Burgruine Straßfried

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Dieser Artikel erläutert die Ruine in Kärnten/Osttirol, zur abgegangenen Burg bei Innsbruck/Nordtirol siehe Burg Straßfried (Vill).

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Burgruine Straßfried
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Burgentyp: Höhenburg
Erhaltungszustand: Ruine
Ort: Thörl-Maglern
Geographische Lage 46° 32′ 59″ N, 13° 39′ 39″ O46.54972222222213.660833333333Koordinaten: 46° 32′ 59″ N, 13° 39′ 39″ O
Burgruine Straßfried (Kärnten)
Burgruine Straßfried

Die Burgruine Straßfried liegt nahe der österreichisch-italienischen Grenze bei Thörl-Maglern (Gemeinde Arnoldstein) in Kärnten.

Lage[Bearbeiten]

Der Name der Burg weist auf ihre Lage und die frühere strategische Bedeutung hin. Straßfried liegt auf einem bewaldeten Hügel nördlich von Maglern an der Kreuzung der Straße nach Italien mit jener aus dem Gailtal. Östlich der heutigen Ortschaft befand sich die römerzeitliche Straßenstation Meclaria, die sich an dem im 1. Jahrhundert n. Chr. errichteten Straßenzuges befand, der den Donauraum mit Oberitalien verband.[1]

Geschichte[Bearbeiten]

Zahlreiche Statuetten aus Blei, Zinn und Bronze keltischen und römischen Ursprungs weisen auf ein antikes Heiligtum auf dem Hügel hin. Am Südfuß des Hügels befanden sich römische Gebäude, deren Ruinen für ein spätantikes Gräberfeld dienten. Ein weiterer Fund ist eine frühmittelalterliche Emailscheibenfibel aus dem 10. Jahrhundert (C 181, 1991, 111ff.).

Erstmals urkundlich erwähnt wurde die Burg als „castrum strazvrid“ im Jahr 1279, als das Anwesen von den Kärntner Herzögen an den habsburgischen König Rudolf fiel.[1] Dieser überließ es dem Bistum Bamberg, das die Burg im 13. Jahrhundert zur Bewachung dieser wichtigen Handelsrouten zur Festung ausbauen ließ. Sie blieb bis 1441 in bambergischem Besitz. 1687 kaufte Abt Emmeran von Arnoldstein die Anlage. Großen Schaden erlitt Straßfried durch die französische Besatzung während der Koalitionskriege, als die Franzosen 1797 Teile der Festung sprengten.

Baubeschreibung[Bearbeiten]

Straßfried ist eine ausgedehnte, auf einem Steilhügel gelegene Anlage. Von der ehemaligen Zwillingsturm-Anlage ist nur noch der östliche der beiden Bergfriede aus Bruchsteinen mit Eckquadern erhalten. Die Ringmauer ist noch in beachtlicher Höhe vorhanden, vom Palas hingegen nur noch geringe Teile. Um den schmalen Hof finden sich Reste gotischer Wohn- und Wirtschaftsgebäude und eine Zisterne.

Literatur[Bearbeiten]

  • Dehio-Handbuch. Die Kunstdenkmäler Österreichs. Kärnten. Anton Schroll, Wien 2001, ISBN 3-7031-0712-X, S. 488
  • F.X. Kohla, G. A. v. Metnitz, G. Moro: '#Kärntner Burgenkunde Erster Teil. Kärntens Burgen, Schlösser Ansitze und wehrhafte Stätten Geschichtsverein für Kärnten, Klagenfurt 1973
  • Hermann Wiessner, Margareta Vyoral-Tschapka: Burgen und Schlösser in Kärnten. Hermagor, Spittal/Drau, Villach Birken-Verlag, Wien 1986 (2. erweiterte Auflage)

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Dehio Kärnten,Anton Schroll, Wien 2001, ISBN 3-7031-0712-X, S. 488

Weblinks[Bearbeiten]