Echte Salmler

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Echte Salmler
Roter Neon (Paracheirodon axelrodi)

Roter Neon (Paracheirodon axelrodi)

Systematik
Clupeocephala
Kohorte: Ostarioclupeomorpha
Unterkohorte: Ostariophysi
Otophysi
Ordnung: Salmlerartige (Characiformes)
Familie: Echte Salmler
Wissenschaftlicher Name
Characidae

Die Familie der Echten Salmler (Characidae) ist mit über 1000 Arten die größte Familie der Salmlerartigen und die viertartenreichste Familie der Knochenfische. Die Fische leben von Texas, und Mexiko über Mittelamerika, und in Südamerika bis nach Mittelargentinien.

Zu der Familie zählen viele kleine Arten von Süßwasserzierfischen, z. B. die Neonfische (Paracheirodon).

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Merkmale

Echte Salmler haben eine langgestreckte oder hochrückige und dabei seitlich stark zusammengedrückte Gestalt. Die Schwanzflosse ist immer gegabelt, manchmal ist der untere Teil ausgezogen oder die Mittelstrahlen sind verlängert, die Afterflosse lang, eine Fettflosse bei fast allen Arten vorhanden. Die Maxilla ist bezahnt oder unbezahnt, die Praemaxillare hat eine oder zwei Zahnreihen, bei den Gattungen Brycon und Creagrutus sind es drei bis vier. Der Unterkiefer hat eine bis zwei Reihen, oft mehrspitziger Zähne. Form und Anordnung der Zähne sind ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal in der Taxonomie.

Viele Echte Salmler sind sehr bunt und haben farbig irisierende Zeichnungen. In der Haut dieser Tiere gibt es unter einer mit farbigen Chromatophoren durchsetzten Schicht Guanophoren, die das wenige eindringende Sonnenlicht reflektieren. Man vermutet, dass es in den dunklen Regenwaldgewässern der Arterkennung und dem Zusammenhalt von Schwärmen dient.

Die meisten Salmler sind kleine Fische, die weniger als zehn Zentimeter groß werden. Die kleinste Art erreicht gerade einmal 1,3 Zentimeter, die größte, Salminus brasiliensis, wird bis zu einem Meter lang.

[Bearbeiten] Lebensweise

Echte Salmler leben in den verschiedensten Lebensräumen und ökologischen Nischen. Sie bewohnen sowohl die Oberflächenregion als auch den Gewässerboden. Es gibt versteckt in Pflanzen lebende Arten, Bewohner des Freiwassers und Höhlenbewohner. Die meisten sind Schwarmfische, es gibt aber auch Einzelgänger. Die Fische laichen meist paarweise, nach einer oft aus Parallelschwimmen und Umkreisungen bestehenden Balz, frei zwischen Pflanzenbeständen, in denen die klebrigen Eier hängen bleiben. Einige Arten laichen auch in Höhlen oder graben Laichgruben in den Gewässergrund. In der Unterfamilie Glandulocaudinae gibt es Arten mit innerer Befruchtung.

Die Ernährung der Echten Salmler ist sehr divers. Es gibt sowohl Alles-, Pflanzen- und Kleintierfresser, als auch ausgesprochene Raubfische. Unter den Sägesalmlern gibt es auch Früchte- und Samenfresser, sowie den Wimpelpiranha (Catoprion mento), der sich von den Schuppen anderer Fische ernährt.

[Bearbeiten] Äußere Systematik

Die Echten Salmler werden mit drei weiteren Familien der Salmlerartigen in die Überfamilie Caracoidea gestellt. Dies sind die nah verwandten Sägesalmler (Serrasalmidae), die früher als Unterfamilie den Echten Salmler zugeordnet wurden, die Afrikanischen Salmler (Alestidae) und die Beilbauchsalmler (Gasteropelecidae), die die Schwestergruppe einer Trichotomie der übrigen Familien sind. [1]

Sägesalmler wie der Mühlsteinsalmler (Colossoma macropomum) sind nahe Verwandte der Echten Salmler.
 Caracoidea 

 Beilbauchsalmler (Gasteropelecidae)


     

 Sägesalmler (Serrasalmidae)


     

 Afrikanische Salmler (Alestidae)


     

 Echte Salmler (Characidae)




[Bearbeiten] Innere Systematik

Die Echten Salmler sind morphologisch sehr konservativ. Es war deshalb bisher schwer eine schlüssige innere Systematik der Familie zu finden. Fast 100 Gattungen ließen sich keiner Unterfamilie zuordnen und wurden als Incertae sedis geführt. Seit Anfang 2009 liegt nun eine erste phylogenetische Analyse der Familie vor, bei der 360 morphologische Merkmale von 160 Salmlerarten durch den argentinischen Ichthyologen Marcos Mirande untersucht und miteinander verglichen wurden. Mirande gliederte die Echten Salmler in 16 Unterfamilien und einige weitere Kladen. Insgesamt 25 Gattungen haben bis heute eine unsichere Stellung und werden weiterhin unter incertae sedis geführt [1]. Diese neue Systematik wurde vom Catalog of Fishes der California Academy of Sciences [2] weitgehend übernommen und wird hier wiedergegeben:

Bryconops cf. caudomaculatus.jpg
Schlußlicht-Drachenflosser (Gnathocharax steindachneri)
Trauermantelsalmler (Gymnocorymbus ternetzi)
Blehers Rotkopfsalmler (Hemigrammus bleheri)
Kaisersalmler (Nematobrycon palmeri)
Rotflossensalmler (Aphyocharax anisitsi)
Spindel- und Wolfssalmler, hier Hydrolycus scomberoides, stehen phylogenetisch innerhalb der Characidae, werden meist aber als eigenständige Familien geführt.

Die wahrscheinlichen verwandtschaftlichen Beziehungen zeigt folgendes Kladogramm [1]:

 Characidae 


 Bryconinae


     

 Salmininae


     

 Agoniatinae


     

 Spindelsalmler (Acestrorhynchinae)


     

 Wolfssalmler (Cynodontinae)






     


 Iguanodectinae


     

 Bryconops-Klade


     

 Heterocharacinae


     

 Jupiaba-Klade


     


 Tetragonopterinae


     

 Stethaprioninae



     

 Hemigrammus-Klade


     

 Astyanax-Klade


     


 Rhoadsiinae


     

 Characinae



     

Bramocharax-Klade


     

Nematobrycon-Klade


     

 Stevardiinae


     

 Gymnocharacinae


     

 Aphyocharacinae


     

 Aphyoditeinae


     

 Cheirodontinae

















[Bearbeiten] Quellen

[Bearbeiten] Literatur

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. a b c J. Marcos Mirande: Weighted parsimony phylogeny of the family Characidae (Teleostei: Characiformes).Cladistics, Volume 25, Issue 6, pages 574–613, December 2009, doi:10.1111/j.1096-0031.2009.00262.x
  2. William N. Eschmeyer, Jan D. Fong: Species of Fishes by family/subfamily in the „Catalogue of fishes“. 2011 (online)

[Bearbeiten] Weblinks

 Commons: Characidae – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
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