Berkeley Pit

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Berkeley Pit 2008
Berkeley Pit 1984
Gasdämpfe über Berkeley Pit
Nahaufnahme eines Abbauhangs
Kontaminiertes Wasser

Berkeley Pit ist eine ehemalige Kupfermine am nordöstlichen Rand der US-amerikanischen Stadt Butte im Bundesstaat Montana. Die im Laufe der Abbautätigkeit ab 1881 zuletzt entstandene Tagebaugrube ist 1600 m lang, 800 m breit und 540 m tief und mit 120 Millionen Kubikmeter schwefelsaurem Wasser gefüllt (pH-Wert = 2,5). Das Wasser birgt eine große Menge gelöster Schwermetalle und andere gelöste Stoffe, darunter Arsen, Cadmium, Zink und Schwefelsäure.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Abbautätigkeit begann 1881 durch Michael Hickey, von dem der "Kupferkönig" Marcus Daly sie erwarb. Der erste Abbau erfolgte durch die Anaconda Copper Mining Company in Untertagebau-Schächten. Diese wurden 1947 geschlossen, nachdem insgesamt 94.900 Tonnen Kupfer gefördert worden waren. Auf dem Gelände wurde ab 1955 der offene Tagebau Berkeley Pit ausgehoben und bis zur Schließung 1982 von ARCO (Atlantic Richfield Company) abgebaut. Die Verhüttung des Erzes erfolgte in dem 40 Kilometer nordwestlich gelegenen Anaconda (Montana).

Nach Schließung der Mine wurden die Pumpen entfernt. Die Grube füllte sich dann nach dem Prinzip der kommunizierenden Röhren mit Grundwasser.

Das größte Problem ist das vorhandene Pyrit (FeS2). Diese schwefelhaltige Substanz reagiert mit dem sauerstoffarmen Wasser unter Einwirkung von Mikroorganismen zu Schwefelsäure. Im sauren Wasser lösen sich im Gestein befindliche Schwermetalle. Wasser mit einem hohen Säuregehalt kann viel mehr Schwermetalle als Wasser mit einem neutralen pH-Wert (pH 7) lösen. Der aktuelle Gehalt von Kupfer im Wasser beträgt bis zu 187 ppm.

Umweltauswirkungen[Bearbeiten]

1995 starben 324 Schneegänse am kontaminierten sauren Wasser. ARCO tat das als bakterielle Erkrankung ab. Seitdem versucht ein Beobachtungszentrum, die Vögel zu schützen. Unter anderem werden sie mit Gewehrschüssen vergrämt und es gibt auch automatische Alarmsysteme. Bei bestimmten Vogelarten wie Enten und Gänsen funktioniert das gut, bei anderen Vögeln nicht. Wasservögel tauchen oft unter, wenn Gefahr droht. Zwar sterben die Vögel nicht sofort, aber 4 bis 6 Stunden Einwirkung des Wassers bilden eine tödliche Grenze.

Die Einheimischen fürchten die Abgase, die aus der Grube aufsteigen.

Sanierung[Bearbeiten]

Es gab einige Versuche, die Grube zu sanieren, aber der Säureanteil blieb sehr hoch. Für eine vollständige Sanierung würden Geldmittel benötigt, die niemand aufbringen will. Die Ansichten sind im Übrigen geteilt, wer für die Sanierung zuständig wäre. ARCOs Aufgabe wäre es gemäß dem Verursacherprinzip, aber das Unternehmen entzieht sich dieser Verantwortung. Der Bundesstaat Montana will nicht investieren, weil er glaubt, dass ARCO verantwortlich ist. Die notwendigen strengen Maßnahmen sollen nun aus Mitteln des Bundes für Umweltkatastrophen finanziert werden.

Weblinks[Bearbeiten]

46.017327777778-112.51016666667Koordinaten: 46° 1′ 2,4″ N, 112° 30′ 36,6″ W