Berdysch

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Berdysch
Bardiche-berdish.jpg
Angaben
Waffenart: Axt
Bezeichnungen: Trabantenaxt, Strelizenaxt, Stielaxt, Bartaxt
Verwendung: militärische Waffe
Entstehungszeit: ca. 14. Jh.
Einsatzzeit: 14.–17.Jh
Ursprungsregion/
Urheber:
Russland, russische Knjaz, Wojwoden
Verbreitung: Russland, Europa
Gesamtlänge: ca. bis 260 cm
Klingenlänge: ca. 60–75 cm
Klingenbreite: ca. 10 cm
Gewicht: ca. 200–1300 g
Griffstück: Holz , ca. 130–180 cm
Besonderheiten: Standardwaffe der russischen Palastgarden (Strelizen), später Zweitwaffe der Musketiere als Zielhilfe
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Berdysch (russ. берды́ш, dt. Bardiche, Stielaxt, Bartaxt) ist die russische Bezeichnung für eine langstielige Streitaxt mit großem halbmondförmigen Axtblatt, die in Skandinavien, Russland und Osteuropa ab dem späten Hochmittelalter Verwendung fand.

Beschreibung[Bearbeiten]

Das Wort „Berdysch“ sowie die engl., frz. und span. Bezeichnung „bardiche“ ist aus dem mittellateinischen „barducium“ bzw. dt. „Barte“ = (Wurf)axt, Beil abgeleitet. Die Berdysch mit ihrer 60–75 cm langen etwa 3 kg schweren Axtklinge auf 1,30–1,80 m hohem Holzschaft war dazu gedacht, als Hieb- und Stichwaffe einerseits mit schwingenden Hieben die schwere Rüstung des Gegners zu durchschlagen, konnte aber auch wie eine Lanze stoßend eingesetzt werden. Es gab Ausführungen mit zwei Befestigungen der Klinge am Schaft – in der Mitte und am unteren Ende (Bild) – und mit nur einer in der Mitte der Klingenrückseite. Im Spätmittelalter wurde die Berdysch zur bevorzugten Waffe der Palastgarden der russischen Fürsten. Während des 15. Jahrhunderts breitete sie sich auch in Schweden aus und fand auch in den östlichen Gebieten Polen-Litauens Verwendung. Seit 1550 war die Berdysch markantes Erkennungsmerkmal der von Iwan dem Schrecklichen eingeführten russischen Palastgarde, der Strelizen. Die mit Feuerwaffen ausgestatteten Musketiere benutzen die Berdysch als Hieb- und Stichwaffe im Nahkampf sowie als Ablage und Zielhilfe für die Muskete. Die Berdysch wurden bis Anfang des 18. Jahrhunderts als Zweitwaffe der Schützen und als zeremonielle Paradewaffe verwendet.

Vereinfachender Weise wird im Deutschen oft der Begriff „Hellebarde“ als Übersetzung für „Berdysch“ gewählt, obwohl sie in ihrer Form eher mit der „Glefe“ übereinstimmt.

Galerie[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • George Cameron Stone, Donald J. LaRocca: A Glossary of the Construction, Decoration and Use of Arms and Armor: in All Countries and in All Times. Verlag Courier Dover Publications, 1999, ISBN 978-0-486-40726-5.

Weblinks[Bearbeiten]