Belger

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Belger (Begriffsklärung) aufgeführt.

Belger oder Belgen (lateinisch Belgae) ist die Bezeichnung, die der römische Feldherr und Autor Gaius Iulius Caesar den gallischen Stämmen nördlich der Flüsse Sequana (Seine) und Matrona (Marne) gab. Ihr Siedlungsgebiet lag ursprünglich zwischen Seine und Rhein. Wahrscheinlich bereits weit vor Beginn der Eroberung Galliens durch Gaius Iulius Caesar (58 v. Chr.) überquerten Germanen den Rhein und vermischten sich mit den dort vermutlich seit rund 300 Jahren lebenden Kelten. So berichten sowohl Tacitus in seiner Germania[1], als auch Caesar in De bello Gallico[2], dass die Belger mit besonderem Ehrgeiz Anspruch darauf erheben, germanischen Ursprungs zu sein und sich so von den Galliern abheben zu können. Zusätzlich zu den keltisierten Germanen zählt Caesar die fünf cisrhenanischen (linksrheinischen) Germanenstämme der Aduatuker, Eburonen, Condruser, Caeroser und Paemanen zu den Belgern. Einige der Stämme aus der Marne-Gegend trieben regen Handel mit dem ebenfalls keltischen Britannien, wo sich dann auch einige Stämme der Belger im Jahrhundert vor Christi Geburt an der Küste ansiedelten. Caesar unterscheidet die Belger von den Galliern und Aquitanern, den anderen Stammesgruppen in dem von Rom mit Gallien bezeichneten Gebiet des heutigen Frankreichs und angrenzender Gebiete.

Der heutige Staat Belgien, der so erst seit 1830 existiert, wurde historisierend nach den teilweise im heutigen Gebiet ansässigen Belgern benannt; eine durchgehende historische Verbindung von den Belgern zu den heutigen Belgiern existiert nicht.

Volk des Nordwestblocks[Bearbeiten]

Die Belgae sind das Volk, das nach Hans Kuhn[3] den oder einen Teil des Nordwestblocks ausmacht; ein Volk, das ihm zufolge sprachlich eher mit den Venetern verwandt ist und vielleicht um die Zeitenwende keltisiert wurde. Der Nordwestblock umfasst auch weite Teile Nordwestdeutschlands und die Niederlande, die nach Kuhn um die Zeitenwende germanisiert wurden. Diese Nordwestblock-These ist jedoch stark umstritten.

Geschichte der Belgae[Bearbeiten]

Im ersten gallischen Feldzug Caesars bildeten die Belger eine Koalition gegen diesen, wurden aber 57 v. Chr. geschlagen.

Ein belgischer Stamm, die Eburonen, revoltierte 53 v. Chr. gegen Rom, und vernichtete 15 römische Kohorten. Im Gegenzug wurden sie fast vollständig von den römischen Legionen aufgerieben. Von der anderen Rheinseite nachrückende Stämme ersetzten sie.

Als Caesar das erste Mal nach Britannien übersetzte, traf er dort auf von Cassivellaunus geführte belgische Gegner, aus denen der Stamm der Catuvellaunen hervorging. Nach weiteren Siegen Caesars in Gallien (54 bis 51 v. Chr.) flüchteten weitere belgische Siedler nach Britannien und verbreiteten ihre Kultur über große Teile Südenglands. Die wichtigsten belgischen Königreiche entstanden um Colchester (die Trinovanten unter König Cunobelinus), St. Albans (die Catuvellaunen) und Calleva Atrebatum (die Atrebaten).

Der wichtigste Beitrag der Belgae zur Wirtschaft Britanniens war die Einführung eines schwereren Pfluges, was die verfügbare Ackerfläche erheblich erweiterte.

Belgische Stämme[Bearbeiten]

Stämme auf dem Festland[Bearbeiten]

57 v. Chr. bis 51 v. Chr. wurde das Gebiet der belgischen Festlandsstämme von Julius Caesar erobert. Die Namen einiger dieser Stämme waren:

Unter Kaiser Augustus wurde dort die römische Provinz Gallia Belgica mit dem Hauptort Durocortorum (Reims) gegründet.

Stämme auf der britischen Insel[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Tacitus, Germania 28; Strabon 4,3,4.
  2. Gaius Iulius Caesar, De bello Gallico 2,28,2; Titus Livius, Epitome 4,197.
  3. Hans Kuhn, Rolf Hachmann, Georg Kossack, Völker zwischen Germanen und Kelten. Schriftquellen, Bodenfunde und Namengute zur Geschichte des nördlichen Westdeutschlands um Christi Geburt, Neumünster 1962

Literatur[Bearbeiten]

  • Rolf Hachmann/Georg Kossack/Hans Kuhn (1962): Völker zwischen Germanen und Kelten. Schriftquellen, Bodenfunde und Namengut zur Geschichte des nördlichen Westdeutschlands um Christi Geburt, Neumünster: Karl Wachholtz.