Arnoldstein

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Arnoldstein
Wappen von Arnoldstein
Arnoldstein (Österreich)
Arnoldstein
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Kärnten
Politischer Bezirk: Villach-Land
Kfz-Kennzeichen: VL
Fläche: 67,47 km²
Koordinaten: 46° 33′ N, 13° 42′ O46.55061944444413.703780555556578Koordinaten: 46° 33′ 2″ N, 13° 42′ 14″ O
Höhe: 578 m ü. A.
Einwohner: 6.986 (1. Jän. 2014)
Bevölkerungsdichte: 104 Einw. pro km²
Postleitzahl: 9601
Vorwahl: 0 42 55
Gemeindekennziffer: 2 07 02
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Gemeindeplatz 4
9601 Arnoldstein
Website: www.arnoldstein.gv.at
Politik
Bürgermeister: Erich Kessler (SPÖ)
Gemeinderat: (2009)
(27 Mitglieder)
18 SPÖ, 7 FPK, 2 ÖVP
Lage der Gemeinde Arnoldstein im Bezirk Villach-Land
Arnoldstein Arriach Bad Bleiberg Feistritz an der Gail Feld am See Ferndorf Finkenstein am Faaker See Fresach Hohenthurn Nötsch im Gailtal Paternion Rosegg Sankt Jakob im Rosental Stockenboi Treffen am Ossiacher See Velden am Wörther See Weißenstein Wernberg (Kärnten) Afritz am See Villach KärntenLage der Gemeinde Arnoldstein im Bezirk Villach-Land (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Arnoldstein gesehen von der Dobratsch Südwand
Arnoldstein gesehen von der Dobratsch Südwand
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria
Ansicht Arnoldsteins von 1688 (Valvasor); links das Stift; mittig Schloss Rosenheim; rechts die Fuggerau

Arnoldstein (slowenisch: Podklošter, Unter dem Kloster) ist eine Marktgemeinde mit 6986 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2014) im Gailtal in Kärnten, Österreich. Die Gemeinde, erreichbar über die A2 oder Südbahn, liegt in unmittelbarer Nähe des Dreiländerecks zwischen Italien, Slowenien und Österreich.

Geographie[Bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten]

Die Marktgemeinde Arnoldstein grenzt an die Karawanken und die Karnischen Alpen und bildet somit auf dem Gipfel des Ofen ein Dreiländereck zwischen Italien, Slowenien und Österreich. Es handelt sich dabei um den einzigen Schnittpunkt der drei großen europäischen Kulturkreise, dem germanischen, dem romanischen und dem slawischen.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Arnoldstein ist in die sechs Katastralgemeinden Arnoldstein (Podklošter), Hart (Ločilo), Thörl-Maglern (Vrata-Megvarje), Pöckau (Peče), Riegersdorf (Rikarja vas) und Seltschach (Sovče) gegliedert. Das Gemeindegebiet umfasst folgende 21 Ortschaften (in Klammern der slowenische Ortsname sowie die Einwohnerzahl Stand 31. Oktober 2011[1]):

  • Agoritschach (Zagoriče) (64)
  • Arnoldstein (Podklošter) (1.964)
  • Erlendorf (Oljše) (420)
  • Gailitz (Ziljica) (1.040)
  • Greuth (Rute) (11)
  • Hart (Ločilo) (230)
  • Krainberg (Strmec) (3)
  • Krainegg (Podkrajnik) (0)
  • Lind (Lipa) (109)
  • Maglern (Megvarje) (302)
  • Neuhaus an der Gail (Poturje) (275)
  • Oberthörl (Zgornja Vrata) (60)
  • Pessendellach (Dole) (60)
  • Pöckau (Peče) (690)
  • Radendorf (Radna vas) (196)
  • Riegersdorf (Rikarja vas) (493)
  • St. Leonhard bei Siebenbrunn (Šentlenart pri Sedmih studencih) (255)
  • Seltschach (Sovče) (400)
  • Thörl-Maglern-Greuth (Rute pri Vratih) (9)
  • Tschau (Čava) (97)
  • Unterthörl (Spodnja Vrata) (201)

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Bad Bleiberg Villach
Nötsch im Gailtal, Hohenthurn Nachbargemeinden Finkenstein am Faaker See
Tarvis (I) Kranjska Gora (SLO)

Geschichte[Bearbeiten]

Spurrillen der Römerstraße bei Maglern
Arnoldstein um 1870 (Ölbild)
Verleihungsurkunde über das Marktrecht von Kaiser Ferdinand I.

Das Gebiet von Arnoldstein war bereits in der Antike besiedelt, wovon heute noch die Römerstraße am linken Ufer der Gailitz kündet. Diese Heeresstraße zog sich von Aquileia nach Virunum.

Der Name beruht auf dem vermutlichen Gründer der Klosterburg, Arnold, der jedoch urkundlich nicht fassbar ist. Dieser errichtete auf einem Felsen über der Gailitz im 11. Jahrhundert die Burg, die dem Patriarchat Aquileia und ab 1014 dem Bistum Bamberg unterstand. Otto von Bamberg richtete hier 1106/07 das Benediktinerkloster ein, das bis 1783 bestand (siehe auch Stift Arnoldstein). Die Klosterburg ist heute als begehbare Ruine erschlossen. Im Parkmuseum der Landeshauptstadt Klagenfurt befindet sich heute ein antiker Grabstein, welcher Ritter Arnold mit seiner Frau Mathilde zeigt.

Unterhalb des Klosters entstand am Verkehrsweg nach Italien („schräger Durchgang“) ein Dorf, das 1376 erstmals urkundlich erwähnt und schon um das Jahr 1500 auch als Markt bezeichnet wurde, aber keine Selbstverwaltung mit privilegierterer Bürgerschicht besaß. Im Lauf des 16. Jahrhunderts sank es wieder zum Dorf ab.

Im 15. Jahrhundert errichteten die Fugger eine Bleihütte (Fuggerau). 1797 entstand im benachbarten Gailitz eine (Blei-)Glättefabrik, die später Rostschutzfarbe und von 1814 bis 1975 Schrotkugeln herstellte, wovon heute noch ein Schrotturm zeugt.[2] [3] Arnoldstein wurde ab 1882 zum Industriestandort, als hier eine Bleihütte der Bleiberger Bergwerks Union entstand.

Die Gemeinde Arnoldstein wurde 1850 gegründet und erhielt im Jahr 1930 das Recht zur Führung der Bezeichnung „Marktgemeinde“.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Laut Volkszählung 2001 hat Arnoldstein 6.832 Einwohner, davon besitzen 91,9 % die österreichische Staatsbürgerschaft, 2,9 % kommen aus Bosnien-Herzegowina und 1,5 % aus Deutschland.

76,3 % der Bevölkerung bekennen sich zur römisch-katholischen, 9,8 % zur evangelischen Kirche und 3,5 % sind islamischen Glaubens. 7,6 % der Einwohner ist ohne religiöses Bekenntnis.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]


Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Gemeinderat von Arnoldstein hat 27 Mitglieder und setzt sich seit der Gemeinderatswahl 2009 wie folgt zusammen:

Direkt gewählter Bürgermeister ist seit 2003 Erich Kessler (SPÖ).

Wappen[Bearbeiten]

Das Wappen von Arnoldstein, das der Marktgemeinde am 30. April 1956 verliehen wurde, zeigt das Motiv des ältesten erhaltenen Siegels des Klosters, das an Urkunden von 1280 bis 1509 erhalten ist, auch wenn diese Darstellung nicht der – eigentlich eintürmigen – Kirchenfassade entspricht. Die Zinnen sollen an die Burg als Vorgängerbau des Klosters erinnern. Bei der Tingierung griff man auf die Farben des Bistums Bamberg zurück, unter dessen Herrschaft das Kloster bis 1759 stand.

Wappen at arnoldstein.png

Die Blasonierung des Wappens lautet:

„In einem goldenen Schilde erscheint eine auf einem stilisierten abgeledigten Berg aufragende doppeltürmige romanische Kirche, dies alles schwarz, die Kirche silbern ausgefugt. Das Kirchenschiff weist in der Mitte ein von einem silbernen Kreise durchbrochenes rundbogiges Tor auf und trägt auf seinem Giebel ein auf einer Kugel ruhendes Tatzenkreuz. Die beiden Türme sind mit einer Zinnenkrone mit drei sichtbaren Zinnen bekrönt.“[4]

Die Fahne ist Gelb-Schwarz mit eingearbeitetem Wappen.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Arnoldstein
Hochaltarfigur Maria Pomoč Kristjanov in der Wallfahrtskirche Maria Siebenbrünn

Veranstaltungen[Bearbeiten]

In den Orten Arnoldstein, Gailitz, Pöckau, Seltschach und Thörl findet jeweils zu den einzelnen Kirchtagen das traditionelle Kufenstechen statt.

Jeden zweiten Sonntag im September findet die Sternwanderung Tour 3 auf das Dreiländereck statt.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Arnoldstein – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistik Austria, Registerzählung vom 31. Oktober 2011
  2. http://www.tiscover.at/at/guide/114548sy,de,SCH1/objectId,SIG313194at,_area,262907,curr,EUR,parentId,RGN102280at,season,at2,selectedEntry,sights/intern.html
    http://www.kaernten-netz.de/165/arnoldstein.html
  3. http://www.hausromana.at/d6/kulturpfad.html Kulturpfad Arnoldstein, Haus Romana, abgerufen am 26. September 2014 - Text und Bild zu Schrotturm
  4. zitiert nach Wilhelm Deuer: Die Kärntner Gemeindewappen. Verlag des Kärntner Landesarchivs, Klagenfurt 2006, ISBN 3-900531-64-1, S. 48