Bliss (Computervirus)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Bliss (englisch für „Glückseligkeit“) ist ein Computervirus, der GNU/Linux-Betriebssysteme befallen kann. Am 5. Februar 1997 veröffentlichte sein Autor den Quelltext.

Wenn Bliss ausgeführt wird, hängt er sich selbst an ausführbare Dateien (Programme, Skripte), auf die gewöhnliche Benutzer keinen Zugriff haben. Diese ausführbaren Dateien können anschließend nicht mehr ausgeführt werden. Daher wird Bliss sehr rasch bemerkt.

Bliss schreibt eine saubere Log-Datei über alle seine Aktionen, "/tmp/.bliss" (der Punkt am Anfang des Dateinamens kennzeichnet in Linux versteckte Dateien, die also im gewöhnlichen Anzeige-Modus nicht zu sehen sind). Außerdem gibt es einen Kommandozeilen-Parameter "--bliss-uninfect-files-please" (etwa „Bliss, bitte desinfiziere die Dateien“), der tatsächlich dazu führt, dass die Infektionen rückgängig gemacht werden.

All diese Eigenschaften deuten darauf hin, dass Bliss möglicherweise nur geschrieben wurde, um zu beweisen, dass Linux mit Computerviren infiziert werden kann (Proof of Concept). Auch vermehrt sich dieser Virus nicht sehr effektiv, weil das System der Benutzerrechte in Linux eine Verbreitung sehr erschwert. Bliss hat sich nie ausbreiten können und blieb damit eine Kuriosität aus der Forschung.

Als die Entdeckung von Bliss öffentlich bekannt wurde, gaben einige Hersteller von Antivirensoftware Pressemitteilungen heraus; sie behaupteten, dass nun, da tatsächlich ein Linux-Virus existiere, auch Linux-Benutzer unbedingt Antivirensoftware kaufen sollten, um sich zu schützen. Üblicherweise verwenden Linux-Benutzer nämlich keine Antivirensoftware, höchstens auf Servern, die als Datei- oder E-Mail-Server für Windows-Computer dienen und daher alle Daten nach Windows-Viren durchsuchen.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]