Berliner Morgenpost

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Berliner Morgenpost
Berlinermorgenpostlogo.jpg
Beschreibung deutsche Tageszeitung
Verlag Berliner Morgenpost GmbH, Berlin
Erstausgabe 20. September 1898
Erscheinungsweise Montag–Sonntag
Verkaufte Auflage
(IVW 2/2014, Mo–So)
111.147 Exemplare
Reichweite (MA 2011 I) 0,36 Mio. Leser
Chefredakteur Carsten Erdmann
Weblink www.morgenpost.de
Artikelarchiv Mai 2002 ff.
ZDB 749437-3
Probeausgabe vom 19. September 1898
Werbetafel für die Berliner Morgenpost in Berlin
Werbeplakat von 1901, gestaltet von Edmund Edel

Die Berliner Morgenpost ist eine 1898 gegründete Regionalzeitung[1] aus Berlin, die bis zum 1. Mai 2014 Teil des Axel-Springer-Verlags war und seitdem der Funke Mediengruppe gehört.[2] Chefredakteur ist Carsten Erdmann. Die Morgenpost hat eine verkaufte Auflage von 111.147[3] und erreicht damit im Durchschnitt 360.000 Leser.[4] Die Zeitung erscheint täglich (Tageszeitung).

Geschichte[Bearbeiten]

Die erste Ausgabe erschien am 20. September 1898. Ihr Gründer und Verleger war Leopold Ullstein.

Nach Hitlers Machtantritt 1933 wurde der Ullstein-Verlag schrittweise »arisiert« und 1937 in Deutscher Verlag umbenannt. Zwar erschien die Berliner Morgenpost weiter, doch nun de facto als ein Organ des Nazi-Pressetrusts Franz Eher Nachf. München, des Zentralverlages der NSDAP. Zahlreiche jüdische Mitarbeiter von Verlag und Redaktion der Berliner Morgenpost wurden entlassen und verfolgt, in die Emigration getrieben oder deportiert und ermordet. Stellvertretend für sie alle genannt seien Paul Hildebrandt (1870–1948), der von 1943 bis 1945 im KZ Buchenwald eingekerkert war, und Elise Münzer (1869–1942), die in Malý Trostinec umgebracht wurde.[5]

Im Zweiten Weltkrieg wurde der Berliner Lokal-Anzeiger mit der Berliner Morgenpost vereinigt. Nach der Niederlage des Deutschen Reiches wurde das Weitererscheinen 1945 vom Alliierten Kontrollrat verboten, bis die Berliner Morgenpost im September 1952 von Rudolf Ullstein, einem Sohn des Verlagsgründers, im wiederhergestellten Ullstein-Verlag neu herausgebracht wurde. Der Verlag wurde schrittweise 1956 bis 1959 von Axel Springer übernommen.

Die Traditionszeitung bietet neben ihrer überregionalen Berichterstattung einen großen Regionalteil. Darüber hinaus hat die Berliner Morgenpost den größten Immobilien- und Stellenmarkt unter Berlins Tageszeitungen sowie einen umfangreichen Automarkt. Am Sonnabend liegt der Zeitung seit 2006 die Berliner Kinderpost bei. Am Sonntag erscheint die Berliner Morgenpost mit der traditionsreichen Berliner Illustrirten Zeitung. Seit September 2008 erscheint zudem jeden Sonnabend Berliner Morgenpost Wochenend-Extra, eine Wochenzeitung in Millionenauflage, die kostenlos an die Berliner Haushalte verteilt wird.

Die Berliner Morgenpost wird gemeinsam mit der WELT und der Welt am Sonntag herausgegeben. Seit 2006 nutzen alle drei Zeitungen eine Gemeinschaftsredaktion.

Am 26. Oktober 2012 gab der Verlag Axel Springer bekannt, die Redaktion der Berliner Morgenpost noch vor dem Jahresende mit der des Hamburger Abendblattes zusammenzulegen. Diese Zentralredaktion soll in Berlin angesiedelt werden. In Hamburg bleibt dann nur noch eine Abendblatt-Lokalredaktion bestehen. Diese Maßnahme ist auch im Zusammenhang mit der am 30. Juni 2013 auslaufenden beim Berlin-Umzug der Bild-Zeitung gegebenen fünfjährigen Standortgarantie für Hamburg zu sehen.

Auflage[Bearbeiten]

Die Berliner Morgenpost hat in den vergangenen Jahren erheblich an Auflage eingebüßt. Die verkaufte Auflage ist seit 1998 um 38,4 Prozent gesunken.[6] Sie beträgt gegenwärtig 111.147 Exemplare.[7] Der Anteil der Abonnements an der verkauften Auflage liegt bei 61,4 Prozent.

Entwicklung der verkauften Auflage[8]


Chefredakteure[Bearbeiten]

Bisherige Chefredakteure der Berliner Morgenpost (ab 1952):

1952–1953 Wilhelm Schulze
1953–1959 Helmut Meyer Dietrich
1960–1972 Heinz Köster
1973–1976 Walter Brückmann
1976–1978 Werner Marquardt
1978–1981 Wolfgang Kryszohn
1981–1987 Johannes Otto
1988–1996 Bruno Waltert
1996–1999 Peter Philipps
1999–2001 Herbert Wessels
2001–2002 Wolfram Weimer
2002–2004 Jan-Eric Peters
seit 2004 Carsten Erdmann

Literatur[Bearbeiten]

  • Dieter Opitz (Hrsg.): Das Buch. 100 Jahre Berliner Morgenpost, 1898–1998, 100 Jahre Zeitgeschehen. Ullstein, Berlin 1998.
  • So entstehen Berliner Morgenpost und BZ. Ullstein, Berlin 1955.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Medienwandel: Springer-Verlag verkauft "Hamburger Abendblatt", "Berliner Morgenpost", "Hörzu", Der Spiegel, 25. Juli 2013.
  2. Meldung der FAZ vom 30. April 2014, Heise Online: Axel Springer stößt Regionalzeitungen, Programm- und Frauenzeitschriften ab. 25. Juli 2013, abgerufen am 25. Juli 2013.
  3. laut IVW, zweites Quartal 2014, Mo–So (Details und Quartalsvergleich auf ivw.eu)
  4. Deutsche Media-Analyse 2010
  5. Fischer, Gerhard. 100 Jahre Berliner Morgenpost in Berliner Monatsschrift Heft 9, 1998.
  6. laut IVW, (Details auf ivw.eu)
  7. laut IVW, zweites Quartal 2014, Mo–So (Details und Quartalsvergleich auf ivw.eu)
  8. laut IVW, jeweils viertes Quartal (Details auf ivw.eu)

Weblinks[Bearbeiten]