Berliner Illustrirte Zeitung

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Berliner Illustrirte Zeitung
Biz-logo.png
Beschreibung Berliner Wochenzeitung
Fachgebiet Zeitung für die allgemeine Öffentlichkeit
Sprache deutsch
Verlag Ullstein Verlag (Deutschland)
Erstausgabe 4. Januar 1892
Einstellung 1945
Erscheinungsweise wöchentlich
Herausgeber Leopold Ullstein
ISSN 0177-610X
ZDB 125880-1

Die Berliner Illustrirte Zeitung (BIZ) war eine deutsche illustrierte Wochenzeitschrift.

Geschichte[Bearbeiten]

Sie wurde 1891 gegründet, die erste reguläre Ausgabe erschien am 4. Januar 1892. Im Jahr 1894 wurde die Zeitschrift von Leopold Ullstein (Ullstein Verlag) gekauft. Sie war die erste deutsche Massenzeitung. Technische Innovationen, wie der Offsetdruck, die Zeilensetzmaschine oder die Verbilligung der Papierherstellung führten dazu, dass die BIZ zum Preis von damals 10 Pfennig wöchentlich in den Berliner Straßen verkauft wurde. Dies war damals sogar für Arbeiter erschwinglich.

Titelblatt der Ausgabe vom 27. August 1936

Die BIZ stellte den Zeitungsmarkt auf den Kopf. Die Leser wurden nicht mehr über feste Abonnements gebunden, sondern durch die interessante, vor allem auf die Bilderwirkung setzende, Aufmachung. Das erste – und damals als sensationell empfundene – Titelblatt zeigt die photographische Gruppenaufnahme eines bei einem Schiffsunglück ums Leben gekommenen Offizierskorps. Seit 1901 war es außerdem technisch möglich, aktuelle Fotos im Innenteil des Blattes abzudrucken. Dies galt als unerhörte Neuerung. Mit den Fotografien warb auch die einzige große Konkurrenz der Illustrirten, Die Woche.

Schon früh war die Zeitschrift auch um größtmögliche Aktualität in ihrer Berichterstattung bemüht. So wurde z.B. im April 1912 die Produktion der bereits im Druck befindlichen Ausgabe Nr. 16 angehalten, als die Nachricht vom Untergang des Ozeanriesen 'Titanic' eintraf. Kurzerhand ersetzte man ein halbseitiges Foto der Akropolis durch ein Foto der Titanic, um über das Unglück aktuell zu berichten. Heute sind beide Auflagen dieses Exemplars in Zeitungsmuseen ausgestellt.

In den 1910er Jahren verlieh die BIZ den Menzelpreis für die beste Zeichnung des Jahres.

Zum Ende der Weimarer Republik erreichte die BIZ eine Auflage von fast zwei Millionen Exemplaren. Von 1926 bis 1931 wurden Zeitungen in Deutschland mit verlagseigenen Flugzeugen ausgeliefert, danach weiterhin mit der Lufthansa. Während der Zeit des Nationalsozialismus wurde die Verleger-Familie vertrieben und das Blatt bis zum Kriegsende ein Organ der NS-Propagandisten.[1] Anfang 1938 lag nach Verlagsangaben die Auflage bei 1.200.000 Exemplaren.

1941 änderte die Redaktion den Namen von der traditionellen Schreibweise „Illustrirte“ in die modernere „Illustrierte“. Die regelmäßige Ausgabe wurde mit dem Kriegsende 1945 eingestellt.

Nach dem Zweiten Weltkrieg kehrten die Ullsteins zurück, erhielten den Verlag zurück, mussten ihn aber ab 1956 schrittweise an Axel Springer verkaufen. In diesem Verlag erschienen zu besonderen Ereignissen, wie dem Kennedy-Besuch 1963 oder der Öffnung der Berliner Mauer 1989, einzelne Ausgaben namens Berliner Illustrirte, nun wieder mit dem Titel in der traditionellen Schreibweise ohne e. Seit dem 18. März 1984 trägt – als historische Reminiszenz – das Sonntagsmagazin der Berliner Morgenpost aus dem Axel Springer Verlag diesen Namen.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Christian Ferber: Berliner Illustrirte Zeitung. Zeitbild, Chronik, Moritat für Jedermann 1892–1945. Ullstein Verlag, Berlin 1982. ISBN 3-550-06586-8.
  • Peter de Mendelssohn: Zeitungsstadt Berlin, Menschen und Mächte in der Geschichte der deutschen Presse. Ullstein, Berlin 1959; 2. überarb. u. erw. Aufl., Ullstein, Frankfurt am Main, Berlin, Wien 1982. ISBN 3-550-07496-4.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Zum Beispiel war der Kriegsfotograf und Autor von Fotobänden Eric Borchert in der BIZ groß geworden, bevor er zu einer Propagandakompanie der Nationalsozialisten stieß. Siehe Thomas Kubetzky: The Mask of Command, Lit Verlag 2012, ISBN 978-3-643-10349-9, S. 81