Brummtopf

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Franz Hals: Der Rommelpotspieler mit fünf Kindern, 1618–1622
Rummelpott aus Hamburg-Blankenese

Der Brummtopf, auch Rummelpott oder Rommelpott, in den Niederlanden und Belgien Rommelpot, in Dänemark Rummelpot, in Österreich Büllhäfen, in Preußen und Berlin Waldteufel[1], ist ein volkstümliches Musikinstrument aus der Gruppe der Stabreibtrommeln. Er war in Westeuropa vom 15. bis zum 18. Jahrhundert häufig anzutreffen und wurde zu den Narreteien der Fastnachtszeit und Weihnachtszeit gespielt.

Ein dem Brummtopf ähnliches Instrument ist die brasilianische Cuíca.

Aufbau[Bearbeiten]

Der Brummtopf besteht aus einer einfelligen Trommel mit einem Loch in der Fellmitte, durch das ein Stab gesteckt ist. Durch Reiben mit der Hand oder einem Tuch entsteht ein brummendes Geräusch, das durch die Membran verstärkt wird. Je nach gewünschter Tonhöhe werden unterschiedlich große Trommelgefäße aus Ton oder Holz verwendet, die gelegentlich auch zu Teilen mit Wasser gefüllt werden.

Geschichte und Bräuche[Bearbeiten]

Brummtopf. Ölgemälde von Molenaer, 17. Jahrhundert

„An Fastnacht geht manch ein Narr herum, und lässt für Geld den Rommelpot knurren (Op Vasten-avont Loopt menich Sotje Om duytjes gnorren op’t rommelpotje)“.

Dem „Rommelpot“ zuzuhören, ist schon allein eine Narretei, da sich durch das grässliche Geräusch noch am ehesten Kinder beeindrucken lassen, die es offenbar leichter als Erwachsene ertragen.

Der Brummtopf ist in vielen europäischen Ländern als Kinderinstrument bekannt. Als Rummelpott (Romelpot, Rummelpot) ist das Instrument in Norddeutschland, den Niederlanden und Dänemark bekannt. Beim Rummelpottlaufen zu Silvester (und auch am Martinstag) ziehen Kinder von Haus zu Haus und singen Lieder, die sie mit selbstgemachten Lärminstrumenten begleiten, fordern Süßigkeiten und wünschen Glück.[2]

Noch heute wird besonders in Holland, aber auch in Deutschland gern Musik aus dem Mittelalter mit dem Rommelpot gespielt.

In Spanien ziehen Kinder in den neun Tagen vor Weihnachten von Haus zu Haus und singen villancicos (Weihnachtslieder), die mit Zambomba (dem spanischen Rommeltopf), Gitarre und Tamburin begleitet werden.

Weblinks[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Joachim Stave: Rummelpottlaufen – Kindergeschichten aus Blankenese. Deutsches Lesewerk, 1. Januar 1954

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Ludwig Tieck: Weihnacht - Abend. In: Weihnachten im alten Berlin, arani-Verlag Berlin, 1995, ISBN 3-7605-8971-5; Seite 13 ff.
  2. Julia Buchmüller, Anette Schnoor: "Fru maak de Dör op!" Silvesterbräuche im Grenzland. Schleswiger Nachrichten, 29. Dezember 2012, abgerufen am 30. Dezember 2012.