich Clemens VII. nannte. Machiavelli begann schon in seiner Jugendzeit, die Geschichte seiner Heimatstadt aufzuschreiben und nannte sein erstes Buch Decannale. Später knüpfte er daran an und wurde einer der ersten Historiker.

Antike[Bearbeiten]

Florenz wurde nach 59 v. Chr. von Julius Cäsar als Colonia mit dem Namen Florentia (nach der römischen Göttin der Blumen und des Pflanzenwachstums) im fruchtbaren, aber noch teilweise sumpfigen Arnotal errichtet. Die Colonia bestand erstens aus einem Militärlager, dem Castrum, dessen quadratische Anlage sich auch heute noch im Straßenverlauf widerspiegelt (Via Tornabuoni, Via Cerretani, Via del Proconsolo und Piazza della Signoria). Das Forum befand sich am heutigen Platz der Republik. Florentia verfügte auch über Thermalbäder und ein Amphitheater. Zur Colonia gehörten auch die Ansiedlungen der Veteranen der Garnison außerhalb des Castrum, die gemäß der Lex Julia nach der Entlassung aus dem Militärdienst eine Landparzelle zur Bebauung zugewiesen erhielten, die aufgrund der Vergabepraxis in Form einer Verlosung partes genannt wurde. Die verkehrstechnisch günstige Lage am Kreuzungspunkt der nach Rom führenden Via Cassia, der von Volterra kommenden Etruskerstraße (Volterana) und der ebenfalls etruskischen Pisana, die über Pisa ans Meer führte, begünstigte das rasche Aufblühen der Stadt auf Basis von Handel und Handwerksbetrieben. Die älteren etruskischen Ansiedlungen, vor allem das auf einem Hügel nördlich der neuen Stadt gelegene bedeutende Fiesole (Gründung 7. Jahrhundert vor Christus) gerieten dadurch rasch ins Hintertreffen. Nachdem man neben Fiesole auch den Etruskerstädten Volterra und Chiusi sowie den römischen Coloniae Pistoia und Lucca den Rang abgelaufen hatte, ernannte Kaiser Diokletian Florenz zur Hauptstadt der Siebenten Region (Toskana und Umbrien).

Mittelalter und Renaissance[Bearbeiten]

Florenz im 16. Jahrhundert

Im Zuge der byzantinischen Rückeroberungskriege wurde die Stadt fast vollständig zerstört und nahm erst wieder unter den Langobarden einen Aufschwung. Da die Langobardenherzöge jedoch in Lucca bzw. Pisa residierten, konnte Florenz bis ins 12. Jahrhundert nicht an die Bedeutung vor der Völkerwanderungszeit anschließen. Entscheidend für den Wiederaufstieg wurde die um 1000 erfolgte Verlegung des Amtssitzes des von den Karolingern eingesetzten Markgrafen Hugo nach Florenz. Mit dem Aufkommen des Feudalismus expandierte die Stadt im 12. Jahrhundert und wurde autonom. Die Bürgerschaft gewann an Macht und es kam zu erbitterten Streitereien zwischen den kaisertreuen Ghibellinen und den später siegreichen Anhängern des Papstes, den Guelfen.

Aufstieg und Fall der Medici[Bearbeiten]

Cosimo de' Medici

Im 14. und 15. Jahrhundert blühte die Stadt auf und setzte die Maßstäbe in der europäischen Kunst und Kultur. Viele Künstler und Gelehrte siedelten sich an (z. B. Donatello, Botticelli; später Michelangelo, Machiavelli, Leonardo da Vinci und Galileo Galilei). Es entwickelte sich die kulturgeschichtliche Epoche der Renaissance (italienisch Rinascimento).

Florenz wurde gleichzeitig Handels- und Finanzzentrum. Die reiche Familie der Medici stieg im 15./16. Jahrhundert zu einer Großmacht auf und prägte die Stadt wie keine andere Familie. Cosimo I. de’ Medici war der erste bedeutende Medici, der die Stadt nach und nach eroberte. Cosimo lebte kurze Zeit im Exil, als die Medici durch gegnerische Familien gestürzt worden waren. Nachdem jedoch die Wirtschaft aufgrund der Abwesenheit der Medici zum Erliegen gekommen war, kehrte Cosimo aus seinem Exil zurück. Durch ein geschicktes Spiel und präzise ausgewählte Kundschaft schuf sich Cosimo ein Netzwerk aus bedeutenden Politikern, Handelsleuten und bis in die höchsten Ränge der katholischen Kirche. Die Tatsache, dass die Medici als die privaten Bankiers des Papstes fungierten, machten sie schnell zu einer angesehen Bankiersfamilie. Doch hinter den Kulissen war die Politik jener Zeit von Intrigen und Skandalen erschüttert. Der Einfluss der Medici und der geschickte Geschäftssinn ließen Florenz prosperieren und zur Kulturhochburg zweier Jahrhunderte in Europa aufsteigen. Stellvertretend steht hierfür unter anderem die Fertigstellung der Kuppel der Santa Maria del Fiore, die als technische Meisterleistung gilt.

Doch die kulturelle Bedeutung von Florenz schwand im 17. Jahrhundert. Die Medici, die lange die Stadt geprägt hatten, starben aus, und als Franz I. Stephan, der Ehemann von Maria Theresia, deren Nachfolger wurde, wurde Florenz Besitz der Habsburger.

Neuzeit[Bearbeiten]

Erst im 19. Jahrhundert begann ein neuer wirtschaftlicher Aufschwung. Florenz wurde das Ziel von Bildungsreisen, den Grands Tours, und ein Teil Österreichs. 1859 verloren die Österreicher aber gegen Frankreich und das Königreich von Sardinien-Piemont, Florenz wurde 1861 Teil des Vereinigten Italiens. Die Stadt folgte Turin 1865 als italienische Hauptstadt nach und beherbergte so das erste Parlament des neuen Staates, verlor die Würde aber bereits 1871 an Rom.

Nachdem die Stadtbevölkerung sich im 19. Jahrhundert verdoppelt hatte, verdreifachte sie sich im 20. Jahrhundert und profitierte stark von den neuen Wirtschaftszweigen des Tourismus und der Industrie, während Fernhandel und Finanzwirtschaft wieder aufblühten. Im Zweiten Weltkrieg war die Stadt von 1943 bis 1944 von deutschen Truppen besetzt.

Bei einer Volksabstimmung von 1946 stimmten die Florentiner gegen den Erhalt des Königreichs und für die Republik Italien. Von 1946 bis 1950 regierte eine Koalition aus Sozialisten und Kommunisten die Stadt. Es vollzog sich ein rascher wirtschaftlicher und sozialer Wandel und Aufschwung. Die Jahre bis 1964 waren durch den christlich-sozialen Politiker Giorgio La Pira geprägt, der Bürgermeister von 1950 bis 1956 und 1960–1964 war. Die Überschwemmung in Florenz 1966 beschädigte viele Kunstschätze und forderte 34 Menschenleben, wobei die genauen Angaben von den Behörden jahrzehntelang unter Verschluss gehalten wurden.

Kultur[Bearbeiten]

Recht[Bearbeiten]

Im Jahr 1786 endeten mit Abschaffung von Todesstrafe und Folter durch Peter Leopold (1765 bis 1790 Großherzog der Toskana) diese Methoden auch in Florenz.

Kunst[Bearbeiten]

Florenz hat ein großes und bedeutendes künstlerisches Erbe. Cimabue und Giotto, die „Väter“ der italienischen Malerei, lebten in Florenz sowie Arnolfo und Andrea Pisano. Weitere bedeutende Pioniere in Architektur und Skulptur waren Brunelleschi, Donatello und Masaccio, allesamt verbrachten sie große Zeit ihres künstlerischen Lebens in Florenz. Auch der Universalgelehrte Leonardo da Vinci gilt als einer der herausragendsten Denker und Erfinder seiner Zeit. Er verbrachte große Teile seines Lebens in der Stadt.

Die Kunst vieler Maler und Bildhauer wird in den zahlreichen Museen in Florenz ausgestellt, die vor allem in den Sommermonaten ausverkauft sind oder sich Schlangen mit stundelangen Wartezeiten bilden. Die bekanntesten Museen sind die Uffizien und der Palazzo Pitti, mit einer herausragenden Sammlung.

Sprache[Bearbeiten]

Florentinisch (fiorentino) wird in Florenz gesprochen und ist ein toskanischer Dialekt. In vielen Teilen ist er identisch mit dem Standarditalienisch, weist aber in der Aussprache Besonderheiten auf.

Religion[Bearbeiten]

Die Bevölkerung ist zu gut 99 % römisch-katholisch, bedingt durch den wichtigen Sitz des Erzbischofs und der Bischofskirche Santa Maria del Fiore. Es gibt jedoch mehrere Kirchen anderer christlicher Glaubensgemeinschaften sowie eine Synagoge.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Die Kathedrale Santa Maria del Fiore mit dem Campanile von Giotto di Bondone. Die Kuppel von Filippo Brunelleschi gilt als technische Meisterleistung der Renaissance
Die Westfassade der Kathedrale
Die Uffizien und der Palazzo Vecchio im Hintergrund
Die 1294 erbaute Franziskanerkirche Santa Croce
Gartenfassade des Palazzo Pitti

Die historische Altstadt von Florenz spiegelt die überragenden Leistungen der Stadt auf dem Gebiet der Architektur wider. Hierbei sind insbesondere zahllose Bauten von der Zeit der Protorenaissance bis zur Herrschaft der Medici im 15. und 16. Jahrhundert entstanden, die die enorme wirtschaftliche und kulturelle Bedeutung der Stadt zu dieser Zeit belegen. Die Entstehung zahlloser Bauten der Stadt wurde dabei durch die Bankiers und Kaufleute der Stadt gefördert. Die florentinische Architektur ist insbesondere durch die zu Beginn des 15. Jahrhunderts durch Brunelleschi, Donatello und Masaccio formulierten Prinzipien der Renaissancearchitektur geprägt, die weit über die Stadt hinaus Bedeutung erlangt haben. Die historische Altstadt von Florenz wurde 1982 in das UNESCO-Welterbe aufgenommen, wobei es hierzu im Antrag heißt, dass „jede Rechtfertigung hierfür lächerlich und unverfroren“ sei, da sich hier die „weltgrößte Anhäufung universell bekannter Kunstwerke“[11] befinde.

Plätze, Straßen und Brücken[Bearbeiten]

Piazza della Signoria[Bearbeiten]

Hauptartikel: Piazza della Signoria

Zentrum der historischen Altstadt ist die Piazza della Signoria. Hier sandten die Florentiner Dante 1301 ins Exil, hier verbrannten sie 1497 auf Aufforderung des Girolamo Savonarola im „Fegefeuer der Eitelkeiten“ Schmuck, Kosmetika, Spiegel, Musikinstrumente und ähnliches und im darauffolgenden Jahr nach päpstlichem Urteil Savonarola selbst. Auf dem Platz befand sich ursprünglich Michelangelos Statue David an der Frontseite des Palazzo Vecchio. Er wurde jedoch mittlerweile durch eine Kopie ersetzt, das Original befindet sich in der Accademia delle Arti del Disegno. Auf dem Platz befindet sich zudem Bartolomeo Ammanatis marmorner Neptunbrunnen. Er bildet den Endpunkt eines noch funktionsfähigen Aquädukts aus der Antike. Außer dem Palazzo Vecchio liegt die Loggia dei Lanzi an diesem wichtigsten Platz der Stadt.

Ponte Vecchio[Bearbeiten]

Hauptartikel: Ponte Vecchio

Die einzige Brücke, die den Zweiten Weltkrieg unbeschadet überstand, ist der Ponte Vecchio. Die das erste Mal von den Etruskern gebaute Brücke verbindet die Uffizien mit dem Palast der Medici. Sie zeichnet sich heute vor allem durch ihre beeindruckende Zahl an Schmuckläden aus, die ihre Ränder bevölkern.

Kirchen[Bearbeiten]

Zentrum der Florentiner Kirchen ist die romanisch-gotische Kathedrale Santa Maria del Fiore mit ihrer eindrucksvollen Kuppel von Filippo Brunelleschi. Die vom 12. bis 14. Jahrhundert gebaute Kirche steht Touristen offen. Zum Domkomplex gehören weiter der Campanile des Giotto südlich an der Kathedrale und das westlich vor der Kirche gelegene Baptisterium San Giovanni mit Paradiespforte. Wichtige Skulpturen aus der Kirche wie die Pietà Palestrina des Michelangelo sind im Dommuseum zu besichtigen.

Die Basilica di San Lorenzo stammt in ihrer ersten Version von 390 (von Ambrosius geweiht) und wurde ab 1421 von Brunelleschi in den Formen der Frührenaissance umgebaut. Auf Grund zwischenzeitlichen Geldmangels ruhten die Bauarbeiten mehrfach. Die Ausführung der Pläne Brunelleschis konnte so erst nach seinem Tode vollendet werden, dennoch blieb die Fassade trotz eines spektakulären Entwurfs Michelangelos von 1518 bis heute unvollendet. An ihren Chor schließt sich zwischen den beiden Sakristeien des Brunelleschi und des Michelangelo die Medici-Kapelle an, die wie diese Grablegen der Familie Medici beherbergt. An einem Kreuzgang südlich der Kirche liegt die Biblioteca Medicea Laurenziana, gleichfalls nach Plänen des Michelangelo geschaffen.

Paläste[Bearbeiten]

Der Palazzo Pitti, gegenüber der Piazza della Signoria jenseits des Arno gelegen, beherbergt heute die ehemalige Privatsammlung der Medici. Angeschlossen an den Palast ist der Boboli-Garten mit eindrucksvoller Landschaftsgestaltung und vielen Skulpturen, dahinter der Belvedere, der einen Blick über die Stadt erlaubt.

Unter den mittelalterlichen Palästen erwähnenswert sind ferner:

Sehenswerte Renaissancepaläste sind

Museen[Bearbeiten]

(Auswahl)

  • Uffizien
Die Uffizien neben der Piazza della Signoria, die unter der Herrschaft der Medici als Verwaltungsgebäude für das Großherzogtum Toscana entstanden, beherbergen eines der weltweit bedeutendsten Museen für klassische Kunst, insbesondere der italienischen Malerei.
  • Accademia
Der Accademia di Belle Arti unterstellt und im gleichen Häuserblock an der Piazza delle Belle Arti gelegen sind das Kunstmuseum Galleria dell’Accademia (Via Ricasoli 58/60) und das Museum der renommierten florentinischen Restaurierungswerkstätten Opificio delle Pietre Dure (Via degli Alfani 78).
  • Museo Nazionale del Bargello
Der Palazzo del Bargello (Palazzo del Podestà) beherbergt ein Museum mit Werken der Bildhauerkunst, darunter Arbeiten von Donatello, Giambologna und Michelangelo sowie z. B. auch Werke der Malerei wie die des namentlich nicht bekannten, nach seinem Werk im Museum benannten Meister des Bargello-Tondo.
  • Palazzo Pitti
Der Palazzo Pitti, jenseits des Arno gelegen, beherbergt die ehemalige Privatsammlung der Medici, mit einem umfassenden Fundus aus der Zeit der Renaissance, darunter unter anderem Gemälde von Raffael.
  • Andere Museen
Das Museo Archeologico Nazionale (Archäologisches Museum) und das Museo di Storia Naturale (Naturhistorisches Museum) sind Teil der Universität.

Gärten[Bearbeiten]

Weitere Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Wirtschaft[Bearbeiten]

Der Hauptwirtschaftszweig von Florenz ist der Fremdenverkehr. In den Sommermonaten liegt die Zahl der Touristen deutlich über der der Florentiner, die großen Museen der Stadt sind regelmäßig ausverkauft.

Florenz beherbergt das Hauptquartier der Haute-couture-Firma Gucci, das damit eines der wenigen italienischen Modehäuser ist, das nicht in Mailand ansässig ist. Bedeutende Zweigstellen in Florenz oder der näheren Umgebung betreiben darüber hinaus auch Prada, Pucci, Ferragamo und Roberto Cavalli.

Als Handelsstadt profitiert Florenz als größte Stadt der Toskana und kann so einen umfangreichen Weinhandel beherbergen.

Kulinarisch ist Florenz auch für die Produktion von Cantuccini bekannt.

Verkehr[Bearbeiten]

Luftverkehr[Bearbeiten]

Im Nordwesten von Florenz liegt der kleine internationale Flughafen Amerigo Vespucci, der unter anderem von Air Berlin, Alitalia und Lufthansa angeflogen wird. Busse verbinden ihn mit dem Zentrum. So verkehrt ein Pendelbus der ATAF zwischen Flughafen und Hauptbahnhof, die Fahrzeit beträgt rund 15 Minuten.

Straße[Bearbeiten]

Florenz liegt an den Autobahnen E45A1 (Mailand–Rom) und A11 (Pisa–Florenz). Hinzu kommen verschiedene Schnellstraßen.

In der historischen Altstadt herrscht für auswärtige PKW und Mietwagen – außer für Anwohner und an Feiertagen – ein striktes Einfahrverbot (Zone mit beschränktem Verkehr, zona a traffico limitato, kurz ZTL). An den Einfahrten in die Verkehrszone überprüfen Überwachungskameras – ähnlich wie in London – in Echtzeit anhand des Kennzeichens, ob eine Einfahrtsgenehmigung vorliegt oder nicht. Einfahrten ohne Genehmigung werden sofort mit hohen Geldstrafen geahndet.[12][13]

Eisenbahn[Bearbeiten]

Durch Florenz verläuft die wichtigste Nord-Süd-Eisenbahnverbindung Italiens von Norditalien nach Rom und Neapel (Schnellfahrstrecke Bologna–Florenz und Direttissima Florenz–Rom) und damit auch die TEN-Achse Nr. 1 Berlin-Palermo. Nebst dem Hauptbahnhof Firenze S.M.N. gibt es noch zwei weitere Fernbahnhöfe auf Stadtgebiet, Campo di Marte und Rifredi. Zudem kommt ab 2013 der Hochgeschwindigkeitsbahnhof Firenze Belfiore hinzu.

Nahverkehr[Bearbeiten]

Hauptartikel: Straßenbahn Florenz

Florenz arbeitet derzeit am Aufbau eines modernen Straßenbahnsystems, das im Endausbau drei Linien umfassen soll. Eine erste Linie, die den Hauptbahnhof Firenze S.M.N. mit der Nachbarstadt Scandicci verbindet, wurde am 14. Februar 2010 in Betrieb genommen und hat auf einer Länge von 7,8 Kilometern 14 Stationen.[14] Die Stadt rechnet mit etwa 9,8 Millionen Fahrgästen im Jahr.[14] Sie wird im Rahmen einer nach einer Ausschreibung zugeteilten Konzession mit einer Laufzeit von 30 Jahren von RATP Dev, einer Filiale des Betreibers der Pariser Metro RATP betrieben und gewartet.[14] RATP Dev arbeitet gleichzeitig an der Konzeption zweier weiterer Linien (Linien 2 und 3).[14]

Sport[Bearbeiten]

Florenz beheimatet den bekannten Serie-A-Verein ACF Fiorentina. Eine besondere Tradition ist das Calcio Storico, eine Art Mischung aus Fußball, Rugby und Kampfsport, das seine Ursprünge im 15. Jahrhundert hat.

Bildung[Bearbeiten]

Die 1321 gegründete Universität Florenz ist zentral, das Europäische Hochschulinstitut außerhalb gelegen. Die Accademia delle Arti del Disegno ist eine der ältesten europäischen Kunsthochschulen.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Bekannte Persönlichkeiten der Stadt sind in der Liste von Persönlichkeiten der Stadt Florenz aufgeführt.

Fotogalerie[Bearbeiten]

360°-Panorama vom Dom

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Florenz unterhält mit folgenden Städten Partnerschaften.[15]

Weblinks[Bearbeiten]

 Wikiquote: Florenz – Zitate
 Commons: Firenze – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Florenz – Reiseführer

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistiche demografiche ISTAT. Monatliche Bevölkerungsstatistiken des Istituto Nazionale di Statistica, Stand 31. Dezember 2012.
  2. Carl Eduard Vehse: Die Weltgeschichte aus dem Standpunkte der Cultur und der nationalen Charakteristik. 41 Vorlesungen im Winterhalbjahr 1841/42 zu Dresden gehalten, Band I, Walthersche Buchhandlung, Dresden, 1842, Seite 412
  3. Adolf Beer: Ueber die fortschreitende Entwicklung der geschichtlichen Studien im Königreich Neapel von der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts bis auf die Gegenwart. In Heinrich von Sybel: Historische Zeitschrift, Sechster Band. Cottasche Buchhandlung, München, 1861, Seite 326
  4. Blätter für literarische Unterhaltung, Jahrgang 1853, Erster Band, Januar bis Juni, Enthaltend Nr. 1-26, F. A. Brockhaus Verlag, Leipzig, Seite 159
  5. Franz Grillparzer: Gesammelte Werke. Band 5, R. M. Rohrer, 1949, Seite 327
  6. Euromonitor International City Ranking
  7. Forbes Magazine
  8. Übersicht des Durchschnitteinkommens in Italien
  9. Vis a Vis, Florenz & Toskana: Palazzi, Museen, Eis, Stadtplan, Kirchen, Renaissance, Städte, Architektur, Hotels, Kunst, Fresken, Strände, Shopping, Dorling Kindersley; Auflage: aktualisierte Auflage 2009/2010. (September 2009)
  10. Italienische Wikipedia, Volltext
  11. Advisory Body Evaluation ICOMOS. (PDF; 166 kB)
  12. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatCamping und Caravaning Club Austria: Fahrverbote und Umweltzonen in Bella Italia sollen Innenstädte sauberer machen. Abgerufen am 16. März 2011.
  13. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatStadt Florenz: Pianta ZTL. Abgerufen am 16. März 2011 (JPG).
  14. a b c d Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-Formatlesechos.fr: La RATP met en service le tramway de Florence. Abgerufen am 5. März 2011.
  15. Offizielle Webseite der Stadt Florenz zu den Städtepartnerschaften, abgerufen am 24. Mai 2011
  16. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatHízelgő a magyar fővárosnak: Firenze testvérvárosának fogadta. In: Népszabadság. 17. Mai 2008, abgerufen am 28. Dezember 2009 (ungarisch).