Basilius Valentinus

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Basilius Valentinus
Basilius Valentinus

Basilius Valentinus ist der vorgebliche Autor einer Reihe alchemististischer Schriften, die in Erstdrucken aus der Zeit 1599-1626/45 und in Handschriften des 17. Jahrhunderts überliefert sind, mehrfach nachgedruckt, kommentiert und in mehrere europäische Sprachen übersetzt wurden.

Sie galten zunächst als bedeutende Werke eines Erfurter Benediktinermönchs des frühen 15. Jahrhunderts, die auch am Hof Maximilians I. schon Aufsehen erregt hätten, und aus denen unter anderem Paracelsus wesentliche Ideen geschöpft habe. Die Forschung nimmt heute jedoch an, dass diese Schriften nicht lange vor Ende des 16. Jahrhunderts entstanden und aus den Werken mehrerer verschiedener Autoren abgeschrieben und kompiliert wurden.

Illustration des 3. Schlüssels aus dem 18. Jahrhundert, in Duodecim Claves
Illustration des 3. Schlüssels aus dem 18. Jahrhundert, in Duodecim Claves

Johann Thölde aus Grebendorf bei Eschwege, Verfasser mehrerer medizinischer und mineralogischer Schriften, der 1580 in Erfurt studierte, 1594 für Landgraf Moritz von Hessen-Kassel ein Proces Buch kompilierte, seit 1599 in Frankenhausen am Kyffhäuser verheiratet war und dort als Nachfolger seines Schwiegervaters die Ämter eines Kammerherrn und Salzpfannenherrn ausübte, später ins Fürstentum Bamberg wechselte und dort 1608 Berghauptmann war, gab mehrere der Basiliusdrucke heraus und kann aufgrund textlicher Parallelen zu seinem Proces Buch zumindest teilweise als Verfasser oder Kompilator dieser Schriften gelten. Das zuerst von Georg Hellberger (Claromontanus) 1626 in Breslau in zwei von angekündigten fünf Teilen veröffentlichte Letzte Testament des Basilius, das in fünf Teilen dann von Caspar Dietzel 1645 in Straßburg gedruckt wurde, beruht teilweise auf Thöldes Haligraphia (1603) und teilweise auf der Schrift eines Nicolaus Solea oder Soleas, der seinerseits nicht sicher identifiziert, aber möglicherweise um 1566 als Pfarrer in Altenstein in Thüringen bezeugt ist.

[Bearbeiten] Literatur

  • Felix Fritz: Basilius Valentinus. In: Angewandte Chemie 38,1 (1925), S. 325-329, ISSN 0932-2132
  • Felix Fritz: Zur Basilius Valentinus-Frage. Chemiker-Zeitung 65 (1941), S. 353-354, ISSN 0009-2894
  • W. Hommel: Basilius Valentinus der Unverwüstliche. In: Zeitschrift für Angewandte Chemie 32,1 (1919), S. 73-76, ISSN 0932-2132
  • Claus Priesner: Basilius Valentinus und die Labortechnik um 1600. In: Berichte zur Wissenschaftsgeschichte 20,2-3 (1997), S. 159-172, ISSN 0170-6233
  • Claus Priesner: Johann Thoelde und die Schriften des Basilius Valentinus. In: Christoph Meckel (Hrsg.), Die Alchemie in der europäischen Kultur- und Wissenschaftsgeschichte, Harrassowitz, Wiesbaden 1986 (= Wolfenbütteler Forschungen, 32), S. 107-118
  • Bernhard Richter: Invisible Manuscripts: I.T. und der Stein der uhralten Weisen. Untersuchungen am Corpus Basilius nach einem Sammelband des frühen 17. Jahrhunderts. Antiquariat Bernhard Richter, Baden-Baden 2003, ISBN 3-8330-0054-6
  • Karl Sudhoff: Die Schriften des sogenannten Basilius Valentinus. In: Philobiblon 6 (1933), S. 163-170

[Bearbeiten] Weblinks

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