Brauerstern

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Brauerstern ✡

Der Brauerstern (auch: Bierstern, Bierzeiger, Braustern, in der Oberpfalz auch Bierzoigl und Zoiglstern) ist ein Sechsstern (Hexagramm), das als Zunftzeichen der Brauer und Mälzer genutzt wird, sowie als Symbol für die Ausgabestelle des Haustrunks einer Brauerei.

Geschichte[Bearbeiten]

Dieser Artikel oder Abschnitt bedarf einer Überarbeitung. Näheres ist auf der Diskussionsseite angegeben. Hilf mit, ihn zu verbessern, und entferne anschließend diese Markierung.
herttel pyrprew aus dem Hausbuch der Mendelschen Zwölfbrüderstiftung von 1425

Der sechszackige Zoiglstern, der aus zwei ineinandergesteckten gleichseitigen Dreiecken gebildet wird, symbolisiert die drei am Brauen beteiligten Elemente Feuer, Wasser und Luft sowie die im Mittelalter bekannten Zutaten Wasser, Malz und Hopfen. Die Bedeutung der Hefe bei der Gärung war damals noch nicht bekannt, sie wurde allgemein nur als "Zeug" bezeichnet.

Im Hausbuch der Mendelschen Zwölfbrüderstiftung ist aus dem Jahr 1425 ein Bierbrauer namens Hertel an einem Sudkessel mit Brauerstern abgebildet.

Zur Herkunft des Brauersterns gibt es (bisher) verschiedene Theorien:

  • Zum einen war das Hexagramm ein Zeichen der Alchemie und symbolisierte die Elemente. Es ist möglich, dass der Brauerstern die zum Bierbrauen notwendigen Stoffe (Feuer und Wasser) darstellte.
  • Zum anderen war das Hexagramm ein Schutzsymbol gegen Feuer und Dämonen. Da die Brandgefahr eine der größten Bedrohungen der mittelalterlichen Städte war und es beim Bierbrauen immer wieder zu Unfällen kam, ist es möglich, dass der Brauerstern Feuerunheil vom Brauhaus abwenden sollte.
  • Eine weitere Theorie, die sich aus der erstgenannten ableitet, geht davon aus, dass der Brauerstern einmal die für das Brauen wichtigen drei Elemente (Feuer, Wasser und Luft) symbolisiert und zum anderen die im Mittelalter bekannten Zutaten (Wasser, Malz und Hopfen) bezeichnet (die Hefe als Brauzusatz fehlte damals noch), so dass sich insgesamt die 6 Zacken des Brauersterns damit erklären.[1]

Verbreitung[Bearbeiten]

Brauerstern an einer Zoiglstube in Tirschenreuth, Bayern

Der Brauerstern ist vor allem in Süddeutschland verbreitet. Als Element in Wirtshausschildern (Gaststättenausleger) findet man ihn noch heute vielfach in Baden, Franken und der Oberpfalz, aber auch in anderen Regionen Deutschlands. Oft war das Zeichen mit der Braugerechtigkeit (auch: „Braugerechtsame“) verbunden, das heißt, mit dem Recht, Bier zu brauen.

Deshalb findet sich der Brauerstern zudem im Logo einiger Brauereien, darunter die Stuttgarter Brauerei Wulle sowie das Würzburger Hofbräu.

Literatur[Bearbeiten]

  • Belletristik:  Günther Thömmes: Der Bierzauberer (Historischer Roman, in dem es u.a. auch um die Entstehung des Brauersterns geht). Gmeiner, 2. Aufl. (Februar 2008), ISBN 978-3-89977-746-8.
  •  Peter Freimark: Davidschild und Brauerstern - Zur Synonomie eines Symbols. Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte des Brauwesens e.V., Berlin, 1990.
  •  Martin Hürlimann: Das Bier und die Sterne. Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte des Brauwesens e.V., Berlin, 1976.
  • Matthias Trum: Historische Darstellungen, Zunftzeichen und Symbole des Brauer- und Mälzerhandwerks. Weihenstephan 2002 (Diplomarbeit, TU München)

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. fairkehr, Magazin des VCD, Heft 4, 2006, Seite 42.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Brauerstern – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien