Betty Ford Center

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Dieser Artikel behandelt das Betty Ford Center in Kalifornien; andere Einrichtungen siehe Betty-Ford-Klinik.

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Betty Ford Center
Logo
Trägerschaft Betty Ford Center Foundation
Ort Rancho Mirage, Kalifornien
Koordinaten 33° 45′ 43,5″ N, 116° 24′ 20,5″ W33.762095-116.405704Koordinaten: 33° 45′ 43,5″ N, 116° 24′ 20,5″ W
Chief Executive Officer John T. Schwarzlose
Betten 80
Gründung 4. Oktober 1982
Website bettyfordcenter.org

Das Betty Ford Center ist eine als gemeinnützige Organisation betriebene Drogen- und Alkoholentziehungsklinik in Rancho Mirage, Kalifornien. Das Zentrum wird von Betty Fords Tochter Susan Ford Bales geleitet und von der Betty Ford Center Foundation betrieben.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Klinik wurde im Jahr 1982 von Betty Ford, der Frau des ehemaligen amerikanischen Präsidenten Gerald Ford, gemeinsam mit dem früheren US-Botschafter in Belgien, Leonard Firestone gegründet. Zuvor hatte sich Betty Ford aufgrund ihrer Alkohol- und Morphinabhängigkeit erfolgreich einer längeren Entziehungskur im Long Beach Naval Hospital unterzogen und danach den Entschluss gefasst, ein Behandlungszentrum zu gründen, das speziell den Bedürfnissen abhängiger Frauen gerecht würde. Von Beginn an wurden 50 % der 80 Klinikplätze für Frauen bereitgestellt.[1]

Unterbringung[Bearbeiten]

Die Klinik befindet sich auf dem Gelände des Eisenhower Medical Center in Rancho Mirage.[2] Das Zentrum ist im Pavillon-Stil gebaut und verfügt über eher einfache Unterkünfte. Die einzelnen Pavillons sind jeweils für 20 Patienten gedacht. Sie verfügen jeweils über acht Doppelzimmer und ein Vierbettzimmer. Männer und Frauen sind in verschiedenen Häusern untergebracht und werden an der täglichen Reinigung beteiligt.[3]

Behandlung[Bearbeiten]

Wegweiser ins Betty Ford Center

Im Zentrum werden Patienten mit verschiedensten Abhängigkeiten, darunter Alkohol, Medikamente, Kokain, Crack oder Heroin behandelt. Bei zusätzlichen psychiatrischen Erkrankungen oder schweren Persönlichkeitsstörungen werden Patienten nicht aufgenommen. Grundbedingung für eine Aufnahme ist, dass die Anmeldung durch die Patienten selbst erfolgt und Angehörige angegeben werden. Die Wartezeit beträgt etwa zwei Wochen.[3]

Die Behandlung in der Klinik ist strukturiert und streng. Sie erfolgt als Gruppentherapie und dauert stationär üblicherweise etwa vier Wochen mit der Möglichkeit der tagesklinischen und ambulanten Weiterbehandlung. Das Zentrum bietet sieben unterschiedliche Therapieprogramme an, in welche auch die Familien der Abhängigen einbezogen werden.[3]

Behandlungsprogramme[4]:

  • Inpatient detox and treatment - 30 Tage
  • Residential Day Treatment - 30–60 Tage tagesklinische Behandlung, üblicherweise gefolgt von ambulanter Behandlung
  • Intensive Outpatient Program - fünf Abende pro Woche über acht Wochen
  • Clinical Diagnostic Evaluation - Diagnoseprogramm zur Klärung, ob eine Abhängigkeit vorliegt
  • Family program-education - Zusatzangebot für Familienmitglieder (ab dem 13. Lebensjahr)
  • Children's program - viertägiges Programm für Kinder von 7 bis 12 Jahren aus Familien mit Suchtproblemen

Patienten[Bearbeiten]

Seinen hohen allgemeinen Bekanntheitsgrad verdankt das BFC nicht zuletzt seinem vielfach publizierten Status als erste Anlaufstelle für amerikanische Prominente auf Entziehungskur, so durch die Aufenthalte von Liza Minnelli (1981 und 1984), Elizabeth Taylor (1983 und 1988), Johnny Cash (1984), Tony Curtis (1984), Tammy Wynette (1986), Ozzy Osbourne (1986), Robert Mitchum (1990er Jahre), David Hasselhoff (2002) und Lindsay Lohan (2010 und 2013) in der Klinik.

Das Betty Ford Center ist jedoch nicht auf die oberen Gesellschaftsschichten beschränkt. Mehr als 90 % der Patienten kommen überwiegend aus der Mittel-, einige aus der Unterschicht.[3]

Ausbildung[Bearbeiten]

Das Center bietet Ärzten und Psychologen die Möglichkeit, im Rahmen eines Professional in Residence Program für eine Woche am vollstationären Therapieprogramm, sowie eine zweite Woche an der Familienwoche teilzunehmen. Damit sollen Defizite in der medizinischen Ausbildung über Suchtkrankheiten und ihre Behandlung ausgeglichen werden.[3]

Literatur[Bearbeiten]

  • James W. West: The Betty Ford Center book of answers: help for those struggling with substance abuse and for the people who love them. Pocket Books, 1997, ISBN 0-671-00182-5
  • Betty Ford: Healing and Hope: Six Women from the Betty Ford Center Share Their Powerful Journeys of Addiction and Recovery. Putnam, 2003, ISBN 0-399-15138-9

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. History of the Betty Ford Center
  2. Facilities
  3. a b c d e Bernhard Mäulen: Betty Ford Center: Qualifizierte Suchttherapie nicht nur für Reiche. Dtsch Arztebl 96 (1999), A-403, online
  4. Treatment Programs