Belegschaftsaktie

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Eine Belegschaftsaktie ist

  • ein Instrument der Vermögensbildung in Arbeitnehmerhand,
  • eine Beteiligung eines Arbeitnehmers am Unternehmen des Arbeitgebers,
  • ein geldwerter Vorteil für den Arbeitnehmer,
  • eine Aktie, die unentgeltlich oder verbilligt an Mitarbeiter eines Unternehmens ausgegeben wird.

Die Ausgabe von Belegschaftsaktien erfolgt im Rahmen eines Employee Stock Ownership Program (ESOP) beziehungsweise bei leitenden Mitarbeitern Executive Stock Ownership Program.

Ziele[Bearbeiten]

Mit der Ausgabe von Belegschaftsaktien sollen folgende Zwecke erreicht werden:

  • Vermögensbildung in Arbeitnehmerhand (Gerechte Vermögensverteilung in einer Volkswirtschaft)
  • breite Streuung des Aktienbesitzes (Hebung der Aktionärsquote)
  • Bindung von Arbeitnehmern an den Betrieb
  • Erhöhung der Loyalität von Arbeitnehmern zur Firma

Emission[Bearbeiten]

Die Emission erfolgt im Rahmen einer bedingten Kapitalerhöhung nach § 192 Abs.2 Ziff. 3 AktG. Die übrigen Aktionäre erhalten keinen Ausgleich des Kursverlustes. Es verschlechtert sich der Stimmanteil der Altaktionäre.

Sperrfrist[Bearbeiten]

Wegen der Ausgabe zum Vorzugskurs sind Belegschaftsaktien in der Regel mit einer Sperrfrist von fünf Jahren versehen, innerhalb derer sie nicht verkauft werden können. Die Depotbank hat diese Sperrfrist zu beachten. Ausnahmen gibt es nur bei Arbeitsunfähigkeit oder Tod des Belegschaftsaktionärs. [1]

Ferner sind steuerliche Nachteile möglich, wenn die Belegschaftsaktien innerhalb einer bestimmten Frist nach dem Kauf wieder verkauft werden. Für Aktien, die vor dem 1. April 2009 erworben wurden, ist der inzwischen aufgehobene § 19a EStG zu beachten. Danach muss der geldwerte Vorteil, der bei einem Verkauf innerhalb von sechs Jahren anfällt, in jedem Fall voll versteuert werden. Die Frist von sechs Jahren beginnt am 1. Januar des Jahres, in dem die Aktien angeschafft wurden. Das gleiche gilt, wenn die Belegschaftsaktien bis zum 1. Januar 2016 angeschafft werden aufgrund einer vor dem 1. April 2009 geschlossenen Vereinbarung, die dem Mitarbeiter einen verbindlichen Anspruch auf den Bezug der Aktien zum Vorzugskurs einräumt (§ 52Abs. 35 EStG).

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Belegschaftsaktie als Mitarbeiterbeteiligung

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]