Buri (Mythologie)

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Audhumla leckt Buri aus dem bereiften, salzigen Stein. Aus einer isländischen Handschrift des 18. Jahrhunderts.

Buri, altnordisch Búri, ist in der nordischen Mythologie der Stammvater der Götter.

Buri wird nur in Snorri Sturlusons Prosa-Edda erwähnt.[1] Demnach leckte ihn die Kuh Audhumla innerhalb von drei Tagen aus einem salzigen Stein, an dessen Oberfläche Reif war. Am ersten Tag löste sie so mit ihrer Zunge das Haar Buris heraus, am zweiten den Kopf und am dritten den übrigen Körper. Buri wird als männliches Wesen beschrieben, das schön, groß und stark war. Er zeugte einen Sohn namens Burr, der Bestla, die Tochter des Reifriesen Bölthorn, zur Frau nahm. Deren Söhne waren Odin, Vili und – die ersten Götter.

Der Name Búri leitet sich wie der Name seines Sohns Burr von urgermanisch *buriz ‚Sohn, Geborener‘ ab.[2] Somit bedeuten beide Namen grundsätzlich dasselbe.[3] In der Forschung übersetzt man Buris Namen dennoch als ‚Erzeuger, Vater‘ und entsprechend Burr als ‚Erzeugter, Sohn‘[4] – wohl wegen der Generationenfolge. Wie er seinen Sohn zeugte, wird jedoch nicht erläutert. Entweder aus sich selbst heraus oder im Wege sexueller Fortpflanzung.[5]

Literatur[Bearbeiten]

  • Rudolf Simek: Lexikon der germanischen Mythologie. 3. Auflage, Kröner, Stuttgart 2006, ISBN 978-3-520-36803-4.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Prosa-Edda, Gylfaginning 6
  2. Urgermanisch *buri- wird unter anderem rekonstruiert aus gotisch baur ‚Geborener‘, altenglisch byre ‚Sohn, Jüngling‘ und altnordisch burr ‚Sohn‘, siehe Robert Nedoma: Altgermanische Anthroponyme. In: Dieter Geuenich, Wolfgang Haubrichs, Jörg Jarnut (Hrsg.): Ergänzungsband Nr. 32 zum Reallexikon der germanischen Altertumskunde – Person und Name. 2. Auflage. Verlag Walter de Gruyter, Berlin − New York 2001, S. 111.
  3. Wolfgang Meid: Die germanische Religion im Zeugnis der Sprache. In: Heinrich Beck, Detlev Ellmers, Kurt Schier (Hrsg.): Germanische Religionsgeschichte – Quellen und Quellenprobleme – Ergänzungsband Nr. 5 zum Reallexikon der germanischen Altertumskunde. 2. Auflage. Verlag Walter de Gruyter, Berlin − New York 1999, ISBN 978-3-11-012872-7, S. 495. Online.
  4. Jan de Vries: Altgermanische Religionsgeschichte – Bd. 2: Religion der Nordgermanen. Verlag Walter de Gruyter & Co., Berlin – Leipzig 1937, S. 395 – Rudolf Simek: Lexikon der germanischen Mythologie. 3. Auflage, Kröner, Stuttgart 2006, ISBN 978-3-520-36803-4, S. 64
  5. Rudolf Simek: Lexikon der germanischen Mythologie. 3. Auflage, Kröner, Stuttgart 2006, ISBN 978-3-520-36803-4, S. 64 entscheidet sich nicht für eine von beiden Möglichkeiten – John Lindow: Handbook of Norse Mythology. USA 2001, ISBN 1-57607-217-7, S. 90 sagt, die Forschung gehe mehrheitlich von sexueller Fortpflanzung aus, ohne dass er eine Begründung mitteilt.