Blutsalmler

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Blutsalmler
Blutsalmler im Aquarium

Blutsalmler im Aquarium

Systematik
Unterkohorte: Ostariophysi
Otophysa
Ordnung: Salmlerartige (Characiformes)
Familie: Echte Salmler (Characidae)
Gattung: Hyphessobrycon
Art: Blutsalmler
Wissenschaftlicher Name
Hyphessobrycon eques
(Steindachner, 1882)

Der Blutsalmler (Hyphessobrycon eques, Syn. H. callistus, H. serpae), auch fälschlich Serpasalmler [1] genannt, ist eine im Amazonasbecken, unteren Río Paraguay, Rio Guaporé, oberen Río Paraná und Nebenflüssen des Río Uruguay im südlichen Brasilien, Bolivien, Paraguay und Argentinien beheimatete Salmlerart. [2] In Französisch-Guayana wurde der Fisch vom Menschen eingeschleppt.

Merkmale[Bearbeiten]

Seinen Namen verdankt der Blutsalmler der rötlichen Grundfarbe seines Körpers. Sein Körper ist gestreckt, mäßig hochrückig und seitlich stark abgeflacht. Weibchen sind hochrückiger. Der Blutsalmler wird vier Zentimeter lang. Neben der rötlichen Grundfärbung weist die Art einen tropfenförmigen, schwarzen Schulterfleck auf, der bei älteren Tieren allerdings verblassen kann. Die Rückenflosse ist an der Basis rot, im Übrigen schwarz mit einem weißen oberen Rand, die Afterflosse ist rot mit breitem, schwarzen Rand. Ihre ersten Flossenstrahlen sind weiß. Die übrigen Flossen sind rot.

Die Prämaxillare besitzt zwei Zahnreihen, die innere besteht aus fünf drei- oder vierspitzigen Zähnen. Auf der kurzen Maxillare stehen zwei bis drei dreispitzige Zähne sehr dicht beieinander.

Lebensweise[Bearbeiten]

Hyphessobrycon eques bewohnt bevorzugt unbeschattete, seeartige Gewässer und Bäche ausgedehnter, sumpfiger Überschwemmungsgebiete. Er lebt dort in der Uferzone in der Nähe üppiger Pflanzenbestände häufig in der Randzone wo die Wasseroberfläche weitgehend frei von Pflanzen ist. Bei Gefahr flüchtet er sofort in die dichte Vegetation.

pH-Wert-Messungen an verschiedenen Fundorten zeigten saure bis leicht alkalische Reaktionen (5,5 - 7.6), Werte für die Karbonathärte unterhalb der Nachweisgrenze bis hin zu Werten um 7 °dH sowie Leitfähigkeitswerte zwischen 10 und 240 µS/cm.

Blutsalmler besitzen eine große Temperaturtoleranz. Während Temperaturmessungen der tropischen Gewässer meist Werte zwischen 24 und 30 °C zeigten, wurde an einem Fundort in Argentinien im Winter (der Südhalbkugel) eine Wassertemperatur von nur 6,3 °C gemessen. [2]

Aquaristik[Bearbeiten]

Normalerweise ist die Pflege des Blutsalmlers im Gesellschaftsbecken unproblematisch, auch wenn er im Vergleich zu anderen Arten der Gattung Hyphessobrycon nicht immer friedlich ist und gelegentlich deutliche, innerartliche Aggressionen zeigt. Schwächere Artgenossen können angefressen werden, Augen infolge von Raufereien verloren gehen. Der Grund kann in nicht ausreichender Ernährung liegen [3] oder die Folge von Überbesatz sein, da Blutsalmler zwar gesellige Gruppentiere sind aber gleichzeitig eine Mindestdistanz zu Artgenossen benötigen. [2]

Die meisten in den Aquaristikfachhandel kommenden Tiere stammen aus deutschen Nachzuchten oder Asien-Importen. [3]

Quellen[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Günther Sterba: Süßwasserfische der Welt. Urania Verlag, ISBN 3-332-00109-4, S. 101-102
  2. a b c Wolfgang Staeck: Salmler aus Südamerika. Verlag Dähne 2008, ISBN 3-935175-41-8, S. 94-97
  3. a b Hans A. Baensch: Aquarien Atlas 1. Verlag Mergus 2006, Taschenbuchausgabe, ISBN 3-88244-227-1, S. 282

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Hyphessobrycon eques – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien