Malz

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Malz (Begriffsklärung) aufgeführt.
Gerstenmalz für die Whisky-Herstellung

Malz ist durch Mälzung gekeimtes und getrocknetes Getreide (Gerste, Weizen, Roggen, Dinkel, Mais o. a.).

Herstellung und Verwendung[Bearbeiten]

Für die Herstellung von Malz werden spezielle Getreidesorten, sogenannte Braugersten (meist zweizeilige Sommergersten, aber auch Wintergersten) oder Brauweizen eingesetzt. Sie sind in der Regel auf einen geringen Eiweißgehalt (wegen der höheren Ausbeute und der dunkleren Farbe durch das Eiweiß) und eine hohe Keimfähigkeit bei gleichmäßigem Keimverhalten gezüchtet.

Maschine zur Malz-Reinigung

Das gereinigte Getreide wird in Wasser eingeweicht und zur Keimung gebracht. Dadurch steigt der Wassergehalt auf ca. 40 % an. Die Temperatur im Keimkasten wird bei ca. 15 °C gehalten. Im Mehlkörper (Endosperm) werden dadurch verstärkt Enzyme zum Eiweißabbau (Proteinasen), Stärkeabbau (Amylasen), des Weiteren Cellulasen und Pentosanasen gebildet. Diese Enzyme führen die Reservestoffe des Mehlkörpers in lösliche Stoffe über, die dem Keimling zum Wachstum dienen. Nach etwa fünf bis sieben Tagen wird die Keimung durch schonendes Trocknen (Darren) beendet, der herausgewachsene Keimling entfernt (siehe Futtermittel). Das Malz ist danach lagerfähig. Für die Weiterverwendung wird es geschrotet oder vermahlen.

Inhaltsstoffe eines Weizenmalzmehles:

Die bekannteste Verwendung von Malz ist das Bierbrauen. Durch unterschiedlich stark gedarrte Braumalze entstehen helle bis dunkle Biere. Aber auch bei der Herstellung von Whisky wird Malz verwendet. Malzkaffee, auch Muckefuck genannt, gilt als gesunder und auch für Kinder geeigneter Kaffee-Ersatz. Malzmehl (meist aus Weizen) wird in der Bäckerei oder in der Mühle zur Verbesserung von triebschwachen Mehlen eingesetzt. Der hohe Gehalt an vergärbaren Zuckern und Amylasen fördert das Gasbildungsvermögen in Teigen und die Bräunung der Gebäcke. Zur Abrundung eines kräftigen Biergeschmacks werden bis zu 10 % Karamell-Malze verwendet. Röstmalz wird zu höchstens 1–2 % zur Malzschüttung (Mischung der Malze beim Brauen) zugegeben und färbt das Bier dunkel. Hieraus wird auch Ersatzkaffee hergestellt. Durch unterschiedliche Darrtemperaturen entstehen hellere und dunklere Malze. Karamellmalz wird hergestellt, indem man Darrmalz wieder auf etwa 40 % Feuchtigkeit bringt und dieses sodann drei Stunden lang auf etwa 70 °C erhitzt. Danach wird es bei 160–180 °C getrocknet und verleiht dadurch einem Bier seinen ausgeprägten Malzgeschmack. Karamellmalz trägt auch zur Schaumbildung bei.[1]

Malz ist auch ein wesentlicher Bestandteil von mehreren alkoholarmen oder -freien Getränken, wie Nährbier oder Malzbier (z. B. Karamalz). Daneben gibt es auch Bonbons mit Malzanteil, z. B. Bayrisch Blockmalz oder Biomalz Bonbons.

Qualitätsprüfung[Bearbeiten]

Malzsorten[Bearbeiten]

Hauptartikel: Braumalz

Im Allgemeinen werden in deutschen Bierbrauereien die folgenden drei Grundsorten unterschieden:

  • Pilsener Malz: für helle Biere (gedarrt mit ca. 80 °C warmer Luft)
  • Wiener Malz: für goldgelbe Biere (gedarrt mit ca. 85 °C warmer Luft)
  • Münchner Malz: für goldgelbe Biere (gedarrt mit ca. 90 °C warmer Luft)

Spezialmalze[Bearbeiten]

  • Weizenmalz: sehr enzymreich, hell, zur Herstellung von Weizenbieren (mind. 50 % Weizenmalz der Rest Gerstenmalz) und Berliner Weiße geeignet
  • Röstmalz: sehr dunkel geröstetes Malz, das wenig bis keine Enzyme enthält; wird zur Intensivierung der Bierfarbe eingesetzt
  • Karamell-Malze (hell und dunkel): karamellisiertes, süßliches Malz mit geringer Enzymaktivität
  • Melanoidinmalz: durch einen intensiven Mälzungs- und Darrvorgang enthalten sie viele Melanoidine, die die Haltbarkeit der Biere verbessern
  • Rauchmalz: wird im Rauch eines Buchenholzfeuers gedarrt, um daraus Rauchbier herzustellen

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Malz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Ternes, Täufel, Tunger, Zobel: Lebensmittel-Lexikon. 4. Auflage. Behr, Hamburg 2005, ISBN 3-89947-165-2