Cosimo III. de’ Medici

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Cosimo III., Großherzog von Toskana

Cosimo III. de’ Medici (* 14. August 1642 in Florenz; † 31. Oktober 1723 in Florenz) aus der Familie Medici war seit 1670 als Großherzog von Toskana der Nachfolger seines Vaters Ferdinando II.

Leben[Bearbeiten]

Cosimo galt als extrem fromm – er stiftete u. a. das aufwendige Grabmonument für den heiligen Franz Xaver in der Basílica do Bom Jesus in Alt-Goa –, war aber unfähig, die Geschicke des Landes in Zeiten vermehrter europäischer Konkurrenz im Handel sowie des vermehrten klerikalen Einflusses zu lenken. Während sich Cosimo mehr und mehr in die Religion flüchtete, übernahm seine Mutter Vittoria della Rovere (1623–1694) de facto die Regierungsgeschäfte.

Am 20. Juni 1661 hatte Cosimo Marguerite Louise d’Orléans (1645–1721), die Tochter des Herzogs Gaston d’Orléans, geheiratet. Die Ehe wurde 1675 geschieden. Anscheinend war der langweilige Cosimo seiner äußerst lebenslustigen Frau unerträglich. Als er nach der Scheidung 1681 um Versöhnung und ihre Rückkehr nach Florenz bat (sie lebte inzwischen in einem französischen Kloster), schrieb sie ihm in einen Brief: „Es vergeht keine Stunde und kein Tag, ohne dass ich wünsche, dass jemand Euch aufhängt ... Wir werden beide bald zur Hölle fahren, und ich werde die Qual erleiden, Euch dort zu treffen.“

Cosimo war nicht nur um das Wohl des Klerus besorgt, für den er immer mehr Steuern erhob, sondern auch um das drohende Aussterben seiner Familie. Gleich beide Söhne begannen sich nämlich für das eigene Geschlecht zu interessieren, und die Schwiegertöchter, ein Mauerblümchen die eine, eine Tyrannin die andere, waren nicht geeignet, diese für das Haus Medici fatalen Neigungen ins Gegenteil zu verkehren. So bat Cosimo seinen inzwischen fast 50-jährigen Bruder Kardinal Francesco Maria, seine kirchlichen Würden abzulegen und sich eine Frau zu nehmen. Die Auserwählte, die 21-jährige Eleonore Gonzaga, war aber über den gesundheitlichen Verfall ihres Gemahls so entsetzt, dass sie der Trunksucht verfiel und sich zeitlebens gegen seine Annäherungen wehrte.

Cosimo versuchte nun zu erreichen, dass nach seinem Tod seine Tochter Herrscherin des Großherzogtums werden sollte. Die Großmächte lehnten allerdings ab. Lediglich Kaiser Karl VI. war bereit zuzustimmen, wenn er nach dem kinderlosen Tod von Anna Maria Louisa das Erbe im Großherzogtum antreten könne.

Nachkommen[Bearbeiten]

Aus Cosimos Ehe mit Marguerite Louise d’Orléans gingen folgende Kinder hervor:

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Cosimo III. – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Vorgänger Amt Nachfolger
Ferdinando II. Großherzog der Toskana
1670–1723
Gian Gastone