Brauerstern

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Brauerstern ✡

Der Brauerstern ist das Zunftzeichen der Brauer und Mälzer, und das Symbol für die Ausgabestelle des Haustrunks einer Brauerei.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Geschichte

Zoiglstube in Tirschenreuth

Die Abbildung zeigt das 1924 abgebrochene ehemalige Landsassengut in Altenstadt bei Vohenstrauß, in dem auch eine Zoiglstube untergebracht war, mit Zoiglstern. Der sechszackige Zoiglstern, der aus zwei ineinandergesteckten gleichseitigen Dreiecken gebildet wird, symbolisiert die drei am Brauen beteiligten Elemente Feuer, Wasser und Luft sowie die im Mittelalter bekannten Zutaten Wasser, Malz und Hopfen. Die Bedeutung der Hefe bei der Gärung war damals noch nicht bekannt, sie wurde allgemein nur als "Zeug" bezeichnet.

Bereits im Mendelschen Bruderhausbuch aus dem Jahr 1379 ist das Bild eines brauenden Mönchs mit dem Brauerstern abgebildet.

Zur Herkunft des Brauersterns gibt es (bisher) verschiedene Theorien:

  • Zum einen war das Hexagramm ein Zeichen der Alchemie und symbolisierte die Elemente. Es ist möglich, dass der Brauerstern die zum Bierbrauen notwendigen Stoffe (Feuer und Wasser) darstellte.
  • Zum anderen war das Hexagramm ein Schutzsymbol gegen Feuer und Dämonen. Da die Brandgefahr eine der größten Bedrohungen der mittelalterlichen Städte war und es beim Bierbrauen immer wieder zu Unfällen kam, ist es möglich, dass der Brauerstern Feuerunheil vom Brauhaus abwenden sollte.
  • Eine weitere Theorie, die sich aus der erstgenannten ableitet, geht davon aus, dass der Brauerstern einmal die für das Brauen wichtigen drei Elemente (Feuer, Wasser und Luft) symbolisiert und zum anderen die im Mittelalter bekannten Zutaten (Wasser, Malz und Hopfen) bezeichnet (die Hefe als Brauzusatz fehlte damals noch), so dass sich insgesamt die 6 Zacken des Brauersterns damit erklären [1]
  • Es ist mittlerweile unbestritten, dass die Gleichheit des Brauersterns und des jüdischen Davidssterns ein ungewöhnlicher historischer Zufall war.

[Bearbeiten] Verbreitung

Brauerstern als Wirtshausschild am Thüringer Hof in Leipzig, 1948

Ein brauender Mönch mit der Abbildung eines Brauersterns findet sich bereits im Mendelschen Buch von 1402 Der Brauerstern ist vor allem in Süddeutschland verbreitet. Als Element in Wirtshausschildern (Gaststättenausleger) findet man ihn noch heute vielfach in Baden, Franken und der Oberpfalz, aber auch in anderen Regionen Deutschlands. Oft war das Zeichen mit der Braugerechtigkeit (auch: „Braugerechtsame“) verbunden, das heißt, mit dem Recht, Bier zu brauen.

[Bearbeiten] Alternative Bezeichnungen

Bierstern, Bierzeiger, Bierzoigl oder Zoiglstern (Oberpfalz), Braustern.

[Bearbeiten] Siehe auch

Sternförmiges Hexagramm, Davidstern

[Bearbeiten] Bildergalerie

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. fairkehr, Magazin des VCD, Heft 4, 2006, Seite 42.

[Bearbeiten] Literatur

  • Belletristik: Günther Thömmes: Der Bierzauberer (Historischer Roman, in dem es u.a. auch um die Entstehung des Brauersterns geht). Gmeiner, 2. Aufl. (Februar 2008), ISBN 978-3-89977-746-8.
  • Peter Freimark: Davidschild und Brauerstern - Zur Synonomie eines Symbols. Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte des Brauwesens e.V., Berlin, 1990.
  • Martin Hürlimann: Das Bier und die Sterne. Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte des Brauwesens e.V., Berlin, 1976.
  • Matthias Trum: Historische Darstellungen, Zunftzeichen und Symbole des Brauer- und Mälzerhandwerks. Weihenstephan 2002 (Diplomarbeit, TU München)

[Bearbeiten] Weblinks

 Commons: Brauerstern – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
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