Cadmiumacetat

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Strukturformel
Cadmiumion \mathrm{ \ \Biggl[} Acetation \mathrm{ \ \!\ \Biggr]_2}
Allgemeines
Name Cadmiumacetat
Andere Namen

Essigsaures Cadmium

Summenformel C4H6CdO4
CAS-Nummer
  • 543-90-8 (wasserfrei)
  • 5743-04-4 (Dihydrat)
Kurzbeschreibung

farblose säulenförmige Kristalle[1]

Eigenschaften
Molare Masse 230,50 g·mol−1 (wasserfrei)
Aggregatzustand

fest

Dichte
  • 2,01 g·cm−3 (Dihydrat)[1]
  • 2,341 g·cm−3 (wasserfrei)[2]
Schmelzpunkt
  • 130 °C (Wasserabgabe)[1]
  • 256 °C (wasserfrei)[1]
Löslichkeit

löslich in Wasser[1]

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung aus EU-Verordnung (EG) 1272/2008 (CLP) [3]
07 – Achtung 09 – Umweltgefährlich

Achtung

H- und P-Sätze H: 332​‐​312​‐​302​‐​410
P: 273​‐​302+352 [1]
EU-Gefahrstoffkennzeichnung [4] aus EU-Verordnung (EG) 1272/2008 (CLP) [3]
Gesundheitsschädlich Umweltgefährlich
Gesundheits-
schädlich
Umwelt-
gefährlich
(Xn) (N)
R- und S-Sätze R: 20/21/22​‐​50​‐​53
S: (2)​‐​60​‐​61
Toxikologische Daten

333 mg·kg−1 (LD50Ratteoral)[5]

Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.
Vorlage:Infobox Chemikalie/Summenformelsuche vorhanden

Cadmiumacetat ist eine chemische Verbindung des Cadmiums und ein Salz der Essigsäure. Es ist eine weiße, hygroskopische Substanz mit typischem, schwach essigartigem Geruch.

Gewinnung und Darstellung[Bearbeiten]

Cadmiumacetat-Dihydrat fällt aus einer wässrigen Essigsäure-Lösung aus.[6] Direkt kann es aus Cadmiumnitrat und Essigsäureanhydrid gewonnen werden.[2]

\mathrm{Cd(NO_3)_2 \cdot 4 \ H_2O + 2 (CH_3CO)_2O \rightarrow Cd(CH_3COO)_2 + 2 (CH_3COOH) + 2 \ NO_2 + 3 \ H_2O}

Eigenschaften[Bearbeiten]

Bei 130 °C gibt Cadmiumacetat-Hydrat das Kristallwasser ab und das wasserfreie Cadmiumacetat entsteht. In Wasser löst es sich mit neutralem pH-Wert. Gut löslich ist es zudem in Ethanol.[7]

Verwendung[Bearbeiten]

Cadmiumacetat wird in der Porzellanherstellung für die Erzeugung irisierender Effekte genutzt. Zudem ist es in der analytischen Chemie ein Reagenz für den Nachweis von Schwefel, Selen und Tellur.[7]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d e f Eintrag zu CAS-Nr. 5743-04-4 in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFA, abgerufen am 11.9.2008 (JavaScript erforderlich)
  2. a b Ernst Späth: Über die Einwirkung von Essigsäureanhydrid auf Nitrate. In: Monatshefte für Chemie. 1912, 33, 3, S. 241, doi:10.1007/BF01519254.
  3. a b Nicht explizit in EU-Verordnung (EG) 1272/2008 (CLP) gelistet, fällt aber dort mit der angegebenen Kennzeichnung unter den Sammelbegriff „Cadmiumverbindungen“; Eintrag aus der CLP-Verordnung zu Cadmiumverbindungen in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFA, abgerufen am 8. April 2012 (JavaScript erforderlich).
  4. Seit dem 1. Dezember 2012 ist für Stoffe ausschließlich die GHS-Gefahrstoffkennzeichnung zulässig. Bis zum 1. Juni 2015 dürfen noch die R-Sätze dieses Stoffes für die Einstufung von Gemischen herangezogen werden, anschließend ist die EU-Gefahrstoffkennzeichnung von rein historischem Interesse.
  5. Datenblatt Cadmiumacetat (PDF) bei Merck, abgerufen am 29. August 2010..
  6. Arnold Willmes: Taschenbuch chemische Substanzen: Elemente- Anorganika- Organika. 3. Auflage, Harri Deutsch, 2007, ISBN 978-3-8171-1787-1, S. 242 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  7. a b Cadmiumacetat. In: Römpp Chemie-Lexikon. Thieme Verlag, Stand März 2002.