Benna (See)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Benna
Der See im Winter
Der See im Winter
Geographische Lage Melhus (Sør-Trøndelag)
Zuflüsse Grøtvatnet und mehrere kleine Bergseen
Abfluss Loa → Gaula
Orte am Ufer Branem
Größere Städte in der Nähe Hermanstad, Flå
Daten
Koordinaten 63° 10′ 33″ N, 10° 13′ 30″ O63.17583333333310.225184Koordinaten: 63° 10′ 33″ N, 10° 13′ 30″ O
Benna (Sør-Trøndelag)
Benna
Höhe über Meeresspiegel 184 moh.
Fläche 5,73 km²[1]
Umfang 22,61 kmf9
Maximale Tiefe 92 m[2]

Besonderheiten

Nutzung als Trinkwasserquelle

Benna ist ein See in der norwegischen Kommune Melhus in der Provinz Sør-Trøndelag. Der See hat eine Fläche von 5,73 km² und befindet sich auf 184 moh.[3] Er dient als Trinkwasservorrat für die Gemeinde und zur Sicherung der Wasserversorgung Trondheims. Zum Schutz des Sees ist die Ausübung von Wassersportarten verboten, er stellt jedoch für Sportfischer aufgrund seines reichen Fischbestandes ein beliebtes Angelrevier dar.

Geographie[Bearbeiten]

Zulauf und Ablauf[Bearbeiten]

Der Benna wird durch einen Zulauf vom Grøtvatnet sowie durch Ablaufbäche der kleinen Bergseen Litl-Sågåsvatnet, Sågåsvatna, Svartvatnet, Storøveråvatnet und Litløveråvatnet gespeist, die sich allesamt östlich des Bennas auf einem Gebirgskamm berfinden.[1] Der Ablauf des Bennas findet im Norden über den Loa statt, der wiederum bei Flå in die Gaula mündet.[1]

Inseln[Bearbeiten]

Im Benna befinden sich insgesamt acht Holme: Brandholmen, Gaddholmen, Litlholmen, Skiholmen, Storholmen und drei Namenlose. Darüber hinaus ragen mit der Agnesodden, der Brandodden, der Sveodden, und der Tyvodden vier benannte Halbinseln in den See. Hinzu kommen zu diesen noch mehrere namenlose Landspitzen und Halbinseln.[1]

Ökologie[Bearbeiten]

Fauna[Bearbeiten]

Im Benna leben mehrere Fischarten, darunter Forellen, Seesaiblinge und drei Stichlingsarten.[2] Die Saiblinge stellten die dominierende Fischart im See dar, deren Individuen bis zu 3-5kg schwer werden. Der Forellenbestand gestaltet sich dennoch ebenfalls sehr groß. Die ausgewachsenen Tiere dieser Art im See haben meist eine Masse zwischen 1-2kg.[2]

Wahrscheinlich ist zudem, dass der Benna dem Europäischen Aal historisch als Lebensraum gedient hatte. Ob dies immer noch der Fall ist, ist unklar und mangels Sichtung auch unwahrscheinlich. Der Aal wird seit dem Jahr 2006 in der norwegischen Roten Liste gefährdeter Arten aufgeführt, als eine Art mit extrem hohem Risiko des Aussterbens.[2][4]

Flora[Bearbeiten]

Die Flora des Sees wird sowohl im Unterwasser- als auch im Uferbereich durch das Nährstoffarme und klare Wasser geprägt. Im Uferbereich des Sees findet sich teilweise Spiegelndes Laichkraut,[2] das in Norwegen vom Aussterben bedroht ist und in der norwegischen Roten Liste gefährdeter Arten mit dem Status Vulnerable, also als gefährdet, mit einem hohen Risiko des Aussterbens in der Natur in unmittelbarer Zukunft geführt wird.[5] Neben diesem Vertreter der Laichkräuter gedeihen im See auch Faden-Laichkraut, Langblättriges Laichkraut, Zwerg-Laichkraut. Weiterhin finden sich Wurzelnder Wasser-Hahnenfuß (ein Hahnenfußgewächs) und Nadel-Sumpfbinsen.[2]

Wasserqualität[Bearbeiten]

Das Wassers des Bennas verfügt über eine sehr gute Wasserqualität und eine hohen Sauerstoffgehalt auch bis in tiefere Gewässerschichten.[6][2] Die Farbzahl des Wassers je nach Jahreszeit nur 0 bis 5, meist bewegt sich der Wert zwischen 3 bis 5.[2] Die Sauberkeit des Wassers zeigt sich auch an der niedrigen bakteriologischen Belastung. In mehreren Messeungen wurde stets ein Wert von weniger als 5 E.coli-Bakterien pro 100ml festgestellt.[2] Mit 2,5 °dH ist das Wasser sehr weich.[6] Der Nährstoffgehalt im See ist sehr gering und ähnelt dem vergleichbarer Bergseen in der Region. Der Phosphorgehalt beträgt lediglich 2 μg/l. Ebenso zeigt sich der Stickstoffgehalt mit 200 μg/l auf einem niedrigen Niveau. Der Grad der Trübung bewegt sich in der Regel zwischen 0,2-0,4 FTU. Der pH-Wert bewegt sich konstant um 7,7 bis 7,8.[2]

Wirtschaftliche Bedeutung[Bearbeiten]

Fischerei[Bearbeiten]

Im Benna findet kein kommerzieller Fischfang statt, dennoch ist das Gewässer aufgrund seiner reichen Fischbestände als Angelrevier beliebt. Im Winter wird der See oft von Anglern zum Eisfischen auf Saibling benutzt.[2]

Trinkwassergewinnung[Bearbeiten]

Bau der Rohrleitungen für das „MeTroVann“-Projekt im Herbst 2013

Der Benna wird zur Trinkwasserversorgung der Kommune Melhus genutzt und gilt als deren wichtigste Trinkwasserquelle.[7] Die Idee für diese Nutzung wurde um 1965 vom Kvåler Gustav Berg geboren. Der Baubeginn für die Erschließung des Sees zur Trinkwassernutzung fand 1968 statt, als durch den bis zu 310 moh hohen Loåsen-Bergrücken von Norden her ein Tunnel durchgesprengt wurde. Durch diesen verläuft eine 1350 m lange und im Durchmesser 5-6m starke Rohrleitung von der Råvika-Bucht im Norden des Bennas bis zu einem Wasseraufbereitungswerk, in dem dieses u.A. schwach gechlort wird. Die Bauarbeiten konnten mit dem Anschluss an das Trinkwassersystem der Kommune Melhus im Jahr 1972 abgeschlossen werden.[6] Das Wassers des Bennas speißt derzeit rund 3200 Haushalte, etwa 230 Betriebe und Unternehmen sowie mehrere öffentliche Einrichtungen wie Schulen, Altenheime, etc.[6]

Unter dem Projektnamen „MeTroVann“ (Melhus Trondheim Vann, sinngemäß deutsch: Melhus-Trondheim-Wasserversorgung) werden vom Benna aus Rohrleitungen zum Jonsvatnet verlegt und dazugehörige Infrastruktur wie Pumpstationen errichtet, um die Trinkwasserversorgung von Trondheim und Melhus zu verbessern und im Notfall sichern zu können.[7] Derzeit wird das Wasser aus einer Tiefe von etwa 17m unter der Wasseroberfläche aus dem Benna gepumpt. Durch die neuen Rohrleitungen soll das Wasser aus bis zu 45m Tiefe gepumpt werden.[2]

Freizeit und Tourismus[Bearbeiten]

Zur Wahrung der Trinkwasserqualität gilt für den Benna, neben einem Verbot für Neubauten auch eine Bade- und Bootsverbot. Abgesehen vom Sportfischen wird der Benna selbst daher kaum zur Freizeitgestaltung benutzt. Ein Bauernhof unweit des Grøtvannet vermietet jedoch Pferde, mit denen das Umland des Sees, teilweise auch auf angelegten Wegen, erkundet werden kann.[2] Es gibt am See keine öffentlichen Sanitäranlagen, jedoch mehrere Hütten, die teilweise auch gemietet werden können.

Statistik[Bearbeiten]

Statistische Daten zum Einzugsgebiet des Bennas[2]
Gesamteinzugsgebiet 25,7km²
Seefläche des Benna 5,73km²
Seefläche des Grøtvannet 2,6km²
Seefläche des Benna (in % am Gesamteinzugsgebiet) 22,2 %
Seefläche des Benna und Grøtvannet (in % am Gesamteinzugsgebiet) 32,4 %
Mittlerer Spezifischer Jahresablauf 18,7 L/s pro km²
Mittlerer Ablauf am Benna in den Loa 500 L/s
Theoretische Aufenthaltszeit des Wassers in Benna ca. 10 Jahre
Höchster Punkt im Einzugsgebiet 512 moh.
Tiefster Punkt im Einzugsgebiet 184 moh.

Hydrologische Daten[Bearbeiten]

Das Einzugsgebiet des Bennas beträgt 25,7km². Anders als in der Regel üblich wird das Wassersystem nicht auf den dazugehörigen (Ab)fluss, den Loa bezogen, sondern auf den Benna.[2] Es besteht aus dem See Grøtvannet, dessen in den Benna einmündenden Abfluss, dem Grøtbekken, dem Benna selbst samt einmündender Abflüsse einiger kleiner Bergseen und dem 3,2 km langen Loa.[8] Der Loa mündet bei Flå in die Gaula, so dass das Benna-Wassersytsem ein Nebenwassersystem des Gaula darstellt.[1] Im Oberen Abschnitt des Loas befinden sich mehrere Wasserkraftwerke zur Stromerzeugung.[2] Die Nebenstehende Tabelle enthält weitere Daten über das Wassersystem Benna.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Benna, Norway – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d e "NVE Atlas" - Innsjødatabase, Norges vassdrags- og energidirektorat, abgerufen am 16. Februar 2015 (englisch)
  2. a b c d e f g h i j k l m n o p OMDISPONERING AV VANNRESSURSENE I BENNAVASSDRAGET, MELHUS KOMMUNE (7. Oktober 2010), trondheim.kommune.no, abgerufen am 16. Februar 2015 (norwegisch; PDF, 2,1 MB)
  3. Store norske leksikon: Benna, abgerufen am 16. Februar 2015 (norwegisch)
  4. Anguilla anguilla, artsportalen.artsdatabanken.no, abgerufen am 16. Februar 2015 (norwegisch)
  5. Potamogeton lucens, artsportalen.artsdatabanken.no, abgerufen am 16. Februar 2015 (norwegisch)
  6. a b c d Roger Folstad: Historisk om Benna, melhus.kommune.no, abgerufen am 16. Februar 2015 (Word-doc-Datei, 21KB)
  7. a b MeTroVann, trondheim.kommune.no, abgerufen am 16. Februar 2015 (norwegisch)
  8. Topografische Karte von Norwegen (Ausschnitt mit Loa), ut.no, abgerufen am 17. Februar 2015