Bernhard Hermann Köckemann

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Bischof Herman Koeckemann

Bernhard Hermann Köckemann SS.CC., genannt Hermann Köckemann (* 10. Januar 1828 in Ostbevern; † 22. Februar 1892 in Honolulu) gehörte zu den Arnsteiner Patres. Er war von 1882 bis 1892 Apostolischer Vikar der Hawaiischen Inseln.

Leben[Bearbeiten]

Er war der Sohn eines Bauern aus Ostbevern in Westfalen, Königreich Preußen. Als 14-Jähriger besuchte er das Gymnasium Paulinum in Münster. Er beherrschte so gut die klassischen Sprachen, dass die Prüfer, einer Anekdote zufolge, nach dem mündlichen Vortrag keine weiteren Prüfungen von ihm erwarteten. Danach trat er in Löwen in die Kongregation von den Heiligsten Herzen Jesu und Mariens (Arnsteiner Patres) ein. Er wurde am 11. April 1851 in den Orden aufgenommen und nahm den Ordensnamen Hermann an. Es folgte ein dreijähriges Hochschulstudium der Theologie in Löwen. Dann wurde als Missionar seines Ordens nach Hawaii geschickt. Dort empfing er am 31. Mai 1862 im Alter von 34 Jahren die Priesterweihe.

Pater Köckemann wurde Pfarrer der noch jungen katholische Gemeinde und half gelegentlich auch in der Diözesanverwaltung aus, wenn der Bischof durch Krankheit verhindert war. Am 17. Mai 1881 wurde er von Papst Leo XIII. zum Koadjutor des Apostolischen Vikars von Hawaii und zum Titularbischof von Olba. 21. August desselben Jahres empfing er in der Kathedrale des Erzbistum San Francisco durch Erzbischof Joseph Sadoc Alemany y Conill OP die Bischofsweihe. Mitkonsekratoren waren der Bischof von Grass Valley, Eugene O’Connell, und der Apostolische Vikar von Hong Kong, Giovanni Timoleone Raimondi PIME.

Mit dem Tod seines Vorgängers Louis-Désiré Maigret wurde er am 11. Juni 1882 Apostolischer Vikar von Hawaii. Seine Amtszeit war geprägt von der massiven Zuwanderung vom portugiesischen Zuwanderern aus Madeira. Die dabei auftretenden Spannungen konnte er geschickt mildern. Besonders bemühte er sich um die Steigerung der allgemeinen Bildung; hierfür gründete er sehr viele Schulen auf der Insel. Auch begleitete er das Sterben von Damian de Veuster, mit dem er in brieflichem Kontakt stand. Dieser erinnerte ihn an den Ritus des ewigen Gelübdes: Dabei wurde ein Leichentuch über den Novizen ausgebreitet: Er ist der Welt gestorben, und lebt nun ganz für Gott. Was im Ritus nur angedeutet wird, erlebt Damian in seiner Krankheit am eigenen Leib

„Durch die Erinnerung an den Tag meiner Gelübde vor 25 Jahren, als ich unter dem Leichentuch lag, konnte ich mich der Gefahr stellen, von dieser schrecklichen Krankheit befallen zu werden, indem ich meine Pflicht erfülle und mir immer mehr absterbe. Auch wenn die Krankheit weiter wuchert, bin ich zufrieden und glücklich in Kalawao.“

Damian De Veuster [1]

. Wenig später starb auch Köckemann. Er fand sein Grab auf dem katholischen Friedhof in Honolulu.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Beten Sie für uns Aussätzigen. Die Briefe der letzten Jahre (1885-1889), Steyler Verlag -Wort und Werk, 1990, Seite 40.

Literatur[Bearbeiten]

  • Eintrag zu Bernhard Hermann Köckemann auf catholic-hierarchy.org (englisch)
  • Josef Heimbucher Max: Die Orden Und Kongregationen Der Katholischen Kirche, 2012 ISBN 5876271063
  • Hubert Mohr: Katholische Orden und deutscher Imperialismus, Berlin 1965