Erzbistum Bamberg

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Erzbistum Bamberg
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Basisdaten
Staat Deutschland
Kirchenprovinz Bamberg
Diözesanbischof Ludwig Schick
Weihbischof Herwig Gössl
Emeritierter Diözesanbischof Karl Braun
Emeritierter Weihbischof Werner Radspieler
Generalvikar Georg Kestel
Fläche 10.290 km²
Dekanate 21 (31. Dezember 2011 (AP2013))
Pfarreien 310 (31. Dezember 2011 (AP2013))
Einwohner 2.163.801 (31. Dezember 2011 (AP2013))
Katholiken 713.781 (31. Dezember 2011 (AP2013))
Anteil 33 %
Diözesanpriester 348 (31. Dezember 2011 (AP2013))
Ordenspriester 127 (31. Dezember 2011 (AP2013))
Ständige Diakone 49 (31. Dezember 2011 (AP2013))
Katholiken je Priester 1.503
Ordensbrüder 246 (31. Dezember 2011 (AP2013))
Ordensschwestern 532 (31. Dezember 2011 (AP2013))
Ritus Römischer Ritus
Liturgiesprache Deutsch
Kathedrale Bamberger Dom
Website www.erzbistum-bamberg.de
Suffraganbistümer Eichstätt
Speyer
Würzburg
Kirchenprovinz
Erzbistum Freiburg Erzbistum Bamberg Erzbistum Berlin Erzbistum Hamburg Erzbistum Köln Erzbistum München und Freising Erzbistum Paderborn Bistum Aachen Bistum Augsburg Bistum Dresden-Meißen Bistum Eichstätt Bistum Erfurt Bistum Essen Bistum Fulda Bistum Görlitz Bistum Hildesheim Bistum Limburg Bistum Magdeburg Bistum Mainz Bistum Mainz Bistum Münster Bistum Münster Bistum Osnabrück Bistum Passau Bistum Regensburg Diözese Rottenburg-Stuttgart Bistum Speyer Bistum Trier Bistum Trier Bistum WürzburgKarte der Kirchenprovinz Bamberg
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Bamberger Löwe im Wappen des Bistums vor dessen Erhebung zum Erzbistum

Das Erzbistum Bamberg (lat.: Archidioecesis Bambergensis) ist eine Diözese in Bayern und umfasst große Teile der Regierungsbezirke Oberfranken und Mittelfranken, einen kleinen Teil der Regierungsbezirke Unterfranken (Iphofen) und Oberpfalz (Auerbach). Suffraganbistümer sind Eichstätt, Speyer und Würzburg.

Gründung[Bearbeiten]

Auf der Reichssynode in Frankfurt (Main), die am 1. November 1007 begann und an der acht Erzbischöfe und 27 Bischöfe teilnahmen, erwirkte König Heinrich II., der 1014 die Kaiserwürde erlangte, die Gründung des Bistums Bamberg aus Teilen von Würzburg und Eichstätt. Noch auf der Synode wurde Eberhard, des Königs Kanzler, vom Mainzer Erzbischof Willigis zum Oberhirten des neuen Grenzlandbistums geweiht. Ebenfalls noch auf der Synode wurden dem Bistum reiche Schenkungen verbrieft, um es wirtschaftlich auf eine solide Basis zu stellen.
Heinrich wollte in seiner Lieblingsstiftung Bamberg die mönchische Strenge des Hildesheimer Domstiftes – dort war er selbst erzogen worden – und den damals gefeierten Studieneifer der Kirchen von Lüttich miteinander verbunden wissen.
Das Bistum Bamberg war zunächst Mainz und ab 1245 Rom unmittelbar unterstellt (exemt) und erlangte eine besondere Bedeutung bei der Christianisierung der zwischen Main und Regnitz wohnenden Slawen. Suitger, der zweite Bamberger Bischof, wurde 1046 zum Papst gewählt und nahm bei seiner Inthronisation den Namen Clemens II. an. Im Bamberger Dom wurde er auf eigenen Wunsch beigesetzt – es ist das einzige erhaltene Papstgrab nördlich der Alpen.

Bistumsheilige[Bearbeiten]

Heinrich[Bearbeiten]

Heinrichs Vater, Heinrich der Zänker, war Herzog von Bayern. Im Jahr 1002 wurde Heinrich II. zum König und 1014 zum Kaiser gekrönt. Heinrich setzte bei der Reichssynode am 1. November 1007 die Gründung des Bistums Bamberg durch. Er gründete viele Klöster. Am 13. Juli 1024 starb Heinrich II. Er ist im Bamberger Dom bestattet und wurde von Papst Eugen III. 1146 heiliggesprochen. Gedenktag ist der 13. Juli.

Kunigunde[Bearbeiten]

Sie stammte aus Luxemburg und heiratete um 999 Heinrich. Kunigunde wirkte entscheidend bei der Ausstattung des Bistums Bamberg mit. Auch stiftete sie das Benediktinerinnenkloster Kaufungen, in das sie nach dem Tod ihres Mannes eintrat. Sie starb am 3. März 1033 in Kaufungen und ist im Dom zu Bamberg bestattet. Kunigunde wurde 1200 heiliggesprochen. Gedenktag ist der 3. März.

Otto[Bearbeiten]

Er stammte aus schwäbischem Adel und war zunächst am Hof des Polenherzogs Wladislaw tätig, ehe er in den Dienst von Kaiser Heinrich IV. trat. 1102 wurde Otto zum Bischof von Bamberg ernannt. Er ließ den niedergebrannten Dom wieder aufbauen und wirkte als Missionar in Pommern. 1189 wurde Otto heiliggesprochen. Im Erzbistum Bamberg wird seiner am 30. September gedacht.

Sebald[Bearbeiten]

Im 11. Jahrhundert kam Sebald nach der Überlieferung in die Gegend von Nürnberg, wo er sich als Einsiedler niederließ und als Missionar wirkte. Sebald wird vor allem in Nürnberg als Stadtheiliger verehrt. Er wurde im Jahr 1425 heiliggesprochen. Sein Gedenktag ist der 19. August.

Mittelalter[Bearbeiten]

Unter Bischof Otto I., dem Heiligen, 1102–1139, erlebte die Domschule eine neue Blütezeit. Er gründete oder erneuerte 27 Klöster in sieben Diözesen von Kärnten bis Halberstadt. Mit der Einrichtung des Aegidienspitals und des Gertrudenhospitals begann Bischof Otto I. die karitative Tätigkeit der mittelalterlichen Kirche auch in Bamberg, sie ist noch in den Spitälern alter Städte erkennbar. Gottesdienste und Seelsorge, Bildung und Kultur, wirtschaftliche Entwicklung und soziale Aktivitäten, Glaubensverbreitung und Friedensförderung waren Aufgaben und Ziele der Bamberger Kirche im Mittelalter.

Reformation[Bearbeiten]

Die Reformation hat im fränkischen Land tiefe Spuren hinterlassen: So fielen damals beispielsweise von 190 Pfarrkirchen im Laufe des 16. Jahrhunderts 105 mit den meisten Filialkirchen dem Protestantismus zu; 1648 standen für 110 Pfarreien noch 64 Priester zur Verfügung.

Neuzeit[Bearbeiten]

Die Bischöfe der Barockzeit, zugleich Landesherren des Hochstiftes mit über 200 000 Einwohnern, waren Freunde und Förderer der Künste und Wissenschaften. Die Nachwelt verdankt ihnen großartige Kirchenbauten, repräsentative Schlossanlagen, eine allgemeine kulturelle Hochblüte, was aber keinesfalls heißt, dass die pastoralen Aufgaben (Neuordnung der Pfarreien, Förderung der Klöster, Berufung der Jesuiten) von ihnen vernachlässigt worden wären. So führte Fürstbischof Franz Ludwig von Erthal (1779–1795) den barocken Lebensstil bewusst nicht weiter. Er wollte als „Fürst für das Volk“ dessen Wohl. Er sorgte für die Kranken und Armen durch Gesetze und Einrichtungen, die dem modernen Sozial- und Versicherungswesen den Weg bereiteten. So schuf er das Armeninstitut, das sich in Form einer ständigen Kommission systematisch in Bamberg, Forchheim, Kronach, Lichtenfels und Weismain der Notleidenden annahm. Im Jahre 1789 errichtete er das Allgemeine Krankenhaus in Bamberg und förderte die Einführung einer Krankenkasse.

Bamberger Löwe[Bearbeiten]

Der Bamberger Löwe, als Wappentier und gemeine Figur in der Heraldik, hat einen Eigennamen und war im Wappen des Hochstiftes Bamberg. Er reihte sich in die Liste der Wappenlöwen ein. In vielen Wappen ist seine Hauptrichtung aufsteigend und linksgewendet. Er ist gewöhnlich in Gold ein linksgewandter, mit einer silbernen Schräglinksleiste überdeckter, rot bewehrter schwarzer Löwe. Am Spalt im Wappen steht er seit dem 16. Jahrhundert.

Der Bamberger Löwe ist in vielen Wappen nachzuweisen, wenn der Einfluss des Hochstiftes bedeutend war, so in den Wappen von Weisendorf (linksgewendeter), Scheßlitz (linksgewendeter), Litzendorf (rechtsgewendet), Oberscheinfeld (linksgewendet), Bezirk Oberfranken, Landkreis Bamberg, Landkreis Erlangen-Höchstadt, Landkreis Haßberge, Landkreis Forchheim. Auch der Erzbischof von Bamberg, Ludwig Schick, führt den Löwen im Wappen.[1]

Säkularisation und Neubeginn[Bearbeiten]

Die Säkularisation des Jahres 1802/1803 beendete die weltlichen Regierungsaufgaben der Kirchenfürsten: Das Hochstift Bamberg fiel an das Königreich Bayern. Im Jahr 1818 bei der Neueinteilung der kirchlichen Sprengel nach der Säkularisation wurde Bamberg Sitz eines Erzbischofs mit den Suffraganbistümern Eichstätt, Speyer und Würzburg.

Bistumsgliederung – Regionen, Dekanate und Seelsorgebereiche[Bearbeiten]

Das Erzbistum Bamberg gliedert sich in 6 Regionen, 21 Dekanate und 96 Seelsorgebereiche. An der Spitze der Regionen, die im Jahr 2000 eingerichtet wurden, stehen Regionalsdekane. Für jeden Seelsorgebereich wurde jeweils ein Leitender Pfarrer ernannt.

Region IRegionaldekan Dr. Josef Zerndl, Bayreuth

Region IIRegionaldekan Thomas Teuchgräber, Kronach

  • Dekanat 5: Coburg
  • Dekanat 6: Kronach
    • Seelsorgebereich 1: Pfarreienverbund Oberes Rodachtal
    • Seelsorgebereich 2: Pfarreiengemeinschaft Corpus Christi
    • Seelsorgebereich 3: Pfarreiengemeinschaft Kronach
    • Seelsorgebereich 4: Pfarreienverbund Kronach Süd
  • Dekanat 7: Lichtenfels
    • Seelsorgebereich 1: Pfarreienverbund Ebensfeld
    • Seelsorgebereich 2: Pfarreienverbund Banzer StiftStaffelstein – Lautergrund
    • Seelsorgebereich 3: Pfarreienverbund Sankt Bernhard von Clairvaux, Lichtenfels
    • Seelsorgebereich 4: Pfarreienverbund Steinach-Rodach-Main
    • Seelsorgebereich 5: Pfarreienverbund Obermain – Jura
  • Dekanat 8: Teuschnitz
    • Seelsorgebereich 1: Pfarreienverbund Oberer Frankenwald
    • Seelsorgebereich 2: Pfarreienverbund Rennsteig

Region IIIRegionaldekan Dr. Gerhard Förch, Bamberg

Region IVRegionaldekan Georg Holzschuh, Forchheim

  • Dekanat 13: Ebermannstadt
    • Seelsorgebereich 1: Pfarreienverbund Ehrenbürg
    • Seelsorgebereich 2: Pfarreienverbund Feuerstein
    • Seelsorgebereich 3: Pfarreienverbund Fränkische Schweiz Süd
  • Dekanat 14: Forchheim
    • Seelsorgebereich 1: Pfarreienverbund Eggolsheim – Unterer Aischgrund
    • Seelsorgebereich 2: Pfarreienverbund Forchheim-West
    • Seelsorgebereich 3: Pfarreienverbund Hausen/Heroldsbach
    • Seelsorgebereich 4: Pfarreienverbund EffeltrichLangensendelbachPoxdorf
    • Seelsorgebereich 5: Pfarreienverbund Seelsorgebereich St. Augustinus
    • Seelsorgebereich 6: Pfarreienverbund Forchheim-Ost
    • Seelsorgebereich 7: Pfarreienverbund Forchheim-Mitte
  • Dekanat 15: Höchstadt/Aisch
    • Seelsorgebereich 1: Pfarreiengemeinschaft Maria im Dreifrankenland
    • Seelsorgebereich 2: Pfarreiengemeinschaft Adelsdorf – Aisch
    • Seelsorgebereich 3: Pfarreienverbund Höchstadt und Umgebung

Region VRegionaldekan Hubertus Förster, Nürnberg

  • Dekanat 16: Erlangen
    • Seelsorgebereich 1: Pfarreienverbund Erlangen Nord-West
    • Seelsorgebereich 2: Pfarreienverbund Erlangen Nord-Ost
    • Seelsorgebereich 3: Pfarreiengemeinschaft Kath. Seelsorgebereich Erlangen-Süd
    • Seelsorgebereich 4: Pfarreienverbund Herzogenaurach
    • Seelsorgebereich 5: Pfarreienverbund Erlangen-West
    • Seelsorgebereich 6: Pfarreienverbund Erlanger Mitte
    • Seelsorgebereich 7: Pfarreienverbund Eckenhaid - Stöckach-Forth - Weißenohe
  • Dekanat 17: Fürth
    • Seelsorgebereich 1: Pfarreienverbund Cadolzburg - Langenzenn - Wilhermsdorf
    • Seelsorgebereich 2: Pfarreienverbund Heinrich-Nikolaus Fürth
    • Seelsorgebereich 3: Pfarreienverbund Fürth-West
    • Seelsorgebereich 4: Pfarreienverbund Kath. Seelsorgebereich Fürth Mitte-Nord
    • Seelsorgebereich 5: Pfarrei St. Johannes
    • Pfarrei St. Josef, Zirndorf
  • Dekanat 18: Neunkirchen a. Sand
    • Seelsorgebereich 1: Pfarreiengemeinschaft St. Bonifatius – Hl. Apostel Paulus mit St. Josef – St. Martin
    • Seelsorgebereich 2: Pfarreienverbund Lauf - Neunkirchen/Sand - Kersbach
    • Seelsorgebereich 3: Pfarreienverbund Bühl – Kirchröttenbach – Schnaittach
    • Seelsorgebereich 4: Pfarreienverbund Hartenstein-Hersbruck-Neuhaus/Peg.
  • Dekanat 19: Nürnberg
    • Pfarrei Herz Jesu
    • Pfarrei St. Karl
    • Pfarrei Hl. Kreuz
    • Pfarrei St. Martin, Nürnberg
    • Seelsorgebereich 1: Pfarreienverbund Nürnberg Gibitzenhof – Gartenstadt
    • Seelsorgebereich 2: Pfarreienverbund St. Bonifaz und St. Wolfgang
    • Seelsorgebereich 3: Pfarreienverbund St. Theresia – Verklärung Christi – St. Willibald
    • Seelsorgebereich 4: Pfarreienverbund St. Kunigund – St. Stefan
    • Seelsorgebereich 5: Pfarreiengemeinschaft Katholische Innenstadtkirche
    • Seelsorgebereich 6: Pfarreiengemeinschaft Nürnberg West
    • Seelsorgebereich 7: Pfarreienverbund St. Josef – Allerheiligen
    • Seelsorgebereich 8: Pfarreienverbund Sebalder Reichswald Nord-Ost
    • Seelsorgebereich 9: Pfarreienverbund Kath. Gemeindeverband St. Clemens – St. Hedwig – St. Thomas

Region VIRegionaldekan Hans Kern, Ansbach

  • Dekanat 20: Ansbach
    • Seelsorgebereich 1: Pfarreienverbund Ansbach
    • Seelsorgebereich 2: Pfarreienverbund Frankenhöhe
  • Dekanat 21: Neustadt/Aisch
    • Seelsorgebereich 1: Pfarrei St. Johannes, Neustadt a. d. Aisch
    • Seelsorgebereich 2: Pfarreiengemeinschaft St. Martin Westmittelfranken
    • Seelsorgebereich 3: Pfarreiengemeinschaft IphofenSeinsheimWillanzheim
    • Seelsorgebereich 4: Pfarreiengemeinschaft Südlicher Steigerwald

Kathedrale, Basiliken, Kirchen (Auswahl)[Bearbeiten]

Bamberger Dom
Altarraum mit Kathedra

Kathedrale
Die Kathedrale des Erzbistums ist der Kaiserdom St. Peter und St. Georg in Bamberg
Wallfahrtsbasiliken

Weitere bedeutende Kirchen

Siehe auch: Kirchengebäude im Erzbistum Bamberg

Konsolidierungsprozess[Bearbeiten]

Briefmarke 2007

In den Jahren 2002 bis 2005 konnten die gesunkenen Einkünfte des Erzbistums Bamberg nur durch angesparte Rücklagen ausgeglichen werden. Im Jahr 2004 wurde deshalb ein Konsolidierungsprozess begonnen, um die Ausgaben zu verringern und Synergien zu schaffen. So wurden unter anderem

  • die Ausgaben für die Seelsorgebereiche/Kirchenstiftungen nach einem festen Schlüssel entsprechend der Katholikenzahl und Fläche festgelegt.
  • Zuschüsse an Jugend- und Bildungshäuser und große karitative Einrichtungen an die Entwicklung der Kirchensteuer gekoppelt.
  • Sach- und Personalkosten in nahezu allen Bereichen zurückgefahren und die Verwaltung im Ordinariat verschlankt.

Der Konsolidierungsprozess und der wirtschaftliche Aufschwung in den Jahren 2006 bis 2008 führten zu einer Stabilisierung des Haushalts. In diesem Zeitraum konnten Mehreinnahmen verzeichnet werden, die es ermöglichten, einzelne Sparmaßnahmen, wie z. B. den Einstellungsstopp für pastorale Mitarbeiter, wieder aufzuheben. Auch konnte mit den Überschüssen die Existenz bestimmter kirchlicher Einrichtungen gesichert werden, so z. B. die Arbeitnehmerbildungs- und -begegnungsstätte in Obertrubach und der Betrieb der Berufsfachschulen Maria Hilf in Bamberg. Das Jahr 2009 wurde noch positiv abgeschlossen. Die Auswirkungen der Wirtschafts- und Finanzkrise 2009/2010 hatten aufgrund der raschen wirtschaftlichen Erholung keine negativen Auswirkungen auf den Diözesanhaushalt.[2]

Das teilweise umgesetzte Gebäudekonzept beleuchtet alle Gebäude hinsichtlich ihrer Wirtschaftlichkeit und Ausnutzung. Kirchen, Pfarrhäuser und Pfarrzentren werden überprüft. In Zukunft wird nur noch ein Komplex von der Diözese aus bezuschusst. Vor allem die Pfarrzentren müssen sich mit ihrer Versammlungsfläche an der Katholikenzahl orientieren. Dies hat zur Folge, dass manche Pfarreien ihre Pfarrzentren schließen oder teilweise an Fremdmieter vermieten müssen.

Errichtung von Seelsorgebereichen[Bearbeiten]

Im Zuge des Konsolidierungsprozesses wurden aus den 367 Pfarreien 96 Seelsorgeeinheiten gebildet, die an Pfingsten 2006 installiert wurden. Das jeweilige Seelsorgeteam (Priester und Mitarbeiter) ist seitdem nicht mehr nur für eine Pfarrei zuständig, sondern für den gesamten Seelsorgebereich. In der Praxis beschränkt sich dies aber hauptsächlich auf die Mitarbeiter und kaum auf die Priester, die immer noch einer bestimmten Pfarrei zugeordnet sind. Ungefähr ab dem Jahr 2010 stehen faktisch für jede Seelsorgeeinheit noch zwei Priester zur Verfügung. Bei der momentanen Entwicklung des Priesterstandes wird es ca. 2020/2025 nur noch ein Priester sein.

Im Herbst/Winter 2008/09 mussten alle Seelsorgeteams an einer gemeinsamen Fortbildung teilnehmen. Hierbei wurde das gemeinsame Arbeiten beleuchtet und versucht, neue Weichen für die Zukunft zu stellen. Die Seelsorgeeinheiten wurden verpflichtet, mindestens ein Projekt gemeinsam durchzuführen, eine Überprüfung der Durchführung wird es aber nicht geben. Die Stellung der Leitenden Pfarrer wurde nicht verändert.

Bistumshaus St. Otto[Bearbeiten]

Das 1928 eröffnete Priesterseminar am Heinrichsdamm in Bamberg ist von 2004 bis 2007 zum Bistumshaus St. Otto umgebaut worden. Etwa 80 Firmen waren an den Bauarbeiten beteiligt. Die Kosten von unter 25 Millionen Euro teilten sich zu zwei Dritteln das Erzbistum Bamberg und zu einem Drittel die Seminarstiftung.

Das Bistumshaus St. Otto wird als Priesterseminar und vom Erzbischöflichen Ordinariat genutzt. Im Priesterseminar stehen 64 Zimmer für die Alumnen (Priesteranwärter) und Gäste zur Verfügung. Außerdem sind Kapellen, Arbeits- und Gruppenräume, eine theologische und katechetische Bibliothek sowie Wohnungen für die Leiter des Priesterseminars vorhanden. Im anderen Teil des Gebäudes sind die Hauptabteilungen Pastorales Personal sowie Schule und Religionsunterricht untergebracht. Außerdem sind dort die Diözesanstellen Weltmission und Berufe der Kirche beheimatet. Eine Nutzung ist auch als Tagungshaus mit Sälen, Seminarräumen, einem Speisesaal und Cafeteria möglich. Ebenso sind die Medienzentrale des Erzbistums und der Heinrichsverlag mit der Kirchenzeitung Heinrichsblatt im Bistumshaus St. Otto angesiedelt.

Tausendjähriges Bistumsjubiläum[Bearbeiten]

Vom 1. November 2006 bis zum 1. November 2007 feierte das Erzbistum Bamberg unter dem Motto Unterm Sternenmantel sein tausendjähriges Bestehen. Die Feierlichkeiten beschränkten sich nicht auf Bamberg. Auch an anderen Orten im Erzbistum Bamberg, wie z. B. in Nürnberg, Forchheim oder Ansbach fanden Veranstaltungen statt. Höhepunkt des Jubiläumsjahres war das Heinrichsfest vom 6. bis 8. Juli 2007, zu dem rund 30.000 Besucher kamen. Zum Festgottesdienst erschien der damalige Erzbischof von München, Friedrich Kardinal Wetter als Sondergesandter von Papst Benedikt XVI.

Am 11. März 2007 wurde im Bamberger Dom ein Gottesdienst zum tausendjährigen Bestehen des Bistums gefeiert. In einem in Deutschland einmaligen Vorgang bat dabei der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick wegen des Versagens von Christen und Kirche um Vergebung. In dem Gottesdienst wurden kirchliche Verfehlungen wie Hexenverfolgung, Kreuzzüge und Konfessionskriege, die Unterstützung des Nationalsozialismus' und der mangelnde Einsatz für die Unterdrückten benannt. „Beklagenswert ist auch der im ersten Drittel des 17. Jahrhunderts grassierende Hexenwahn, dem im Hochstift Bamberg 900 Menschen zum Opfer fielen. Der begnadete Jesuit Friedrich von Spee konnte sich mit der Einsicht durchsetzen: ‚Erst die Folter schafft die Hexen‘ und damit dem Spuk ein Ende bereiten.“

Diözesanpartnerschaft mit Thiès (Senegal)[Bearbeiten]

Am 22. September 2007 unterzeichneten der Erzbischof von Bamberg, Ludwig Schick, und der Bischof der senegalesischen Diözese Thiès, Jacques Sarr, die Urkunde für die Partnerschaft beider Ortskirchen. Die beiden Bistümer vereinbarten eine Gebets-, Lern-, und Solidargemeinschaft. Sie wollen sich unter anderem in der Erfahrung der Glaubensweitergabe austauschen. So kommen beispielsweise Priester aus der Diözese Thiès zur Unterstützung ins Erzbistum Bamberg. Das fränkische Bistum will der senegalesischen Diözese bei der Errichtung von Kirchen, Pfarrzentren, Schulen und Sozialstationen behilflich sein.

Energie- und Klimaoffensive des Erzbistums Bamberg[Bearbeiten]

Für eine Energie- und Klimaoffensive stellte das Erzbistum Bamberg im Jahr 2009 fünf Millionen Euro zur Verfügung. Im Laufe des Jahres 2010 wurden weitere drei Millionen Euro bereitgestellt. Die Mittel aus dem Energiefonds dienen dazu, vor dem Beginn von Bau- und Instandhaltungsmaßnahmen Energiegutachten zu erstellen und Thermografieuntersuchungen durchzuführen. Außerdem soll das Geld für die energetische Sanierung von Gebäuden verwendet werden. Vor allem die beiden kirchlichen Häuser auf dem Feuerstein bei Ebermannstadt, das Jugendbildungshaus und die Katholische Landvolkshochschule, nehmen eine Vorreiterrolle ein. Dort gibt es bereits eine Solaranlage, eine Photovoltaikanlage, ein Biomassewerk und Wärmeschutzfenster.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Christine und Klaus van Eickels (Hrsg.): Das Bistum Bamberg in der Welt des Mittelalters (= Bamberger interdisziplinäre Mittelalterstudien. Vorlesungen & Vorträge 1). University of Bamberg Press, Bamberg 2007, ISBN 978-3-923507-28-3 (Volltext)
  • Luitgar Göller (Hrsg.): 1000 Jahre Bistum Bamberg. 1007-2007. Unterm Sternenmantel. Katalog zur Ausstellung im Diözesanmuseum Bamberg. Imnhof, Petersberg 2007, ISBN 978-3-86568-261-1.
  • Ludger Stühlmeyer (Schriftltg.) Stationen der Kirchenmusik im Erzbistum Bamberg. Herausgegeben vom Amt für Kirchenmusik im Erzbistum Bamberg, Bamberg 2007.
  • Michael Kleiner/Ludwig Unger (Hrsg.): Unterm Sternenmantel. 1000 Jahre Bistum Bamberg - die Geschichte in Lebensbildern. Heinrichsverlag, Bamberg 2006, ISBN 978-3-89889-051-9.
  • Sven Pflefka: Das Bistum Bamberg, Franken und das Reich in der Stauferzeit. Der Bamberger Bischof im Elitengefüge des Reiches 1138–1245. Gesellschaft für Fränkische Geschichte, Bamberg 2006, ISBN 3-7686-9307-4.
  • Josef Urban (Hrsg.): Das Bistum Bamberg um 1007. Festgabe zum Millennium. (= Studien zur Bamberger Bistumsgeschichte 3). Archiv des Erzbistums Bamberg, Bamberg 2006, ISBN 3-9808138-4-3.
  • Josef Urban: Das Bistum Bamberg in Geschichte und Gegenwart, Heft 1–5. Bamberg 1992 ff.
  • Johann Looshorn: Die Geschichte des Bisthums Bamberg. 7 Bände (in 8 Bänden). Bamberg 1886–1910
  • Thomas Breuer: Verordneter Wandel? Der Widerstreit zwischen nationalsozialistischem Herrschaftsanspruch und traditionaler Lebenswelt im Erzbistum Bamberg. Matthias-Grünewald-Verlag, Mainz 1992, ISBN 3-7867-1666-8.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Erzbistum Bamberg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Wappen des Erzbischofs
  2. http://www.erzbistum-bamberg.de/erzbistum/kirchensteuer/pressetext.html