Calciumperoxid

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Kristallstruktur
Kristallstruktur von Calciumperoxid
__ Ca2+      __ O
Allgemeines
Name Calciumperoxid
Andere Namen
  • Calciumsuperoxid
  • Calciumdioxid
  • E 930
Verhältnisformel CaO2
CAS-Nummer
  • 1305-79-9
  • 78403-22-2
PubChem 14779
Kurzbeschreibung

weißer Feststoff oder als Octahydrat perlmuttartige Schuppen[1]

Eigenschaften
Molare Masse 72,08 g·mol−1
Aggregatzustand

fest

Dichte

2,92 g·cm−3[1]

Schmelzpunkt

275 °C (Zersetzung)[1]

Löslichkeit

in Wasser unter Hydrolyse löslich[1]

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung [1]
03 – Brandfördernd 05 – Ätzend

Gefahr

H- und P-Sätze H: 272​‐​314
P: 210​‐​280​‐​301+330+331​‐​305+351+338 [1]
EU-Gefahrstoffkennzeichnung [2][1]
Brandfördernd Ätzend
Brand-
fördernd
Ätzend
(O) (C)
R- und S-Sätze R: 8​‐​34
S: 17​‐​26​‐​36/37/39​‐​45
Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.
Vorlage:Infobox Chemikalie/Summenformelsuche nicht möglich

Calciumperoxid ist eine anorganische chemische Verbindung aus der Gruppe der Peroxide.

Gewinnung und Darstellung[Bearbeiten]

Calciumperoxid kann durch Reaktion eines löslichen Calciumsalzes (z. B. Calciumchlorid, Calciumnitrat) mit Wasserstoffperoxid und einer alkalischen Lösung (z. B. Natriumhydroxid oder Ammoniak) gewonnen werden.[3] Technisches Calciumperoxid enthält zu großen Teilen auch Calciumcarbonat und Calciumhydroxid und wird durch Reaktion von Calciumoxid bzw. Calciumhydroxid und Wasserstoffperoxid gewonnen.[4]

\mathrm{Ca(OH)_2 + H_2O_2 \longrightarrow CaO_2 + 2 \ H_2O}

Eigenschaften[Bearbeiten]

Calciumperoxid ist ein starkes Oxidationsmittel und von mittlerer brandfördernder Wirkung, da sich bei Erhitzung Sauerstoff abspaltet. Es liegt häufig als Octahydrat vor, welches bei etwa 130 °C das Kristallwasser abspaltet. Dieses hat eine tetragonale Kristallstruktur mit a = 619,7 pm, c = 1096,7 pm und der Raumgruppe P4/mcc.[5] Die wässrige Lösung reagiert basisch, da sich durch Hydrolyse das Calciumhydroxid langsam wieder abspaltet.

\mathrm{CaO_2 + 2 \ H_2O \longrightarrow Ca(OH)_2 + H_2O_2}

Verwendung[Bearbeiten]

Calciumperoxid wird als Trocknungsbeschleuniger für Polysulfidelastomere, Antiseptikum in Zahnpasten und Kaugummi, als Stabilisator in der Gummiindustrie, in der Zahnheilkunde (zur Desinfektion des Wurzelkanals und Heilung der periapikalen Entzündungen[6]), als Teigverbesserer in der Backindustrie und als Saatgutdesinfektionsmittel verwendet.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d e f g Eintrag zu CAS-Nr. 1305-79-9 in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFA, abgerufen am 18. Januar 2013 (JavaScript erforderlich)
  2. Seit dem 1. Dezember 2012 ist für Stoffe ausschließlich die GHS-Gefahrstoffkennzeichnung zulässig. Bis zum 1. Juni 2015 dürfen noch die R-Sätze dieses Stoffes für die Einstufung von Gemischen herangezogen werden, anschließend ist die EU-Gefahrstoffkennzeichnung von rein historischem Interesse.
  3. Römpp Lexikon Chemie.
  4. Produktmerkblatt Calciumperoxid (solvay) (PDF; 159 kB)
  5. G. V. Shilov, A. I. Karelin, D. G. Lemesheva, L. S. Leonova, L. O. Atovmyan: Crystal Structure and Properties of CaO2 · 8H2O, Russian Journal of Inorganic Chemistry, Vol. 50, No. 6, June 2005, S. 842–847.
  6. Malyk Yuriy: In-Vitro Untersuchungen zum Einsatz von Calciumperoxid haltigen Sealermaterialien in der endodontischen Therapie. urn:nbn:de:bvb:19-43959

Weblinks[Bearbeiten]