Burg Jagsthausen

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Burg Jagsthausen
Die Götzenburg

Die Götzenburg

Alternativname(n): Altes Schloss, Götzenburg
Burgentyp: Höhenburg, Hanglage
Erhaltungszustand: Erhalten oder wesentliche Teile erhalten
Ständische Stellung: Freiadlige
Ort: Jagsthausen
Geographische Lage 49° 18′ 44″ N, 9° 28′ 9″ O49.3122222222229.4691666666667Koordinaten: 49° 18′ 44″ N, 9° 28′ 9″ O
Burg Jagsthausen (Baden-Württemberg)
Burg Jagsthausen

Die Burg Jagsthausen, später auch Altes Schloss und in jüngerer Zeit in Anlehnung an Goethes Drama Götz von Berlichingen Götzenburg genannt, in Jagsthausen im Landkreis Heilbronn in Baden-Württemberg ist einer der Stammsitze der Herren von Berlichingen. Die an einem Hang oberhalb des Jagsttales gelegene Höhenburg ist seit 1950 Kulisse für Freilichtspiele.[1]

Burg Jagsthausen 1807

Geschichte[Bearbeiten]

Die Burg geht in ihren mittelalterlichen Anfängen auf die Herren von Husen zurück, wurde jedoch mehrfach umgebaut und erweitert, zuletzt sehr umfangreich 1876 bis 1878 durch den Ulmer Münsterbaumeister August von Bayer.

Die Burg dient seit 1950 den Burgfestspielen Jagsthausen als Spielstätte und wird etwa seit diesem Zeitpunkt als Götzenburg vermarktet. Tatsächlich lebte der historische Götz jedoch nur wenige Jahre seiner Kindheit auf dieser Burg und hatte die Burg, die einer seiner älteren Brüder erbte, auch nie in Besitz.

Die Burg, die sich im Familienbesitz derer von Berlichingen befindet, wird derzeit von Alexandra Freifrau von Berlichingen und ihrem Ehemann, dem ehemaligen Bundespräsidenten Roman Herzog, sowie der Pächterfamilie bewohnt.[2]

Im Park der Burg befanden sich bis 2014 zwei Gedenksteine [3] für Tote der 17. SS-Panzergrenadier-Division „Götz von Berlichingen“ und der 5. SS-Panzer-Division „Wiking“,[4] zweier Einheiten der Waffen-SS, die auch an Kriegs- und Endphaseverbrechen beteiligt waren.[5]

Anlage[Bearbeiten]

Die von einem Graben umgebene Anlage verfügt noch über beträchtliche Bausubstanz aus dem 15. und 16. Jahrhundert. Die Burg Jagsthausen besteht aus einem Palas mit Rittersaal, einem Frauenhaus mit Kemenate, einem Bergfried sowie einem Dienstbotenbau mit großen Ecktürmen. Im Schlossmuseum in einem der Ecktürme wird neben Waffen und römischen Altertümern auch die beiden originalen Eisernen Hände des Götz von Berlichingen gezeigt. Ein Park mit romantischer Ruinenarchitektur des 19. Jahrhunderts umgibt die Burg.

Galerie[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Burg Hornberg und Burg Möckmühl werden gelegentlich ebenfalls als „Götzenburg“ bezeichnet, da beide eine Rolle im Leben Götz von Berlichingens gespielt haben.

Literatur[Bearbeiten]

  • Friedrich Wolfgang Götz Graf von Berlichingen-Rossach: Geschichte des Ritters Götz von Berlichingen mit der eisernen Hand und seiner Familie. Brockhaus, Leipzig 1861.
  • Julius Fekete: Kunst- und Kulturdenkmale in Stadt und Landkreis Heilbronn. 2. Auflage. Theiss, Stuttgart 2002, ISBN 3-8062-1662-2.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. burgfestspiele-jagsthausen.de
  2.  Christian Gleichauf: Alexandra Freifrau von Berlichingen wird heute 70. In: Heilbronner Stimme. 12. Februar 2011 (bei stimme.de, abgerufen am 24. August 2012).
  3. Ralf Garmatter in Kontext (Wochenzeitung): SS-Fans ohne Kranzabwurfstelle v. 16. April 2014
  4. Ralf Garmatter: Das Schweigen auf der Burg. In: Kontext (Wochenzeitung), 22. Januar 2014
  5. Heilbronner Stimme vom 22. März 2014, S. 33.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Burg Jagsthausen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien