Baseballcap

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Feldmützen verschiedener Baseballteams

Ein Baseballcap (kurz Cap oder Kappe, Basecap[1] (Scheinanglizismus), auch Baseballkappe) ist eine Variante der Schirmmütze mit etwas größerer Sonnenblende, welche ursprünglich vor allem in den Vereinigten Staaten und unter Jugendlichen getragen wurde, mittlerweile jedoch weltweit und die auch zur Dienstmütze vieler Behörden und anderer Organisationen avancierte. Sie hat ihren Ursprung als Kopfbedeckung von Baseball-Spielern, ist aber mittlerweile allgemein Teil der Freizeitbekleidung, aber auch der Dienstkleidung.

Eigenschaften[Bearbeiten]

Baseballcaps sind in der Regel aus Leinen, Baumwolle, Wolle oder Polyester gefertigt, auf der Vorderseite versteift und besitzen statt einer Hutkrempe vorne einen versteiften Schild, der wie bei einer althergebrachten Schirmmütze als Sonnen-, Regen- und darüber hinaus als Stoßschutz dient. Innen ist am unteren Rand meist ein Schweißband eingenäht. Baseballmützen werden je nach Modell in verschiedenen Größen, dem Kopfumfang des Trägers entsprechend angeboten. Die englischsprachige Bezeichnung dafür lautet „fitted“. Die Durchmesser werden üblicherweise in Zoll angegeben (z. B. 7 1/2), während der Umfang in Zentimetern gemessen wird. Profibaseballspieler tragen ausschließlich fitted Caps.

Für andere Einsatzzwecke hat sich dagegen die Universalgröße durchgesetzt. Dabei wird die genaue Passform entweder durch ein elastisches Schweißband oder einen Druckknopf-, Klett- oder Klemmverschluss im hinteren Bereich eingestellt. Mützen mit Druckknopfverschluss werden nach der englischen Bezeichnung auch „Snapback“ genannt.

Geschichte[Bearbeiten]

Polizist der Brasilianischen Autobahnpolizei (Polícia Rodoviária Federal)

Populär wurde die Baseballkappe angeblich dadurch, dass am 24. April 1849 die Spieler des Baseballclubs New York Knickerbockers bei einem Spiel in New Jersey anstatt der damals üblichen Strohhüte steife Kappen trugen, die „hemispherical hats“ genannt wurden und zunächst noch keinen Schirm hatten.[2]

Die Trageweise mit dem Schirm nach hinten stammt ebenfalls aus dem Baseballsport selbst, wo manche Positionen eine Schutzmaske vor dem Gesicht tragen, die sich nicht mit dem Schirm vorne verträgt.

Heutzutage tragen üblicherweise alle Spieler der Verteidigung, alle Schiedsrichter und Trainer während des Spiels Baseballmützen. Wohingegen die Spieler der angreifenden Mannschaft Schutzhelme tragen, die allerdings ebenfalls mit einem Schirm ausgestattet sind.

In Deutschland wurde die Baseballmütze erstmals in den 1970er Jahren unter Jugendlichen beliebt. Ab Anfang der 1980er Jahre kam, zunächst von amerikanischen Straßengangs ausgehend, die Mode auf, die Mütze mit dem Schirm nach hinten zu tragen.[3] Verschiedene Jugendszenen übernahmen daraufhin dieses Erscheinungsbild. Studien des Ig-Nobelpreis-Trägers John Trinkaus ergaben Mitte der 1990er Jahre, dass zwischen 10 Prozent und 40 Prozent der beobachteten Studenten ihre Baseballcaps verkehrt herum trugen.[4][5][6]

Besatzungsmitglied des U-Bootes USS Los Angeles

Mitte der 1990er Jahre nahm die sehr preiswert herzustellende Baseballmütze nach amerikanischem Vorbild ihren Einzug in die Uniformmode deutschsprachiger Länder. Sie verdrängte bis heute neben dem Barett bei vielen Behörden sowie staatlichen und zivilen Organisationen und Vereinen die bis dahin bevorzugte Berg- beziehungsweise Arbeitsmütze und andere traditionelle Kopfbedeckungen.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Baseball caps – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Quellen[Bearbeiten]

  1. In der englischen Sprache wird mit "base cap" eine Zierleiste bezeichnet
  2. Beate Schmidt: Klassiker der Mode. Battenberg, Augsburg 1999. S. 112. ISBN 3-89441-380-8
  3. http://www.sterlingmanners.com/thebackwardbaseballcap.htm
  4. Alice Shirrell Kaswell: Trinkaus – An Informal Look. In: Annals of Improbable Research. 9, Nr. 3, Mai/Juni 2003.
  5. John Trinkaus: Wearing Baseball-Type Caps: An Informal Look. In: Psychological Reports. 74, Nr. 2, April 1994, S. 585-586
  6. John Trinkaus: Wearing Baseball-Type Caps: Another Look. In: Perceptual and Motor Skills. 82, Nr. 3, Juni 1996, S. 754.